Rat auf Draht
Wenn Jugendliche im Corona-Sommer allein verreisen

Viele Jugendliche wollen ihre Ferien lieber ohne Eltern verbringen.
  • Viele Jugendliche wollen ihre Ferien lieber ohne Eltern verbringen.
  • Foto: freepik/tirachardz
  • hochgeladen von Julia Dellafior

Viele Jugendliche möchten nach dem Lockdown nicht mit ihren Familien Urlaub machen, sondern lieber alleine losziehen. Rat auf Draht weiß, was es dabei zu beachten gibt.

KÄRNTEN. „Mit dem Eintritt in die Pubertät verliert der gemeinsame Familienurlaub oft an Attraktivität“, sagt Elke Prochazka von Rat auf Draht. „Auch wenn heuer die Festivals ausfallen und Reisen ins Ausland nur eingeschränkt möglich sind, wollen viele Jugendliche alleine los. Für Eltern bedeutet das eine Gratwanderung zwischen Freiraum geben und Grenzen setzen.“


Rechtliche Situation


In Österreich gibt es keine gesetzliche Regelung, ab wann man als Elternteil seinen Nachwuchs alleine verreisen lassen muss/soll. Die Entscheidung - und damit auch die Verantwortung - liegt bis zum 18. Geburtstag bei den Eltern. Sie kennen Ihr Kind am besten und wissen daher, wie viel Eigenverantwortung Sie dem Nachwuchs übertragen können. Es geht dabei nicht allein um das Alter, sondern vielmehr um die persönliche Reife des Kindes.

 Das Jugendschutzgesetz gibt einen rechtlichen Rahmen dafür vor, was Ihrem Kind im Urlaub erlaubt ist. Sie dürfen nichts über diesen gesetzlichen Rahmen hinaus erlauben, allerdings strengere Regeln festsetzen. Achtung: Es gelten immer die Jugendschutzgesetze am jeweiligen Urlaubsort! In Zeiten von Corona ist es außerdem wichtig, die Richtlinien am Urlaubsort im Auge zu behalten.


Was sollte unbedingt beachtet werden?
  • Schätzen Sie ein, inwiefern Sie sich im Alltag auf Ihr Kind verlassen können und wer die Reisepartner/innen sind.


  • Besprechen Sie mit Ihrem Kind, welche Reiseaktivitäten in Zeiten von Corona möglich sind und wie man sich verantwortungsbewusst verhält. Recherchieren Sie gemeinsam, welche Corona-Maßnahmen es am Urlaubsort bzw. am Weg dorthin gibt und besprechen Sie, wer während des Urlaubs die Corona-Lage im Auge behält. Versuchen Sie, sich auf bestimmte Regeln zu einigen, mit denen Sie sich beide sicher fühlen. 


  • Erkundigen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind über die Jugendschutzbestimmungen am Urlaubsort, vor allem zu auswärtigem Übernachten (in Hotels, Jugendherbergen und auf Campingplätzen), das Weggehen am Abend, den Besuch von Lokalen und Veranstaltungen, sowie den Konsum von Alkohol. Wenn Ihr Kind ins Ausland reist, gelten die dortigen Jugendschutzgesetze. Was wo erlaubt ist, können Sie hier nachlesen: Jugendschutz in der EU 

  • Geben Sie Ihrem Kind eine Reisevollmacht mit, in der erklärt wird, dass Sie als Erziehungsberechtigter mit dieser Reise einverstanden sind. Diese Vollmacht sollte auch Ihre Telefonnummer für eventuelle Nachfragen enthalten.

  • Damit Ihr Kind zusätzlich abgesichert ist, sollten Sie ihm eine Kopie Ihres Ausweises (Reisepass, Personalausweis, etc.) mit Ihrer Unterschrift mitgeben.


  • Für den Krankheitsfall sollte Ihr Nachwuchs immer die E-Card dabei haben. Auch medizinische Daten wie etwa diverse Allergien, die Blutgruppe, oder der Hinweis, dass Ihr Kind Diabetiker/in ist oder zu Epilepsie neigt, sollten sicherheitshalber auf einem Zettel vermerkt werden.


  • Buchen und bezahlen Sie vor der Reise die Unterkunft, da Personen unter 18 Jahren noch nicht voll geschäftsfähig sind. Lesen Sie sich Erfahrungsberichte über das Hotel, die Jugendherberge oder das Zeltlager durch.


  • Treffen Sie klare Vereinbarungen bezüglich des Kontakthaltens, an die sich sowohl Eltern als auch Jugendliche halten. Ob ein tägliches SMS, eine WhatsApp-Nachricht, ein wöchentlicher Anruf oder bestimmte Skype-Zeiten, handeln Sie am besten gemeinsam aus. Speichern Sie am Handy Ihres Kindes unter ICE (In Case of Emergency) Ihre Handynummer ein – immer mit der österreichischen Ländervorwahl 0043. Auch die europäische Notfallnummer 112 ist sinnvoll einzuspeichern.


  • Besprechen Sie mit Ihrem Kind etwaige Not- und Zwischenfälle im Voraus. So ungern man daran denken möchte, diverse Probleme können auf Reisen auftauchen: Der Pass, das Geld oder das Handy könnte gestohlen werden, der Zug könnte Verspätung haben oder gestrichen werden, oder die Reisebestimmungen zu Corona könnten sich wieder ändern. Um für den Fall, dass tatsächlich etwas passiert, vorbereitet zu sein, empfiehlt es sich daher, diverse Situationen durchzusprechen.

Rat auf Draht ist auch in den Sommermonaten unter der Nummer 147 rund um die Uhr aus ganz Österreich oder via Online- und Chat-Beratung erreichbar. Der Anruf ist kostenlos und anonym.

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