11.04.2017, 11:42 Uhr

177 Tage lang den „Dreiklang der Gärten“ erleben

Bürgermeister Gerhard Obernberger, Abt Ambros Ebhart (Stift Kremsmünster), Karin Imlinger-Bauer (GF Landesgartenschau Kremsmünster), Landeshauptmann Thomas Stelzer, Landesrat Max Hiegelsberger (v.li.)

Von 21. April bis 15. Oktober präsentiert sich Kremsmünster als Austragungsort der OÖ Landesgartenschau 2017 seinen Gästen unter dem Motto „Dreiklang der Gärten“.

Die drei Schauplätze Stift, Markt und Schloss verwandeln sich in eine harmonische Gartenkomposition mit vielseitigen gärtnerischen und touristischen Attraktionen. 177 Tage lang garantiert Kremsmünster Gartenschau-Flair auf über 20 ha. Zu den Highlights zählen die Schwimmenden Gärten, der blühende Orchestergraben, die Musikgärten und Klangräume sowie das bunte, vielseitige Veranstaltungsprogramm mit Kunst, Kultur und Spiel.


Landesgartenschau als Impulsgeber

Nach Bad Schallerbach 2009, Ansfelden/Ritzlhof 2011 und Bad Ischl 2015 findet die heurige OÖ Landesgartenschau erstmals in einem Stiftsort statt. Die jahrhundertealte Gartentradition wird neu belebt, historische Gartenanlagen werden neu inszeniert. Auch Landeshauptmann Thomas Stelzer ist überzeugt, „dass Kremsmünster idealer Austragungsort ist“. Für ihn ist „das Großereignis ein wichtiger Impulsgeber für die Kultur, Wirtschaft und für den Tourismus, ein Motor für die nachhaltige Regionalentwicklung“, so Stelzer, der die Wirkung weit über die Veranstaltung hinaus sieht. „Gartenschauen erfreuen sich seit über zehn
Jahren stetig wachsender Beliebtheit. Mit ein Grund dafür sind gute Konzepte, die bleibende Werte für den Ort und die Bevölkerung garantieren“, resümiert Stelzer.

„Unsere Gartenschau ist viel mehr als eine reine Blumenschau oder Gartenausstellung. Ihr Wert bleibt für uns alle dauerhaft erhalten“, ist Bgm. Gerhard Oberndorfer überzeugt. „Das an der Kremsschanze entstandene Naherholungsgebiet samt neuem Spazierweg wird schon jetzt von der Bevölkerung gut angenommen“, so Obernberger, der stolz auf die neuen Erholungsräume ist. Er sieht den neuen Marktplatz und die grüne Frischekur für Stift und Schloss Kremsegg als großen Imagegewinn für Kremsmünster. „Durch die Gartenschau wird die Bedeutung der Tourismusregion Kremsmünster Bad Hall massiv verstärkt. Von diesem Impuls wird die gesamte Region profitieren, da vielfältige Kooperationen aufgebaut worden sind, Ziel ist möglichst viel Wertschöpfung in der Region zu erhalten“, erklärt Obernberger. So sollen u.a. mit einem Nächtigungspaket zusätzliche Gäste für einen längeren Aufenthalt gewonnen werden: Wer in der Tourismusregion übernachtet, erhält den Eintritt in die Gartenschau gratis dazu.

Über 3000 verkaufte Dauerkarten

Die Vorfreude auf das Großereignis ist weithin spürbar: Bester Beweis dafür, dass sich ganz Kremsmünster auf das bunte Gartenfest freut, sind die vielen verkauften Dauerkarten. „Wir sind stolz, dass wir bereits über 3.000 Dauerkarten verkauft haben. Ich freue mich, dass sich so viele Personen in und rund um Kremsmünster mit dem Festival identifizieren“, zeigt sich Landesgartenschau Geschäftsführerin Mag. Karin Imlinger-Bauer zufrieden. Und sie weiß, „dass ein Projekt dieser Größenordnung nur mit viel Unterstützung gelingen kann“. Ihr Dank gilt allen Beteiligten, die mit viel Fachkompetenz an der Planung, Organisation und Realisierung mitgearbeitet haben und nach wie vor mitarbeiten. „Besonders erwähnenswert ist die gute Zusammenarbeit mit den vielen leistungsstarken Betrieben in und rund um Kremsmünster“, so Imlinger-Bauer. „Dadurch sind wir gut im Zeitplan und können die Kosten wie geplant auch einhalten.“ Das Gesamtbudget beträgt 9,8 Mio. Euro, 250.000 Besucher werden auf dem über 20 Hektar großen Gelände erwartet.

