Dermatologe Gerald Untersteiner klärt auf
„Allergische“ Reaktion auf Sonne
- Um einer Sonnenallergie vorzubeugen, sollte man sich der Sonne anfangs nur in Maßen aussetzen. Der Sonnenbrand kann dagegen auch bei einer kurzfristigen Bräunung vorkommen.
- Foto: stock.adobe.com/Pixel-Shot
- hochgeladen von Michael Kurz
Mit dem Sommer häufen sich wieder die Fälle von Schädigungen der Haut in Folge von erhöhter Sonneneinstrahlung. Zu diesen gehört vor allem die Sonnenallergie.
KÄRNTEN, KLAGENFURT. Sommer, Sonne, Badespaß – jeder freut sich darauf, aber wenn dann plötzlich die Haut juckt und sich kleine Bläschen bilden, ist der Spaß vorbei. Was sich wie ein Sonnenbrand anfühlt, ist aber oft eine sogenannte Sonnenallergie. Dabei handelt es sich nicht um eine Allergie im eigentlichen Sinn, sondern um eine Reaktion der Haut auf ultraviolette Strahlen (UV).
Von Rötungen bis Juckreiz
"Die Sonnenallergie gehört zur Gruppe der Lichtdermatosen. Bei diesen gibt es mehrere Unterkategorien wie z.B. photoallergische bzw. -toxische Reaktionen, Lichtnesselsucht oder die chronisch actinische Dermatitis", berichtet Dermatologe Gerald Untersteiner. So spricht man von einer Sonnenallergie, wenn die Haut negativ auf Sonnenlicht reagiert und Rötungen, Juckreiz oder einen Ausschlag verursacht. Im Gegensatz zu einem Sonnenbrand, der nach zu viel Sonneneinstrahlung entstehen kann, kann eine Sonnenallergie schon nach kurzer Zeit im Freien auftreten. Einige Hauttypen zeigen eine sofortige Reaktion, während sich bei anderen erst nach längerer Zeit Hautveränderungen zeigen.
- Dermatologe Gerald Untersteiner
- Foto: privat
- hochgeladen von Michael Kurz
Zu lange in der Sonne
Viele Sonnenallergien treten bereits im Frühling auf, wenn man zum ersten Mal wieder der Sonne ausgesetzt ist. "Die Leute legen sich stundenlang auf den Liegestuhl und dann folgt die Reaktion fast von selbst. Begleitend dazu, wenn man sich nicht eincremt, folgt der Sonnenbrand – den fast jeder bekommt. Das Verwenden von Sonnenschutz hilft aber nicht gegen die Sonnenallergie, denn diese wird durch ein langwelliges UV-A-Spektrum ausgelöst, das viel tiefer in die Haut hineingeht", erklärt der Mediziner. "Man muss grundsätzlich sagen, je langwelliger das Licht ist, desto mehr geht es in Richtung Allergie, und je kurzwelliger, das ist typischerweise der Sonnenbrand. Dieser ist sozusagen die erste Stufe der Verbrennung. Dabei entstehen zudem DNA-Schäden, mit deren Häufigkeit sich auch das Risiko für Hautkrebs erhöht", informiert der Dermatologe.
- Photoallergische Reaktion ausgelöst durch Sonneneinstrahlung
- Foto: stock.adobe.com/Марина Демешко
- hochgeladen von Michael Kurz
Ursachen für Reaktion
Photoallergische Reaktionen durch UV-A-Einstrahlung sind typischerweise auf einer immunologischen Ebene angesiedelt. Das heißt, dass das Immunsystem hier sehr stark beteiligt ist, wenn etwa bestimmte Mittel im Spiel sind. Dazu zählen etwa Medikamente wie Antibiotika, Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Entwässerungstabletten, Antidepressiva und Neuroepileptika, aber auch Parfüm. "Wenn man diese Mittel einnimmt oder aufträgt, durchläuft man zuerst eine Sensibilisierungsphase und bemerkt oft erst Stunden, Tage oder Wochen später, dass man die Allergie entwickelt hat", so Untersteiner. Um einer Sonnenallergie vorzubeugen, kann man vor allem langsam in die Sonne gehen, sprich, sich dieser anfangs nur in Maßen aussetzen. "Jeden Tag eine kleine Dosis an Sonnenlicht aufzunehmen und sich nicht über Stunden in der prallen Sonne zu exponieren ist hier schon empfehlenswert", betont der Klagenfurter Hautfacharzt.
- Vorsicht in der Sommersonne, denn zuviel Sonneneinstrahlung kann die Haut schädigen.
- Foto: stock.adobe.com/drubig-photo
- hochgeladen von Michael Kurz
Drei verschiedene Arten von Sonnenallergien
Polymorphe Lichtdermatose: Auch bekannt als "Sonnenvergiftung", ist die häufigste Form. Symptome: meist kleine Pusteln oder rote Stellen mit Bläschen, die nach einigen Stunden in der Sonne auftreten.
Photoallergische Reaktion: Hier reagiert ein chemischer Stoff, wie z.B. Sonnencremes oder Parfüms, der auf die Haut aufgetragen wurde, mit dem Sonnenlicht und reizt die Haut.
Solare Urtikaria: Die sogenannte "Sonnenallergie-Nesselsucht" kann bereits nach wenigen Minuten in der Sonne auftreten und reicht von leichten bis zu starken Symptomen.
Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.