Geheimnis des Lebens
Faszination Bruder David Steindl-Rast – Kolloquium im Stift Kremsmünster
- Kolloquium „Geheimnis des Lebens“ im Stift Kremsmünster
- Foto: Bernadette Husch, P. Josef Stelzer
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Bruder David Steindl-Rast inspiriert viele Menschen durch sein Leben als Mönch, seine Gedanken und Worte, die er selbst im Alter von 100 Jahren mit beeindruckender geistiger Frische und Wachheit formuliert. Beim Kolloquium „Geheimnis des Lebens“ zu Ehren seines runden Geburtstages, das am 10. und 11. Juli in Kooperation in Kremsmünster stattfand, war das eindrücklich zu erleben.
KREMSMÜNSTER. Nach der Eröffnung durch Abt Bernhard führte Univ.-Prof. Brigitte Kwizda-Gredler in das Leben des Jubilars ein. Dabei ging sie dem Mönchsein von Bruder David nach und wie es dazu kam, dass der 1926 in Wien geborene schließlich 1953 Benediktiner im Kloster Mount Saviour (New York) wurde. Angesichts der steten Todesgefahr wurde seine Jugend ein Leben im Jetzt und Heute und deshalb glücklich. Von dieser Erfahrung geprägt stieß er auf die Mahnung des Hl. Benedikt, den Tod täglich vor Augen zu haben – und wurde Benediktiner.
- Bruder David Steindl-Rast inspiriert(e) viele Menschen.
- Foto: Bernadette Husch, P. Josef Stelzer
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Heute lebt Br. David im Europakloster Gut Aich, dessen Gründer P. Johannes Pausch von seinen Erlebnissen mit dem Jubilar berichtete. Nach dem mit festlicher Musik gerahmten Vorträgen ging es in die Stiftskirche zur Choral-Vesper zum Hochfest des Hl. Benedikt. Den Abschluss des Abends bildete unter dem Titel „Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen“ eine Symphonie aus Texten von Rilke und Liedern für Br. David, dem Musik und Poesie zeitlebens sehr viel bedeuteten. Von Stefan Wilkening gelesene Abschnitte aus den Sonetten an Orpheus wechselten sich mit Liedern ab, die Gerard Demattio von Cole Knutson am Flügel begleitet vortrug; arrangiert und eingeleitet hat den Abend Cordula Demattio.
Der zweite Tag des Symposiums begann mit einem Morgengebet in der Stiftskirche. Zurück im Kaisersaal sprachen Vertreter der Netzwerke Dankbar Leben aus Argentinien, den USA und dem deutschsprachigen Raum über ihre Erfahrungen mit Br. David und zeigten die internationale Ausstrahlung seiner Botschaft der Dankbarkeit.
- Foto: Bernadette Husch, P. Josef Stelzer
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Nach vielen Worten über und zu Br. David kam der Jubilar schließlich selbst auf die Bühne. Wie die Religionen trennten, verbinde alle Menschen ihre Religiosität, so Br. David, also ihr lebenslanges Ringen mit dem großen Geheimnis. Um dieses zugänglich zu machen, haben Menschen die Religionen gegründet. Sie seien gekennzeichnet durch Lehre, Moral und Ritual, das heißt das Wahre, Gute und Schöne, und darüber könne man in Dialog treten und voneinander viel lernen.
Nach dem Mittagsgebet in Stille und der Stärkung in der Stiftsschank konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene Erfahrungsräume des Stiftes erkunden, etwa das Stiftsgymnasium, die Stiftskirche, die Sternwarte und viele Orte mehr. Danach trafen sich Prof. Isabelle Brucker (Freiburg), Prof. Sr. Maura Zátonyi OSB (Eibingen, Sant’Anselmo Rom), Bundeskanzler a.D. Wolfgang Schüssel und Abt Bernhard unter der Leitung von Josef Bruckmoser (Salzburger Nachrichten) auf der Bühne im Kaisersaal zur Diskussion mit dem Thema „Glaube – wozu?“.
Festmesse mit Erzbischof Grünwidl
Den Abschluss und Höhepunkt des Kolloquiums bildete die Festmesse zum Hochfest Hl. Benedikt, Patron Europas, mit dem Wiener Erzbischof Grünwidl in der Stiftskirche, zu der die Krönungsmesse von Mozart erklang, wie es sich Br. David gewünscht hatte. Schließlich ging Br. David zum Altar, um sich persönlich für die Feier des Kolloquiums zu seinem Geburtstag und all das Gute, das er erfahren habe, zu bedanken. Schön sei, so meinte er, dass die Feier draußen im Hof mit einem wortlosen Ritual in Stille ende, weiße Tauben als Symbol des Friedens fliegen zu lassen – was dann auch geschah. In den Abendhimmel machten sie sich auf ihren Weg ins Blau und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie Br. David erfüllt von reichen Eindrücken wieder auf den Weg nach Hause.
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