Spatenstich für Pitztal-Kraftwerk

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Für das Kleinwasserkraftprojekt an der Pitze, in der Gemeinde Jerzens, liegen seit Ende August 2013 die rechtsgültigen Bescheide, die entsprechenden Dienstbarkeitsverträge mit den Grundbesitzern entlang der Leitungstrasse und die Kaufverträge für die Grundstücke (Wehranlage und Krafthaus) für die Errichtung der Anlage vor. Das Kleinwasserkraftwerk wird von der Wasserkraft Jerzens GmbH errichtet, an der 4 Gesellschafter beteiligt sind. Der Projektideengeber Gerd Wechselberger hält 16 % der Gesellschaftsanteile, die Androschin Privatstiftung hält 36 % und die Gemeinden Jerzens und Imst (Stadtwerke Imst) jeweils 24% der Geschäftsanteile.
Vergangene Woche wurde im Rahmen einer kleinen Feierstunde in Ritzenried der Spatenstich ausgeführt. Der Jerzener Bürgermeister Karl Raich begrüßte dazu neben dem Imster Stadtchef und LA Stefan Weirather und Stadtwerkeboss Thomas Huber auch die GesellschafterHorst Androschin und Gerd Wechselberger, sowie die Planer Rudi Fritsch und Werner Klinger, dazu die Vertreter der bauausführenden Firmen. Das 15 Millionen-Projekt soll in zehn MOnaten ans Netz gehen und im Endausbau rund 4500 Haushalte mit Strom versorgen. Betont wurde die gute Kooperation mit den einzelnen Gesellschaftern und die professsionelle Vorgangsweise bei der Planung, die immerhin sieben Jahre in Anspruch genommen hat.
Das Projekt: Technische Daten: Ausbauwassermenge: von 4500 Haushalten Fassung: (Seehöhe 1104,00 m ü. A., südwestlich der Fraktion Ritzenried in der Gemeinde Jerzens): Die Wasserfassung erfolgt knapp oberhalb des Weilers Ritzenried mittels eines Schlauchwehres. Grob- und Feinrechen filtern Schwemmgut heraus und sorgen 2 Entsanderbecken für das Absetzen von Feinteilen. Beim Übergang in die Druckrohrleitung werden entsprechende Sicherheits- und Kontrolleinrichtungen eingebaut um Schäden vorzubeugen.
Zur Einhaltung der ökologischen Vorgaben hinsichtlich Restwasser und Passierbarkeit für Kleinlebewesen und Fische werden Dotierwasserrinnen und eine Organismenaufstiegshilfe („Fischtreppe“) errichtet.
Druckrohrleitung:
An das Entsanderbauwerk wird eine 3.406 m lange Druckrohrleitung( Durchmesser 1,4 m, Sphärogussrohr mit Zementmörtelinnenauskleidung) bis zum Krafthaus geführt. Unter Ausnützung der bestehenden Forstwege und Gemeindestraßen (72% der Druckrohrleitung werden in bestehende Wege gelegt) ergibt sich der Verlauf bis zum Weiler Schön mit einem Hochpunkt im Längenschnitt. Von dort erfolgt der Abstieg, bis unterhalb den Weiler Schönlarch zum Krafthaus an der Pitze.
Krafthaus: (Seehöhe 970 m ü.A.)
Das Krafthaus am Schluchtausgang der Pitze unterhalb von „Schönlarch“ ist in den Unterhang integriert. Es beinhaltet neben der Maschinenhalle für die 2-Francisturbinen (2,7 m3/s und 1,3 m3/s) und die Generatoren einen Schaltraum, die Maschinenwarte und Räumlichkeiten für die Transformatoren.
Vom Krafthaus führt ein Erdkabel bis zur Umspannstation „Haselbach“ in der Gemeinde Jerzens, wo die Einspeisung in das öffentliche Netz erfolgt.
Pegelmessstelle:
Zur Wahrung der kontinuierlichen Wassermessungen an der Pitze, welche aktuell im Bereich des Weilers Ritzenried stattfindet, wird ein zusätzlicher Pegel bachaufwärts der Wehranlage errichtet.
4000 l/s
DN 1400 (1,4 m Durchmesser), Länge 3406 m 135,0 m
Druckrohrleitung
Bruttofallhöhe
Leistung:
Jahresarbeitsvermögen ca. 17 GWh (Gigawattstunden)- entspricht ca. dem Jahresverbrauch
ca. 4,5 MW (MegaWatt)
Hier kann eine lückenlose Aufzeichnung und vor allem der Abgleich mit den ursprünglich gemessenen Daten erfolgen.
Für die Errichtung der Kraftwerksanlage sind keine zusätzlichen Infrastrukturbauten (Wege, etc.) erforderlich und kann somit ohne großflächige Inanspruchnahme unberührter Natur resourcenschonend gebaut werden.
Bauzeit
Nachdem der Baubeschluss seitens der Gesellschafter am 12. Mai 2014 erfolgte wird nunmehr mit der Errichtung der Anlage begonnen.
Der Baustart erfolgt beim Fassungsbauwerk und wird ca. 1 Monat später mit der Errichtung des Krafthauses begonnen und die Vorbereitungsarbeiten für die Druckrohrverlegung gestartet. Ab 15. Juli werden die Rohre angeliefert und unmittelbar mit der Verlegung begonnen. Witterungsbedingt wird es im Winter eine Unterbrechung geben und werden im Frühjahr die Arbeiten fortgesetzt.
Die Druckrohrverlegung im Bereich der Wohnhäuser von Ritzenried wird auf den Spätherbst geplant um keine touristischen Nachteile zu bewirken.
Ziel ist die Fertigstellung der Anlage und somit Inbetriebnahme vor Sommer 2015.
Kosten:
Die geschätzten Gesamtinvestitionskosten liegen bei ca. 15 Mio €.
Die Wasserkraftwwerk Jerzens GmbH hat bei der Auswahl der ausführenden Firmen auf möglichst hohe Regionalität gesetzt. Die bauausführenden Firmen (AT Thurner Bau und Fa. Fiegl-Erdbau) stammen aus dem Tiroler Oberland, die elektrotechnische und maschinelle Ausstattung kommt von der Firma Geppert aus Hall i.T. Die Komponenten für den Stahlwasserbau kommen aus Niederösterreich und beim Rohrlieferanten wurde dem einzigen europäischen Hersteller der Vorzug gegeben, welcher aus Frankreich stammt.
Wir bedanken uns bei den betroffenen und berührten Anrainern im Vorhinein für das entgegengebrachte Verständnis rund um die zu erwartenden Belastungen während der Bauzeit und bemühen uns als Bauherren die Einschränkungen und Auswirkungen möglichst gering zu halten.

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