Zum Schutz der Patienten!

Über das vorhandene WLAN-Netz (Gerät siehe an der Decke) kann auch das neue Ortungssystem eingesetzt werden. Verwaltungs-Direktor Christian Triendl ist am Ende der langen Suche nach einem geeigneten System.
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ZIRL (lage). Nicht nur einmal ist es passiert, dass krankheitsbedingt verwirrte Patienten das Krankenhaus in Hochzirl verlassen und einen Sucheinsatz ausgelöst haben. Ein elektronisches Ortungssystem soll ab November die Suche erleichtern und betroffene Patienten besser schützen.

Die jahrelange Suche nach einem einsatzfähigen System ist zu Ende, ab November diesen Jahres wird der Aufenthalt für krankheitsbedingt verwirrter Patienten im exponiert gelegenen Krankenhaus Hochzirl noch sicherer: Ein technisches System ermöglicht es, abgängige Personen rasch wiederzufinden, bevor sie in Gefahr geraten. „Es passierte im Schnitt alle Monate einmal, dass ein Patient unauffindbar ist, sich irgendwo versteckt, sich verirrt oder einfach davonläuft“, erklärt Christian Triendl, Verwaltungsdirektor in Hochzirl. Die Lage dieses Krankenhauses fördert zum einen die Gesundheit der Patienten, wer sich allerdings in den nahen Wald, den Bahnhofbereich oder gar in der Schlossbachklamm verirrt und nicht mehr zurück findet, begibt sich in Gefahr! Polizei und Feuerwehr müssen verständigt werden, unterstützen das Krankenhauspersonal bei der Suche. Peinlich ist es dann, so Triendl, wenn so viele Freiwillige und die Polizei in der weitläufigen Umgebung suchen, der Patient sich aber irgendwo am Dachboden versteckt. In diesem riesigen Krankenhauskomplex gibt es viele Schlupfwinkel.

Lange wird schon nach einem passenden Ortungssystem gesucht, mit dem die Suche vereinfacht wird. Nicht alle Technologien sind für dieses Gelände geeignet, andere wieder rufen die Belegschaft, Datenschützer oder die Personalvertretung auf den Plan. „Bei uns gilt das Unterbringungsgesetz nicht, so wie etwa in der Psychiatrie in Hall oder Innsbruck, wo solche Systeme verwendet werden müssen“, erklärt Triendl: „Daher ist es rechtlich schwierig, welches System hier bei uns einsetzbar ist.“

In Frage kommt ein Ortungssystem, das an der Psychiatrie in Hall ebenfalls zur Patientenortung bzw. –suche eingesetzt (Gerontopsychiatrie) wird. In der Psychiatrie am LKH Innsbruck wird es zum Schutz von Mitarbeitern verwendet: Im Falle eines tätlichen Angriffes drückt der Pfleger auf den Sensor an seinem Arm. Das Sicherheitspersonal weiß dann sofort, wohin es zu Hilfe eilen muss. In Hochzirl soll ein ähnliches System ab Herbst für mehr Sicherheit für den Patienten sorgen: Im Sender am Handgelenk ist jener Bereich einprogrammiert, den der Patient unbeaufsichtigt betreten darf. Verlässt er diesen, wird Alarm ausgelöst. „Wir wollen die Patienten nicht auf Schritt und Tritt überwachen, das dürfen wir auch nicht, es geht allein darum, dass ein bestimmter Sicherheitsbereich nicht verlassen wird.“ Auf dem Computerbildschirm erscheint im Alarmfall sofort der Aufenthaltsort des Patienten. „Wichtig ist hier das Vertrauen der Patienten zu gewinnen, dieses System einzusetzen. Es wird nur auf Anordnung des Arztes empfohlen, auch dann hat der Patient das Recht, ‚Nein‘ zu sagen“, so Triendl.

Über das bereits vorhandene WLAN-Netz im Krankenhaus und im Gelände können die eingesetzten Sender geortet werden. „Dieses Desorientierungssystem ist das einfachste. Alle anderen sind umständlich zu installieren und verursachen Mehrkosten, auch in der Funktion sind sie eingeschränkt“, so Triendl. Über dieses kabellose WLAN-Netz werden auch bei Visiten über Computer die Daten übertragen, so wird die Arbeit des Personals vereinfacht. Das vorhandene Netzwerk hält auch die Kosten in Grenzen, trotzdem sind noch 90.000,- Euro zu investieren.

Der Betriebsrat hat seine Zustimmung zu dieser Ortungstechnik gegeben, so Triendl. Der Einführung steht nun nichts mehr im Wege – nur der Patient selber und seine Angehörigen, die können selber entscheiden ob sie dieses Sicherheitssystem nutzen wollen oder nicht.

Über das vorhandene WLAN-Netz (Gerät siehe an der Decke) kann auch das neue Ortungssystem eingesetzt werden. Verwaltungs-Direktor Christian Triendl ist am Ende der langen Suche nach einem geeigneten System.
Patienten-Armbandfunkchips von Ekahau Inc., wie sie für das ProAct Desorientiertenschutzsystem in Hochzirl zum Einsatz kommen werden.
Autor:

Georg Larcher aus Telfs

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