Beim Judenplatz
Antiquitätenhändler Dollinger lebt für unsere Geschichte
- Reinhard Dollinger mit einer römischen Henkelvase in Form eines Mädchenkopfes, die in etwa 300 Jahre n. Chr. entstanden ist.
- Foto: Teischl/RMW
- hochgeladen von Anna-Sophie Teischl
Reinhard Dollinger ist ein wahrer Experte für antike Waren. In der City gilt sein Geschäft in der Drahtgasse 2 als Institution. Er bietet nicht nur Beratung und besondere Werke aus dem antiken Europa und alten Ägypten, sondern auch günstige Kleinobjekte, die für jeden leistbar sein sollen.
WIEN/INNERE STADT. Als "Überzeugungstäter" bezeichnet sich der Antiquitätenhändler Reinhard Dollinger. Denn: Er kann gar nicht genug davon bekommen, über Österreichs Geschichte sowie die von anderen Kulturen zu erzählen. Das machte er auch beim Besuch von MeinBezirk.at in seinem "Marktplatz der Antike" in der Drahtgasse 2 klar. Seine Augen strahlen, als Dollinger eine Kopfvase präsentiert, die mehr als 1.500 Jahre alt ist.
Bereits seit seiner frühen Kindheit sei er mit antiken Waren konfrontiert gewesen: "Mein Vater sammelte schon seit den 1950er-Jahren keltische und römische Gegenstände, die er schon damals von anderen Händlern oder aus aufgelösten Privatsammlungen erhielt", erzählt Dollinger.
Von Rom bis Ägypten
Vor mittlerweile 32 Jahren beschloss der Antiquitätenhändler, sein Hobby zum Beruf zu machen. Zunächst war er in einem Büro auf der Tuchlauben tätig. Dollinger beriet hier Sammlerinnen und Sammler sowie Museen. Im Dorotheum fungierte er als beratender Experte und organisierte Auktionen. Im Jahr 2002 entschloss sich Dollinger schließlich, sein eigenes Geschäft namens "Agora – Marktplatz der Antike" in der Drahtgasse zu eröffnen.
- Das Geschäft befindet sich direkt beim Judenplatz in der Drahtgasse 2.
- Foto: Teischl/RMW
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Warum der Händler, der im 13. Bezirk aufgewachsen ist, dafür in die City kam? "Mit Antike oder anderen exklusiven Antiquitäten muss man in der Innenstadt sein, schon allein wegen des internationalen Publikums", meint er. Die antiken Gegenstände, die man bei Dollinger findet, kommen von antiken Kulturen Europas, etwa den Kelten und den Römern, sowie dem alten Ägypten. "Gegenstände aus diesen Gegenden wurden schon immer bei uns gesammelt und es gibt nach wie vor große diesbezügliche Altsammlungen in Österreich", erklärt der Experte.
Kontrolle ist das A und O
Viele der antiken Waren stammen aus Privatbesitz. Dabei wird ihre Herkunft genauestens kontrolliert: "Jeder Verkäufer muss sich ausweisen und den rechtmäßigen Besitz schriftlich bestätigen. Gegenstände, wo sich die Herkunft nicht eindeutig belegen lässt, werden nicht angekauft", betont der Händler. Übrigens: Ausländische Kunden, die archäologische Gegenstände oder antike Münzen erwerben wollen, werden mit den Ausfuhranträgen des österreichischen Bundesdenkmalamts von Dollinger unterstützt.
- Eine sogenannte Phalera, also eine römische Tapferkeitsauszeichnung, die Offiziere auf ihrem Brustpanzer trugen. Hier zu sehen ist das Frontalgesicht der Medusa.
- Foto: Teischl/RMW
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Eine Besonderheit bei Dollinger: Da er meist von Erbinnen und Erben oder Hinterbliebenen gleich ganze Sammlungen kauft, finden sich darunter auch weniger bedeutende Gegenstände. "Das eröffnet mir die Möglichkeit, originale, aber trotzdem billige Kleinobjekte anzubieten", so Dollinger. In seinem Sortiment finden sich etwa bereits antike Waren ab 110 Euro, so zum Beispiel verzierte Keramiken aus Carnuntum. Aber auch für Kunden, die eine professionelle Beratung suchen, lohnt es sich, in der Drahtgasse vorbeizuschauen: "Anderen Menschen bei ihren Entscheidungen helfen zu können, macht mich glücklich", so Dollinger.
Das Geschäft "Agora – Marktplatz der Antike" ist Montag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Termine sind nur nach telefonischer Vereinbarung unter 0699/194 305 85 möglich.
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