In Poggersdorf
Investoren planen zweites Harrer-Museum und Hotelprojekt
- Das Heinrich Harrer Museum soll laut dem Poggersdorfer Bürgermeister nicht so stark frequentiert sein. Das in Planung befindliche zweite Harrer Museum soll sich nach Ansicht von Arnold Marbek positiv auf das Museum in Hüttenberg auswirken.
- Foto: Gde. Hüttenberg
- hochgeladen von Katja Pagitz
Poggersdorf ist durch ein Großprojekt gespalten: Die Gemeinde steht hinter einem Investorenprojekt mitsamt Hotel und Café. Kurios: Laut dem Bürgermeister soll ein zweites Heinrich-Harrer-Museum entstehen.
POGGERSDORF. Im beschaulichen Poggersdorf gehen die Wogen hoch. In einer Presseaussendung widmet sich der Verein "Initiative Lebenswertes Poggersdorf" an die Öffentlichkeit: Der Verein befürchtet massive Bodenversiegelung durch ein Großprojekt. "Stoppt die fortschreitende Bodenversiegelung von wertvollem Grün- und Ackerland durch Investoren", wird von dem Verein lautstark gefordert.
Bürgermeister bestätigt Vorhaben
Im Internet lässt sich kaum etwas dazu finden. Auf der Webseite des Architekturhauses befindet sich ein Eintrag über eine Ausstellung mit dem Titel "POGGER'S PARK". Die Initiative Lebenswertes Poggersdorf will wissen, dass hinter "POGGER'S PARK" mehr steckt. In der Aussendung ist die Rede davon, dass ein Investor "ein großes Kulturhotel und eine Veranstaltungsstätte (für 600 Personen), vier Kunst- und Galeriegebäude (zu je 600 qm), ein Heinrich-Harrer-Museum", sowie "großflächige Parkplätze und Stellflächen" plane. Was hat es mit dem mutmaßlichen Großprojekt auf sich? Auf telefonische Nachfrage bestätigt Bürgermeister Arnold Marbek (SPÖ) die Planung des Vorhabens.
Zwei Investoren
"POGGER'S PARK ist ein Kulturprojekt, das über die Grenzen von Kärnten strahlen soll", sagt Marbek. Es sei vergleichbar mit dem Pyramidenkogel, "nur halt im Bereich der Kultur". Laut dem Bürgermeister stehen zwei Privatinvestoren – Walter Hösel und Herbert Mörtel – hinter dem Projekt. Poggersdorf verfügt über keinen Kultursaal. Das sei einer der ausschlaggebenden Gründe, warum sich die Gemeinde an dem Vorhaben beteilige. "Wir bringen uns mit dem Kultursaal mit rund 400 Plätzen ein", sagt Marbek. Er zieht die Referenz zur Nachbargemeinde Grafenstein: Diese verfügt über den Hambrusch Saal, der auch über eine Gastronomie verfügt.
Hotel mit Café
Marbek spricht auch das Hotel mitsamt eines Cafés an. "Das Hotel ist nötig, weil wir im Gewerbepark viele Unternehmen haben", sagt Marbek. Allein ein Unternehmen soll ein Potenzial von 300 Nächtigungen im Jahr haben. "Auf der A2 gibt es täglich 2.000 bis 3.000 Handelsreisende", so Marbek. Auch hier ortet er Potenzial für Nächtigungen für das Hotelprojekt.
Zweites Heinrich-Harrer-Museum
Mit POGGER'S PARK beabsichtigt die Marktgemeinde sich auf die Kunst zu spezialisieren. "Walter Hösel hat Verbindungen zur Biennale in Venedig", sagt Marbek. Spannender Aspekt: Ein zweites Heinrich Harrer Museum soll in Poggersdorf entstehen. "Das Museum in Hüttenberg ist nicht gut frequentiert. Durch unser Projekt könnte Hüttenberg profitieren, weil Heinrich Harrer noch so viele Ausstellungsstücke in Düsseldorf, Bayern und Zürich hat – mehr als 3.000 Stücke, die nie zur Ausstellung gelangt sind" sagt der Bürgermeister. Durch das zweite Heinrich-Harrer Museum könne zudem eine neue Schlechtwetteralternative für Gäste und Einheimische entstehen.
Wie weit ist das Großprojekt?
Laut Marbek befindet sich das Projekt in der Vorbereitungsphase. Derzeit müssen die Projektwerber verschiedenste Gutachten, etwa zum Wasserrecht, zur Geologie und zu Verkehrskonzepten, einreichen. Erst danach kann die Gemeinde weitere Schritte setzen. Die Grundstücke verfügen bislang nicht über eine dementsprechende Widmung. "Teilweise Wald, teilweise Grünfläche für landwirtschaftliche Fläche", so Marbek. Laut ihm gebe es in der Gemeinde einen einstimmigen Beschluss, dass man sich dem Projekt nähere. Vor der Umwidmung sei die Vorprüfung zu erfüllen. "Wenn alle Gutachten da sind, wird das Verfahren eingeleitet", sagt Marbek. "POGGER'S PARK" soll östlich des Hauptplatzes bei der Kirche entstehen. Die Gründe, auf denen das Großprojekt gebaut werden soll, befinden sich nach Angaben Marbeks im Besitz eines der beiden Initiatoren.
Handelt sich um eine Holzbauweise
Einer der schärfsten Kritikpunkte der Initiative, deren Sprecher der Poggersdorfer Hubert Gomernik ist, betrifft die befürchtete Bodenversiegelung. "Das Projekt wird in Holzbauweise errichtet. Das Holzprojekt wird in die Landschaft eingefügt. Die Verbauung betrifft 18 Prozent der Gesamtfläche der 40.000 Quadratmeter – Hotel, der Kultursaal, die Kulturwürfel und der Parkplatz", sagt Marbek.
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