Treffpunkt Mönch im Stift Kremsmünster

Mit seiner Gartengeschichte nimmt das Stift Kremsmünster einen besonders wertvollen Platz im Konzept der OÖ Landesgartenschau 2017 ein. Der trockene Wassergraben wird zum Blumenmeer, der Konventgarten zur neuen, bunten Erholungsoase und das restaurierte Feigenhaus macht Platz für 11 zauberhafte Blumenschauen. „Das Stift freut sich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher und öffnet gerne seine Tore“, so Abt Ambros Ebhart. Er lädt ein, bei einem Besuch das Zusammenspiel von Natur und Kultur im Garten zu erleben. Zudem gibt es eine Fülle von Möglichkeiten, der benediktinischen Weisheit und der klösterlichen Lebensform zu begegnen. Vier Themen Schwerpunkte laden zum Kennenlernen, Begegnen, Feiern und Entschleunigen ein. Im Klosterladen steht eine interaktive Station, die 20 Fragen an Mönche beantwortet. Bei einem Film im „Treffpunkt Mönch“ sind 1240 Jahre Klosterleben in 6 Min verpackt und bei einem Gespräch mit einem Mönch im Konventgarten erfährt man, wie ihr Leben aussieht. Ob beim Mittagsgebet in der Stiftskirche oder beim Abendgebet in der Marienkapelle, auf der OÖ Landesgartenschau gibt es viele Möglichkeiten, der Spiritualität der Benediktiner zu begegnen und mitzufeiern.

Klangräume im Schloss Kremsegg

Reinhören, genießen, ausklingen: In der Parkanlage des Schlosses Kremsegg geben rund um das barocke Schmuckstück Musik und Klang den Ton an. Der neue Park ist in Form einer Harfe mit begehbaren Saiten gestaltet. Die Landschaftsarchitektin DI Carla Lo, die den EU weit ausgeschriebenen Wettbewerb für sich entscheiden konnte, setzt auch hier wieder auf bestehende Ein- und Ausblicke. Sie will „Musik in allen Facetten erlebbar machen“. Einzigartige Klangräume, exquisite Musikgärten und ein blühender Orchestergraben machen die Parkanlage zum Konzertsaal im Grünen. Mittendrin finden auf der Open Air Bühne zahlreiche Musikveranstaltungen statt. Im Gartenschau Ticketpreis inkludiert ist der Eintritt in das Musikinstrumenten-Museum. Generell hat das Gartenschau Ticket zwei Abrisse: Stift und Schloss können getrennt voneinander an unterschiedlichen Tagen besucht werden.

Über 1000 Veranstaltungen an 177 Tagen

Mit dem umfassenden und spannenden Veranstaltungsprogramm verspricht die OÖ Landesgartenschau 2017 das Sommer-Highlight zu werden: Mehr als 1000 Veranstaltungen warten auf Jung und Alt aus Nah und Fern. Das 177 Tage dauernde Gartenfestival ist in drei Abschnitte unterteilt: Auftakt, Zwischenspiel und Schlussakkord zeigen so wie die Natur je nach Jahreszeit unterschiedliche Highlights. Das 44seitige Veranstaltungsprogramm zeigt die ganze Fülle und die große Angebotsvielfalt. So spielen über 50 Blasmusikvereine aus ganz Oberösterreich immer sonntags beim Frühschoppen oder nachmittags bei den Sonntagsklängen. Neben dem Schwerpunkt Musik ist die heurige OÖ Landesgartenschau 2017 auch wieder ein attraktiver Veranstaltungsort für Kinder. Die neuen Spielplätze, darunter eine Riesen-Rutsche, ein Wald- und Flussspielplatz werden ergänzt von einem bunten Bühnenprogramm mit Kasperl, Puppenspieler und Märchenerzähler.

Gärtnerische Highlights und Blumenschauen

Die OÖ Landesgartenschau bietet einen bunten Strauß an Erlebnisgärten: 10 Schaugärten, 10 Themengärten und 10 Küchengärten laden zum Schauen, Staunen und Genießen ein. Ebenso die 11 verschiedenen floristischen Ausstellungen. Diese finden im restaurierten Feigenhaus statt und werden aufgrund der außergewöhnlichen Kulisse wohl Besuchermagnet Nr. 1 sein. Noch vor kurzem diente das historische Feigenhaus als Wohnhaus. Es ist das älteste in Europa erhaltene Gewächshaus, ein ein Gartendenkmal von europaweiter Bedeutung. Erbaut im 17. Jahrhundert erwacht es mit der Gartenschau zu neuem Leben: Mit der ersten Ausstellung „Exotisches Kabinett – Ich hol´ mir die Welt ins Haus“ beendet die Gartenschau Planerin DI Carla Lo den Dornröschenschlaf des Hauses und füllt das neue Haus mit üppigem Grün und traumhafter Exotik.

