10.11.2016, 20:00 Uhr

Vielfalt in Natur und Kultur

(Foto: Dr. Mayrhofer)
Eine Umfrage anlässlich des Nationalfeiertages ergab, dass die Österreicher stolz auf die landschaftlichen Schönheiten und den Zustand der Natur sind. Besonders die Nationalparks mit ihrer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt repräsentieren die natürliche Vielfalt Österreichs und haben internationale Vorbildwirkung. So durfte sich der Direktor des Nationalparks Kalkalpen Dr. Erich Mayrhofer mit seinem Team Mitte September über den Besuch einer hochrangigen iranischen Delegation, bestehend aus Nationalpark-Direktoren, Vertretern des iranischen Umweltministeriums und Ranger freuen. Das einstige Persien erzeugt Bilder von bizarren Wüsten, Karawanen und Märchen aus 1001 Nacht im Kopf. Dass es dort aber auch schneebedeckte Berge mit 5600 Meter Höhe, sprudelnde Wasserfälle, urige Laubwälder und zahlreiche Schutzgebiete gibt, die Lebensräume für viele Tierarten wie Braunbären, Wölfe und persische Leoparden sind, präsentierten die Iraner bei einem Vortrag.

Andere Länder, andere Sitten

Nachdem die ehrenwerten Gäste in der Villa Sonnwend in Roßleithen ihr Quartier bezogen hatten, tauchten sie tags darauf gemeinsam mit Mitarbeitern des Nationalparks und einem Dolmetscher am Weg von Windischgarsten nach Molln in das üppige Grün der Waldwildnis ein. Die Wanderung führte durch verborgene Schluchten, bunte Mischwälder und über glasklare Gebirgsbäche. Vielfältig wie die Natur sind auch die verschiedenen Kulturen: Almen, eine Kapelle und Wegkreuze regten zu Diskussionen über kulturelle und religiöse Unterschiede an. So mischte sich zu den Geräuschen des Waldes der Gesang eines Muezzins aus dem Handy, der die eifrigen Wanderer zum Gebet aufrief.


„Bei unseren internationalen Besuchern ist es natürlich wichtig, deren kulturellen Hintergrund zu kennen und zu berücksichtigen“, erklärte Dr. Mayrhofer. Durch Erfahrungsaustausch weichen bloße Beurteilungen dem Verständnis, der eigene Blickwinkel wird dann sehr erweitert. „Die Wertschätzung, die wir dem Wald und der Natur entgegenbringen, beeindruckte die Gäste sehr“, so Mayrhofer. Während bei uns Wandern bereits ein Volkssport ist, gewinnt es im Iran erst allmählich an Bedeutung. Die frische Luft, die regen Diskussionen, die zahlreichen neuen Eindrücke, die mit Fotos und Selfies festgehalten wurden, ließen nicht Bären, aber die Mägen knurren – durch leckere Kasnockn, Salat und alkoholfreie Getränke wurden diese auf einer Alm zum Schweigen gebracht. Nach ausgiebiger Rast machten sich die Wanderer mit neuen Kräften auf die Spurensuche nach den „Fürsten in der Wildnis“ im Bodinggraben. „Die Besucher zeigten großes Interesse an unserer Geschichte und der Jagd mit der berühmten Winchester“, stellte der Nationalparkchef fest.

Der ereignisreiche Tag klang bei einem gemeinsamen Abendessen in der Villa Sonnwend aus. Am nächsten Tag stand für die Delegation der Hengstpaß am Programm, bevor es dann zum Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel weiterging.
„Wir haben gegenseitig viel über unsere Mentalitäten und Werte gelernt, die Gäste aus dem Iran zeigten sich von der naturbelassenen Landschaft und dem vielfältigen Besucherprogramm sehr beeindruckt,“ freut sich Dr. Mayrhofer über das internationale Interesse am Nationalpark Kalkalpen, „wir zählten auch schon Menschen aus Malaysien, Thailand, Amerika usw. zu unseren Besuchern.“.
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