Jagd ist ein Dauerbrenner in der Gemeinde Nassereith

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Die letzte Gemeinderatssitzung als weiteres Kapitel der Geschichte

Alle Jahre wieder: Die Vorgänge in und rund um die Waidmannschaft lassen die Gurgltaler Gemeinde einfach nicht los. Das Thema ist geradezu ein Dauerbrenner.

NASSEREITH (p&b). Und täglich grüßt das Murmeltier: Die Jagd war wieder einmal zentraler Punkt einer Nassereither Gemeinderatssitzung. So stand dieses Thema bei der Zusammenkunft vergangene Woche gleich dreimal auf dem Tapet. Zum einen gab es vom Obmann des Überprüfungsausschusses, Andreas Huter eine Anfrage an den Bürgermeister, wieso noch keine Einnahmen aus der Verpachtung der Jagd I in der Buchhaltung aufscheinen würden. Reinhold Falbesoner: Diese Einnahmen liegen derzeit noch verzinst auf einem Sparbuch, und zwar so lange, bis das Jagdprogramm und die Flächenerhebung abgeschlossen sind. Dafür kommen die Einnahmen dann kommendes Jahr doppelt zum Tragen.

Diskussion über Verkauf des Jagdhauses Mullestall
Des Weiteren wurde lang und breit über einen möglichen Verkauf des Jagdhauses Mullestall an den bisherigen Nutzer und interessierten Käufer Hubert Reindl diskutiert. Wegen fehlender Unterlagen war die Thematik bei der letzten Sitzung vertagt worden. Diesmal hatte das Dorfoberhaupt die Zahlen parat und trat als Verfechter einer Veräußerung auf. Er führte vor allem wirtschaftliche Gründe ins Treffen: Wir würden 53,- Euro pro Quadratmeter erhalten, das ist ebenso viel wie im Gewerbegebiet, zudem haben wir keinerlei Erschließungskosten zu tragen.

Trotzdem sprach sich unter anderem Gemeinderat Herbert Kröll gegen die Veräußerung der rund 850 Quadratmeter großen Fläche aus. Man wüsste nicht, was dann in fünf oder zehn Jahren sei, argumentierte er, seiner Fraktion wäre eine Verpachtung lieber, dann haben wir immer noch die Hand drauf. Willi Emberger stieß ins selbe Horn: Früher hieß es, dass das Gebiet ein sensibles sei. Nun soll plötzlich alles anders sein?

Letztlich kam es auf Anregung von Gemeinderat Herbert Scheiring zu einer neuerlichen Vertagung. Der Bürgermeister solle zuerst verhandeln, was an Pacht-erlös zu erzielen sei, meinte der altgediente Gemeindepolitiker.

Embacher: Genau die richtige Vorgangsweise. Wir haben die letzten 13 Jahre keinen Cent gesehen, dann kommt es auf ein paar Monate mehr oder weniger auch nicht mehr darauf an. Detail am Rande: Zwar ist in einem Kaufgesuch aus dem Jahr 1997 noch von 300,- Schilling jährlicher Pacht die Rede, die letzte Zahlung ist aber 1995 eingetroffen. Auch dieses Thema wird das Nassereither Kommunalparlament wohl noch länger befassen.

Brief aus Italien: Finde keine Hirsche und kleineren Tieren
Für Erheiterung sorgte dann zu guter Letzt das Vorlesen eines Schreibens der italienischen Pächter der Jagd II. Obwohl in fehlerhaftem Deutsch verfasst (Finde keine Hirsche und kleineren Tieren), glaubt Falbesoner zwischen den Zeilen herauslesen zu können, dass die lieber heute als morgen davonspringen möchten. Das sei aber auch kein Wunder, fügte der Dorfchef an, denn was die aufführen, würde das Wild geradezu erschrecken und vertreiben.

So habe es in den vergangenen fünf Jahren sicherlich 150 Fehlschüsse gegeben, verletzte Tiere seien zuhauf anzutreffen.

Falbesoner zitierte dazu abschließend sichtlich erheitert einen Jagdaufseher aus der näheren Umgebung: Seit mir Walsche Pächter håb`n, gibt`s am Holzleit`n o kuane Rapp`n mehr, soll derjenige gesagt haben.

Nassereith scheint indes gefährdet, in Sachen Jagd selbst zu einer Lachnummer zu werden.

Autor:

Bezirksblätter Imst aus Imst

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