So köstlich schmeckt die Gartenschau-Region

In den Gärten der Stiftsgärtnerei wachsen während der OÖ Landesgartenschau auf einer Anbaufläche von 6000 m² über 250 Gemüsesorten. „Das Gemüse liegt in Oberösterreichs Gärten voll im Trend. Diesem auch auf der Landesgartenschau Raum zu geben ist ein zusätzlicher Mehrwert für unsere Bürgerinnen und Bürger“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger. Die bekannte Gemüsepionierin Gabriele Wild-Obermayr hat all ihr Wissen in Pflanzpläne verpackt. Zu entdecken gibt es seltene Sorten wie Erdbeerspinat und Ochsenherzkarotten. Wie diese aussehen und erntefrisch schmecken, erfährt man direkt und bei Verkostungen vor Ort. Auch in der angrenzenden Gartenschau-Küche dreht sich alles um Vitamine und Genuss. Hier kommt frisches Gemüse der Stiftsgärtnerei ebenso in den Topf wie Essbare Blüten auf den Teller. Mit Regionalität, Saisonalität und Frische wird das Genussland Oberösterreich auf der Gartenschau lebendig. Dass die Gartenschau das Bewusstsein für die Vielfalt regionaler Produkte schärft, ist auch Landesrat Max Hiegelsberger ein besonderes Anliegen. „Die OÖ Landesgartenschau ist der ideale Schauplatz für die Präsentation der kulinarischen Schatzkiste Oberösterreich. Sie ermöglicht Genuss für alle Sinne“. Wie köstlich Regionalität schmecken kann, ist nicht nur rund um die Stiftsgärtnerei ein Thema sondern auch in den drei Gartenschau Gastronomie Standorten. Das SPES Hotel in Schlierbach übernimmt die gastronomische Leitung, hat das AMA-Gastrosiegel und ist Umweltzeichenträger sowie Bio-Austria-Partnerbetrieb. Mag. Johannes Brandl bezieht den Großteil der Lebensmittel aus einem Umkreis von nur 30 km. Regionale Köstlichkeiten gibt es im Restaurant im Schloss, im Café im Gartenpavillon und im Heurigen am Feigenhaus.

Fakten und Zahlen

Motto: Dreiklang der Gärten
Zeitraum: 21. April bis 15. Oktober 2017
Größe Gartenschaugelände: ca. 20 ha
Blumenbeete: 3.300 m² Wechselflor und 2.600 m² Staudenbeete
Blütenpracht: 100.000 Blumenzwiebel, 70.000 Frühjahrsblüher
8.500 Stauden und Gräser, 45.000 Sommerblumen
Planung Wechselflor/Stauden: Christian Meyer und Petra Pelz
Hallenschauen: 11
Erwartete Besucher: 250.000
Veranstaltungen: Über 1000
Eintritt: 14,50 Euro Erwachsene, 3 Euro Kinder, 13,50 Euro Senioren
Dauerkarte: 75 Euro
Budget: 9,89 Mio. Euro
Vorbereitungszeit: 3 Jahre
Baubeginn: Dezember 2015
Bauzeit: 16 Monate
EU-weiter Landschaftsarchitektur Wettbewerb, Gewinner:
- DI Carla Lo Landschaftsarchitektur
- DI Marlis Rief Landschaftsarchitektur
- Traffix Verkehrsplanung GmbH
Planung Kremsbrücke: Kleboth Lindinger Dollnig ZT GmbH
Planung Gärten: Musikgärten:
- Auftakt, SHK Landschaftsarchitekten, Gießen
- Zwischentöne, bauchplan, Wien/München
- Zukunftsmusik, Carla Lo Landschaftsarchitektur, Wien

Dreierlei in der Dendlleiten:
- 2D-3D-4D GarDDDDen, Carla Lo Landschaftsarchitektur, Wien
- Lebensweg Garten, Halbartschlager
- urbane Gartenvariationen, Maschinenring
- Märchenhafte Gärten, personal Gardener

Schaugärten:
- Garten der Essbaren Gemeinde Kremsmünster
- schön&bunt, Schön für behinderte Menschen Micheldorf
- Siedlergarten, Siedlerverein Kirchdorf
- Dahliengarten, Peter Haslhofer, Micheldorf
- Winterharte Exoten, Obst- und Gartenbauverein
- Beerengarten, Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschule Schlierbach
- Pilzgarten, Florians Pilzmanufaktur, Molln

Carla Lo Landschaftsarchitektur:
- Hortus Benedicti
- Wettergarten
- Wachsende Kirche
- Kostbare Gärten, mit DI Marlies Rief

Fotos: Land OÖ/Liedl
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