19.10.2017, 10:17 Uhr

„Wir kommen sicher in die Schule!“

Die Kinder der Volkschule Untermieming sind mit viel Begeisterung dabei. (Foto: Volkschule Untermieming)
NASSEREITH/MIEMING. Ein Monat nach Schulbeginn werden viele ErstklässlerInnen flügge. Sie beginnen den Schulweg alleine zurückzulegen. In einigen Gemeinden Tirols sind die Kinder besonders gut darauf vorbereitet. Sie haben das Schulweg-Training von Klimabündnis Tirol absolviert: Pedibus – ein Bus auf Füßen. Im Bezirk Imst gehen die VS Nassereith und die VS Untermieming mit gutem Beispiel voran.

Große Schritte mit kleinen Füßen
Für viele Eltern ist es ein großer Schritt, die Kinder das erste Mal alleine in die Schule zu schicken. Die Sorge, dass im Straßenverkehr etwas passieren könnte, ist groß. Die Initiative „Pedibus“ von Land Tirol und Klimabündnis Tirol nimmt sich dieser Sorgen an. Durch das gemeinsame Trainieren des Schulweges werden die Kinder optimal darauf vorbereitet, den Weg nach einigen Wochen selbstständig und sicher zurückzulegen. In Tirol sind seit Schulstart 20 Schulen und Kindergärten mit dem „Bus auf Füßen“ unterwegs. Für die Kinder ein vergnügter Start in den Tag. Für die Eltern ein gutes Gefühl, den Sprössling auf einen sicheren Schulweg zu schicken.

250 Ehrenamtliche
„Gemeinsam geht’s leichter“ ist das Motto der Pedibus-Gruppen, die seit Schulstart zu Fuß in ihren Gemeinden und Städten unterwegs sind. In Kleingruppen mit einer Begleitperson machen sich die Kinder auf einer festgelegten Route auf den Weg in die Schule oder den Kindergarten. Mit ihrem persönlichen Pedibus-Fahrschein können sie bei gekennzeichneten Haltestellen „zusteigen“. Die ehrenamtlichen Begleitpersonen – meist Eltern oder Großeltern – werden vorab zu SchulwegpolizistInnen ausgebildet und sind mit Warnweste und Signalkelle ausgerüstet. 250 ehrenamtliche Begleitpersonen engagieren sich heuer in den Pedibus-Wochen nach dem Schulstart.
„Entscheidend für den Erfolg des Projekts ist das Engagement der beteiligten Eltern, LehrerInnen und GemeindevertreterInnen“, erklärt Martina Abraham vom Klimabündnis Tirol. „Wenn alle an einem Strang ziehen, sind auch die Kids mit großem Spaß dabei.“ Außerdem sei das Schulweg-Training auch gesund und fördere die Konzentration im Unterricht, so Abraham.

Eltern-Taxi entlasten
Das Klimabündnis Tirol steht den LehrerInnen und Eltern mit einem umfassenden Beratungspaket zur Seite und unterstützt die Schulen bei der konkreten Durchführung des Pedibus.
Ursprünglich als „walking bus“ in Australien gegründet, ist der Pedibus mittlerweile international verbreitet und feiert in Tirol heuer sein 10-jähriges Jubiläum. Seit 2008 wurden 154 Pedibusse in Tiroler Gemeinden und Städten durchgeführt. Das Programm ist jeweils auf vier bis sechs Wochen begrenzt, danach können die Schüler und Schülerinnen den Schulweg auch ohne Begleitpersonen meistern. Das fördert die Selbstständigkeit der Kinder, entlastet das Eltern-Taxi und die Gemeinschaft profitiert von weniger Verkehr auf den Straßen. Die Verkehrsberuhigung, vor allem im Schulumfeld, reduziert wiederum die Unfallgefahr.
In folgenden Tiroler Gemeinden waren seit Schulbeginn Pedibusse unterwegs: 
Innsbruck, Absam, Axams, Flaurling, Lans, Scharnitz, Steinach, Thaur, Untermieming, Völs, Wattens, Nassereith, Prutz, Fließ, Grins, Kaunerberg, Westendorf, Zell, Eben a.A. und Jenbach.
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