11.10.2017, 12:39 Uhr

Serie "Unsere Familienbetriebe": Rinderbauernhof Lipp in Welten

Versorgen Konsumenten in ganz Österreich mit Bio-Rindfleisch: "Rinderbaron" Hannes (links), Renate und Johannes Lipp.

"Rinderbarone" aus Bio-Überzeugung

Was macht einen normalen burgenländischen Viehwirtschaftsbetrieb zum "Rinderbaron"? Im Fall der Familie Lipp aus Welten ist das einfach erzählt: "Als wir 2011 unser neues Stallgebäude eröffnet haben, hat ein Freund einen Wegweiser mit der Aufschrift 'Zum Rinderbaron' gebastelt und aufgestellt. Und das ist uns als Spitzname geblieben", schmunzelt Hannes Lipp.

Größter Betrieb im Bezirk Jennersdorf

Was die Größe des Betriebs betrifft, hat der Name eine gewisse Berechtigung. Mit rund 270 Tieren führen Hannes und Sohn Johannes Lipp den größten Rinderbetrieb des Bezirks Jennersdorf. Dazu gehören 120 Hektar Weiden sowie 110 Hektar Wiesen und Wechselwiesen.

Gemolken wird hier nicht. Die Lipps betreiben so genannte Mutterkuhhaltung. "Stiere behalten wir bis zu einem Alter von sieben Monaten, Kalbinnen bis zu einem Jahr", erläutert Johannes Lipp. Die Mutterkühe und Zuchtstiere verbleiben am Hof.

Nach allen Regeln der Bio-Kunst

Wer bei Billa oder Merkur Rindfleisch der Bio-Marke "Ja natürlich" kauft, hat gute Chancen, damit ein Stück vom "Rinderbaron" zu erwerben. Denn die Lipps liefern an den Rewe-Konzern und wirtschaften seit acht Jahren biologisch. Kunstdünger und Spritzmittel sind tabu, sechs Monate im Jahr weiden die Tiere draußen. "Im Offenfront-Stall, in dem sie im Winter stehen, haben sie Stroheinstreu und mehr Quadratmeter Platz als gesetzlich vorgegeben", erklärt Johannes Lipp.

Der Junior - seit heuer frischgebackener Landwirtschaftsmeister - baut sich derzeit mit der Direktvermarktung ein zweites Standbein auf. "Ich möchte dazu beitragen, dass die Leute den Wert von gesundem, biologisch erzeugtem Rindfleisch schätzen lernen", sagt er.

Im Betrieb, den Hannes Lipp 1992 von seinem Großvater übernommen hat, arbeitet auch seine Frau Renate mit. Und das nicht nur im Haushalt, sondern auch in der Landwirtschaft. Auch Johannes' Freundin Kristina hilft, so viel es ihr Beruf als Kindergärtnerin zulässt.

"So ein Hof macht enorm viel Arbeit. Ohne Idealismus geht es nicht", ist sich Hannes Lipp bewusst. Aber es macht auch Freude. "Der schönste Augenblick ist, wenn die Geburt eines Kalbs geglückt ist", weiß Sohn Johannes.

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