Keine Folgeförderung
Aus für Biomasse-Kraftwerk Heiligenkreuz droht

Das Biomasse-Kraftwerk im Heiligenkreuzer Industriegebiet erzeugt je zur Hälfte Strom und Wärme.
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  • Das Biomasse-Kraftwerk im Heiligenkreuzer Industriegebiet erzeugt je zur Hälfte Strom und Wärme.
  • Foto: Energie 42
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Für den Bestand des zweitgrößten Biomasse-Kraftwerks Österreichs sieht es derzeit düster aus.

Für Peter Beisteiner, den Geschäftsführer von "Energie 42", war die Entscheidung des Wirtschaftsausschusses im burgenländischen Landtag ein Schlag vor den Kopf. Die Abgeordnetenmehrheit von SPÖ und FPÖ beschloss nämlich, den Antrag über die Anschlussförderung für Biomasse-Heizkraftwerke über die vom Bund vorgegebene Frist hinaus zu vertagen.

Schließung droht

"Die Folge ist, dass Österreichs zweitgrößtes Biomasse-Heizkraftwerk in Heiligenkreuz zusperren wird müssen", schlägt Beisteiner Alarm. Seine "Energie 42" hat das Werk erst im Vorjahr - pikanterweise von der landeseigenen Energie Burgenland - gekauft und seither rund eine Million Euro in seine Modernisierung und eine Wirkungsgrad-Steigerung investiert.

Keine Folgeförderung

Die Bundesförderung für Biomasse-Heizkraftwerke ist im Vorjahr ausgelaufen und wurde wegen eines Streits zwischen Nationalrat und Bundesrat noch nicht verlängert. So wie Wien - wo in Simmering das größte Werk Österreichs arbeitet -, Niederösterreich und die Steiermark hätte auch das Burgenland bis 29. November einen auf drei Jahre befristeten Einspeisetarif beschließen müssen, damit die Kraftwerke weiter betrieben werden können.

"Wir können zwar noch eine Zeitlang Geld hineinstecken. Aber ohne Anschlussförderung werden wir irgendwann gezwungen sein, das Werk stillzulegen und die Mitarbeiter zur Kündigung anzumelden", ist Beisteiner pessimistisch.

An die 60 Jobs wackeln

Von einer möglichen Schließung betroffen wären 18 Arbeitsplätze im Werk in Heiligenkreuz, aber auch mehr als 40 weitere bei regionalen Transportfirmen, Hackschnitzel-Erzeugern und Hackgutgewinnungs-Firmen. "Hinzu kommen mehr als 400 Klein-Landwirte und regionale Zulieferer, knapp 140 davon aus den Bezirken Güssing und Jennersdorf", sagt Beisteiner.

Zur Hälfte Strom und Wärme

Das Werk in Heiligenkreuz erzeugt je zur Hälfte Strom und Wärme. Der Ökostrom wird ins Netz eingespeist, die Wärme geht an die benachbarten großen Industriebetriebe Lenzing und Abalon.

Sodl: "Mehrkosten für Stromkunden"

"Es gibt juristische Bedenken, ob so ein Gesetz überhaupt EU-konform ist", verteidigt LAbg. Wolfgang Sodl (SPÖ), der dem Wirtschaftsausschuss angehört, die Vertagung des Förderbeschlusses. Außerdem müsse geprüft werden, wie hoch die daraus entstehenden Mehrkosten für die burgenländischen Stromkunden sein würden. Arbeitsplätze könnten nicht auf Kosten der Haushalte erhalten werden, so Sodl.

Hirczy: "Politische Willkür"

Von "politischer Willkür" spricht dagegen LAbg. Bernhard Hirczy (ÖVP). Rund 30 Arbeitsplätze sind im Bezirk Jennersdorf in Gefahr, weil SPÖ und FPÖ aus parteipolitischem Kalkül gegen ein Ökostromgesetz seien. Hirczy erinnert daran, dass allein die umstrittenen Swap-Zinsgeschäfte das Land rund sieben Millionen Euro pro Jahr kosten.

Keine weiteren Betriebsansiedlungen

"Energie 42" hat ursprünglich vorgehabt, in Heiligenkreuz zwei weitere Betriebe anzusiedeln. "Wenn aber die Anschlussförderung des Landes ausbleibt, müssen diese Investitionen ausgesetzt werden", kündigt Beisteiner an.

Auch Landesförderungen für Windkraft, Photovoltaik und Wasserstoff haben für die Burgenländer Auswirkungen auf den Stromtarif. (Peter Beisteiner, Energie 42)

Autor:

Martin Wurglits aus Güssing

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