Interview
Arno Arthofer: "Wir lassen niemanden alleine!"

Landessportdirektor Arno Arthofer

Das Corona-Virus legt weltweit die Sportwelt lahm, so auch in Kärnten. Landessportdirektor und Leiter des Olympiazentrum Kärnten, Arno Arthofer, im WOCHE-Interview über die Auswirkungen auf die Kärntner Sportvereine, das Training der Kärntner Spitzensportler und Olympia 2020 in Tokio.

WOCHE: Sie hatten in den letzten Tagen viel Kontakt mit Sportlern, Vereinen und Verbänden: Wie ist die Stimmung in Kärntens Sportlandschaft?
ARNO ARTHOFER: Ein großes Kompliment für die große Vernunft, Bereitschaft und Einsicht, die die Vereine und Funktionäre gezeigt haben, indem sie den Vorgaben der Bundesregierung so rasch Folge geleistet haben. Die Kärntner Sportvereine haben vorbildliche Arbeit geleistet. Danke!

Kann man die Tragweite der Auswirkungen schon voraussehen?
Wir sind monetär noch komplett im Ungewissen, weil noch nicht sicher ist, wie lange die Situation so anhält. Es gibt natürlich viele Anfragen von Vereinen hinsichtlich finanzieller Verluste, vor allem dort, wo es bereits Ausgaben gegeben hat. 

Was können Sie den Vereinen sagen, die sich Sorgen um ihre finanzielle Lage machen?
Alle Anfragen, die wir bekommen, werden gesammelt. Sobald wir einen greifbaren Überblick über die Ausmaße haben, werden wir die einzelnen Fälle clustern und Prioritäten setzen. Wir lassen niemanden alleine. Es wird Unterstützungen vom Land Kärnten geben.

Wie beeinflusst die aktuelle Lage jene Veranstaltungen, die erst im Sommer stattfinden würden - zum Beispiel den Ironman?
Die Veranstalter müssen hier bei den Planungen genau einschätzen, was in welchem zeitlichen Rahmen möglich ist. Jeder sollte sich Deadlines setzen und jetzt schon zeitnah mit den Lieferanten Kontakt aufnehmen. Großveranstaltungen wie der Ironman oder Kärnten läuft sind derzeit zeitlich noch zu weit weg, um Entscheidungen zu treffen. Es hat aber schon jeder einen Plan B im Auge.

Wie bereitet man sich im Olympiazentrum auf die ungewisse Zukunft vor?
Alle Sportler wurden informiert, dass der Sportpark geschlossen und der Trainingsbetrieb gestoppt ist. Wir sind in regelmäßigem Austausch mit unseren Athleten. Für manche ist die Lage sehr schwierig, da Qualifikations-Events für anstehende Großereignisse abgesagt wurden. Das ist natürlich sehr traurig für die individuellen Pläne der Sportler. Unterm Strich geht aber die Gesundheit aller vor.

Vier Kärntner Sportler haben sich bereits für die Olympischen Spiele in Tokio qualifiziert. Dabei wird es aufgrund der Absagen von mehreren Qualifikations-Events wohl auch bleiben ...
Das ist leider traurig, aber sehr realistisch. Aber: Bei aller Wertschätzung und Liebe zum Sport steht hier das Verhalten gegenüber unseren Mitmenschen derzeit im Vordergrund. Auch, wenn das für manche Sportler bedeutet, auf persönliche Pläne und Träume zu verzichten.

Wie halten sich Kärntens Spitzensportler derzeit fit?
Die Athleten haben individuelle Trainingspläne, halten sich mit Waldläufen oder im eigenen Garten fit. Wichtig ist auch hier, dass wir eine mögliche Übertragung der Krankheit verhindern wollen. Deshalb sind alle Tore im Olympiazentrum seit letztem Freitag zu. Auch ich arbeite im Home-Office und bin ständig mit den Mitarbeitern in Kontakt.

Japan will an der Austragung der Olympischen Spiele ab 24. Juli in Tokio festhalten – ist das der richtige Weg?
Die Veranstalter werden sicher auch mit Experten Rücksprache halten und am Ende die richtige Entscheidung treffen. Aus heutiger Sicht bin ich aber völlig dafür, wenn irgendwie möglich, dass man alles versucht, die Events nach hinten zu verschieben – notfalls auch ins nächste Jahr. Das gilt ja auch für die Fußball-EM, deren Verschiebung im Raum steht. Dann wird das auch bei den Olympischen Spielen möglich sein.

Interview: Stefan Plieschnig
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Vereine und Funktionäre können sich bei Fragen direkt an Arno Arthofer wenden: arno.arthofer@ktn.gv.at
 

Überblick: Massive Auswirkungen auf die Kärntner Sportwelt
Autor:

Stefan Plieschnig aus St. Veit

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