Offener Brief an Doskozil
Firma Kastner warnt vor Folgen der geplanten Burgenland-Maut
- Christof Kastner (re.), geschäftsführender Gesellschafter der Kastner Gruppe kritisiert die geplante Einführung einer Lkw-Maut auf Burgenlands Landesstraßen.
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Die geplante Lkw-Maut auf Burgenlands Landesstraßen sorgt zunehmend für Widerstand aus der Wirtschaft. Nun richtet sich auch die Kastner-Gruppe mit einem offenen Brief an Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Der Lebensmittelgroßhändler mit Standorten in Eisenstadt und Jennersdorf warnt vor steigenden Kosten, höheren Verbraucherpreisen und negativen Folgen für die Nahversorgung.
EISENSTADT/JENNERSDORF. „Die Burgenland-Maut wird die ohnehin angespannte Situation der Nahversorger weiter verschärfen“, warnt Christof Kastner, geschäftsführender Gesellschafter der Kastner-Gruppe. Die Kostensteigerungen würden letztlich an die Konsumentinnen und Konsumenten weitergegeben werden müssen. "Damit wird diese Maßnahme auch zu einem weiteren Inflationstreiber."
Landesstraßen für Lebensmittelversorgung entscheidend
Gerade für die Nahversorgung sei das Landesstraßennetz unverzichtbar, betont Kastner. Lebensmittelgeschäfte müssten regelmäßig beliefert werden, bei frischen und gekühlten Waren seien kurze Lieferintervalle und eine durchgängige Kühlkette erforderlich.
„Gerade im ländlichen Raum ist es vielfach nicht möglich, auf Autobahnen oder Schnellstraßen auszuweichen. Landesstraßen sind notwendig, um Geschäfte, Gastronomiebetriebe und andere Abnehmer überhaupt zu erreichen“, erklärt Kastner.
- Der Kastner-Chef befürchtet einen Dominoeffekt: "Zuerst im Burgenland und dann in ganz Österreich". Budgetlöcher stopfen auf Kosten der Nahversorgung sei keine nachhaltige Politik.
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Warnung vor steigenden Preisen
Aus Sicht des Lebensmittelgroßhändlers könnten zusätzliche Mautkosten die Preise entlang der gesamten Versorgungskette erhöhen. Besonders kleinere Händler und Nahversorger könnten dadurch weiter unter Druck geraten.
„Stirbt der Nahversorger, stirbt der Ort“, lautet die zugespitzte Warnung des Unternehmers. Die bereits hohe Konzentration im Lebensmittelhandel könnte durch zusätzliche Belastungen weiter zunehmen.
Christoph Kastner warnt zudem vor einem möglichen Dominoeffekt: „Zuerst im Burgenland und dann in ganz Österreich – Budgetlöcher stopfen auf Kosten der Nahversorgung ist keine nachhaltige Politik.“
- Vom Standort Jennersdorf aus beliefert die Kastner-Gruppe Nah&Frisch-Nahversorger, Gastronomiebetriebe und Bio-Händler im Südburgenland und Steiermark.
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Auch WKÖ kritisiert Mautpläne
Kritik kommt auch aus der Wirtschaftskammer Österreich. Das Bundesgremium Lebensmittelhandel weist darauf hin, dass Transporte auf allen Stufen der Lebensmittelkette notwendig sind. Landwirtschaftliche Produkte gelangen zu Verarbeitungsbetrieben, Rohstoffe und Zutaten zu Produzenten und fertige Lebensmittel schließlich über Großhandelslager und Verteilzentren zu Geschäften, Kantinen und Gastronomiebetrieben.
„Diese Mehrkosten summieren sich über die unterschiedlichen Stufen der Lebensmittelkette und erhöhen letztlich die Verbraucherpreise“, sagt Christian Prauchner, Obmann des Lebensmittelhandels in der WKÖ. Wer die Inflation niedrig halten wolle, solle keine zusätzlichen Kostentreiber schaffen.
Forderung: Lebensmitteltransporte von Maut ausnehmen
Der Lebensmittelgroßhändler fordert, die geplante Burgenland-Maut zu streichen und stattdessen gemeinsam mit der Wirtschaft nach Möglichkeiten zu suchen, die Nahversorgung zu stärken und die Logistik effizienter zu gestalten. "Lebensmittel müssen entlastet und nicht belastet werden", appelliert Christof Kastner an die Landesregierung.
- Der Lebensmittelgroßhändler Kastner beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter anderem am Standort Eisenstadt (Bild).
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Die Kastner-Gruppe beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielt nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von mehr als 300 Millionen Euro. Als größter burgenländischer Lebensmittelgroßhändler beliefert das Unternehmen unter anderem Nah&Frisch-Nahversorger, Gastronomiebetriebe und Bio-Händler.
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