Die Schonfrist ist verspielt - LA Wolf stocksauer auf Postchefs

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Abfuhr für Post-Personalvertreterin Ernstbrunner

Jedes dritte Postamt im Bezirk Imst soll zugesperrt werden. Weil angeblich die Umsätze nicht passen. Die Empörung ist riesengroß. LA Jakob Wolf will die Schließungspläne nicht untätig zur Kenntnis nehmen.

IMST (hwe/mg). Seit 2002 ist es bereits die dritte Schließungswelle, die der Postfuchs dem ganzen Land und damit auch dem Bezirk Imst beschert. Die Postämter, die auf der jüngsten Abschussliste stehen, schreiben angeblich alle rote Zahlen. Eine Behauptung, die für Post-Personalvertreterin Ulrike Ernstbrunner aus Ötztal-Bahnhof nicht nachvollziehbar ist. Vorige Woche wollte sie die Kennziffern einiger Postämter in ihrem Bezirk genauer unter die Lupe nehmen.

Zahlenmaterial verweigert
Als sie um die entsprechenden Unterlagen bat, gab es für die Gewerkschafterin eine böse Überraschung: Die Kollegen haben die Herausgabe der Zahlen verweigert. Auf Anweisung ihrer Vorgesetzten. Letztlich musste Ernstbrunner die Vorgangsweise respektieren. Nicht verbieten ließ sie sich allerdings Gespräche mit den Post-Mitarbeitern: Es geht ihnen schlecht. Sie sind verunsichert, weil völlig unklar ist, wie es mit ihren Arbeitsplätzen weiter- geht. Eine betagte Post-Kundin hat sogar geweint, wie Ernstbrunner berichtete: Die Frau weiß nicht, wo sie hingegehn soll, wenn ihr Postamt zusperrt.

Boykott der Post-Partner
Die Gewerkschafterin hat vorerst nur eine Hoffnung: Wenn sich in den einzelnen Gemeinden kein so genannter Post-Partner findet, würde das bestehende Postamt weiter in Betrieb bleiben. Ich würde mich freuen, wenn sich potenzielle Post-Partner solidarisch zeigen und das entsprechende Angebot der Post AG boykottieren, bemerkt Ernstbrunner. Vorerst aber kämpfen wir um jedes einzelne Postamt.

LA Wolf verlangt ehrliche Zahlen
Ungewöhnlich scharf reagiert LA Bgm. Jakob Wolf auf die neue Schließungswelle. Auch das Postamt seiner Heimatgemeinde Umhausen ist betroffen. Die Post AG schreibt Gewinne. Offenbar will sie nur ihre Gewinne optimieren. Ich habe große Zweifel, dass die Postämter im Bezirk defizitär sind. Ich verlange, dass ehrliche Zahlen auf den Tisch gelegt werden, fordert Wolf und appelliert an die Bevölkerung: Die Post hat ihre Schonfrist verspielt. Wir müssen uns wehren. Ziviler Ungehorsam ist jetzt Pflicht.

Legende von der Stärkung des ländlichen Raums
Für den Söldener Bgm. und Vizepräsident des Tiroler Gemeindeverbandes, Ernst Schöpf, ist die Schließungswelle Realität. Unabhängig von Petitionen und Unterschriftenlisten findet diese statt, so Schöpf. Die bundespolitisch oft beschworene Stärkung des ländlichen Raums klingt für Schöpf solcherart wie ein Hohn. Dennoch betont Schöpf auch die Veränderungen unserer modernen Zeit. Man muss sich nur selber an der Nase nehmen, wie oft man heute ein Postamt braucht.

Zur Sache
Postämter auf
der Zusperrliste

Folgende Postämter in den
Bezirken Imst, Landeck und
Reutte sollen geschlossen werden (Quelle: Mitteilung der Post AG vom Dienstag, 3. März 2009):
Postamt 6422 Stams
Postamt 6425 Haiming
Postamt 6441 Umhausen
Postamt 6456 Obergurgl
Postamt 6465 Nassereith
Postamt 6471 Arzl im Pitztal
Postamt 6531 Ried im Oberinntal
Postamt 6533 Fiss
Postamt 6534 Serfaus
Postamt 6542 Pfunds
Postamt 6551 Pians
Postamt 6555 Kappl
Postamt 6563 Galtür
Postamt 6574 Pettneu
Postamt 6631 Lermoos
Postamt 6671 Weissenbach
* * *
Zu einem Abbau von Mitarbeitern soll es nicht kommen. Die betroffenen Bediensteten sollen in nahe gelegenen Postämtern untergebracht werden. Die Post begründet die Schließungswelle so: Die genannten Postämter schreiben rote Zahlen.

Kommentar von Helmut Wenzel:
Die Post bringt allen was - vor allem Ärger

Autor:

Bezirksblätter Imst aus Imst

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