Feierliche Segnung des Agapitushofes

Abt Ambros Ebhart, Bischof Domenico Sigalini, Mag.art Lydia Wassner-Hauser, Bürgermeister Gerhard Obernberger, Christine Obernberger (von rechts)
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  • Abt Ambros Ebhart, Bischof Domenico Sigalini, Mag.art Lydia Wassner-Hauser, Bürgermeister Gerhard Obernberger, Christine Obernberger (von rechts)
  • Foto: Stift Kremsmünster/Kerschbaumer
  • hochgeladen von Martina Weymayer

KREMSMÜNSTER. Beim Festakt der Segnung durch Bischof Domenico Sigalini waren auch Don Ludovico Borzi, der Pfarrer aus Palestrina und Don Vito Cinti dabei, sowie der Pfarrer von Sant‘ Agapito, Don Luigi Russo. 28 Gläubige aus Palestrina und eine Gemeindeabordnung von Sant‘ Agapito mit Bürgermeister Giuseppe die Pilla und die Vorsitzenden des Agapituskomitees feierten und beteten mit uns. Als offizielle Vertreter der Marktgemeinde Kremsmünster waren Bürgermeister Gerhard Obernberger und seine Gattin Christine dabei. Die Marktmusikkapelle Kremsmünster bot den festlich musikalischen Rahmen.

Der Heilige Agapitus stammt aus Palestrina, wo er bereits als Jugendlicher im Jahr 274 das Martyrium erlitt. 892 gelangte ein Teil der Reliquien nach Kremsmünster, wo er als Schutzpatron des Klosters, der studierenden Jugend und der 26 Pfarren verehrt wird.

Holzbüste im 13. Jahrhundert entdeckt

In der 1.400 Einwohner zählenden Gemeinde Sant‘ Agapito (Provinz Isernia) entdeckten im 13. Jahrhundert Landwirte bei der Bestellung ihrer Felder eine Holzbüste mit der Inschrift des hl. Agapitus und stellten ihr Dorf daraufhin unter seinen Schutz und benannten es nach ihm.

Mit beiden Städten entwickelte sich über dem gemeinsamen Schutzpatron eine Verbindung, was Bischof Domenico Sigalini auch beim Eintrag ins Gästebuch des Abtes zum Ausdruck bringt: „Mit dem Stift Kremsmünster verbindet uns eine langjährige Freundschaft über unseren gemeinsamen Schutzpatron, den hl. Agapitus. Wir – die Diözese Palestrina und die Gemeinde Sant‘ Agapito – sind sehr dankbar über diese Verbindung und Freundschaft und kommen gerne ins Stift Kremsmünster, wo wir immer sehr herzlich und mit der Gastfreundschaft der Benediktiner empfangen werden“.

Kurze Geschichte über die Entwicklung der Kontakte

Obwohl die Reliquien schon seit dem 9. Jh. im Stift Kremsmünster verehrt werden, hat sich der rege Kontakt zur Diözese Palestrina erst in den letzten 30 Jahren entwickelt. Dank der Bemühungen von Attilio Picozzi entwickelte sich die Freundschaft mit Palestrina. Er trat damals mit den in Rom studierenden Patres von Kremsmünster, P. Wolfgang und P. Christian, in Kontakt trat. Schon bald darauf kamen zahlreiche Reisegruppen aus Palestrina nach Kremsmünster und auch das Stift Kremsmünster unternahm vier große Wallfahrten nach Palestrina (1990, 1997, 2004 und 2015).

Den ersten offiziellen Besuch in Kremsmünster aus der Heimat des Märtyrers Agapitus stattete der damalige Bischof Renato Spallanzani (1910-2001) am 21. August 1985 ab. Dabei wurde der Wunsch geäußert, eine Reliquie des Heiligen zu erhalten und einmal mit einer Gruppe aus Italien zu uns zu kommen. Bereits im November 1985 übergibt P. Christian Haidinger, der jetzige Abtpräses, dann bei einem Besuch in Palestrina eine Reliquie. In der Folge kommt es mehrmals zu gegenseitigen Besuchen kleinerer Delegationen, unter anderem aus Anlass des Marktjubiläums von Kremsmünster oder auch aufgrund von Konzerten. Am 6. August 1992 wird der Platz vor dem Eichentor des Stiftes, über dem der Hl. Agapitus dargestellt ist, „Palestrina-Platz“ benannt. Die Kontakte bestehen weiter, auch dadurch, dass im Laufe der Jahre die Jugendseelsorger Don Rodolfo und Don Franco immer wieder mit Gruppen von Jugendlichen zu uns kommen. Auch bei der Weihe von Bischof Domenico Sigalini am 15. Mai 2005 ist der damalige Prior P. Benno als Vertreter des Klosters dabei.

Im September 2010 wurden die Reliquien für drei Tage nach Palestrina überstellt. Eine Delegation des Stiftes mit Abt Ambros und eine Gemeindeabordnung mit Bürgermeister Gerhard Obernberger brachten die Reliquien nach Palestrina, wo der Schrein in der Kathedrale für drei Tage geöffnet wurde und zahlreiche Gläubige zur Anbetung kamen. Höhepunkt waren die Begegnung und das Pontifikalamt mit Kardinal José Saraiva Martins, ehemaliger Präfekt der römischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen.

Als Zeichen der Dankbarkeit kam am 3. Juni 2011 Kardinal José Saraiva Martins mit zahlreichen Pilgern aus Palestrina und der Gemeinde Sant‘ Agapito nach Kremsmünster

Beim Besuch in Palestrina entstand auch der Kontakt mit der Gemeinde Sant‘ Agapito. Auf deren Bitte brachte Abt Ambros mit derselben Delegation im September 2011 die Agapitusreliquien für drei Tage nach Sant‘ Agapito. Beim darauffolgenden Besuch in Sant‘ Agapito im März 2014 übergab Abt Ambros der Gemeinde eine Agapitusreliquie.

"Herzliche Verbindung" entstanden

Aus dieser Geschichte entwickelte sich eine sehr herzliche Verbindung mit Palestrina und Sant‘ Agapito, sodass sich nun im Jahr der Landesgartenschau eine gute Möglichkeit bot den ehemaligen Konviktshof nach unserem gemeinsamen Schutzpatron zu benennen.

Das eigens dafür angefertigte Glaskunstwerk von Lydia Wassner-Hauser stellt den Heiligen Agapitus (griech. Liebling) als Lichtgestalt dar. Er hat das Martyrium des Feuers und des Wassers – die irdischen Qualen – überstanden. Der Löwe konnte ihm nichts anhaben, der Olivenzweig weist auf seinen Sieg hin. Agapitus steigt nun engelsgleich zur Fülle der Herrlichkeit Gottes auf. Er möge als Schutzpatron des Klosters für uns alle fürbittend bei Gott eintreten.

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