04.11.2016, 11:15 Uhr

Mormonenglaube: Was geschieht mit uns nach dem Tod?

Der Blick über das Wasser als Blick in die Welt jenseits des Schleiers...
Klagenfurt am Wörthersee: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage | Zu Allerheiligen stand ich wieder im kleinen Dorf auf dem Friedhof, um mich die ehemaligen Nachbarn, die, wie ich selbst, jedes Jahr ein wenig großväter- oder -mütterlicher wirken und zusammen mit mir bald unter der Erde liegen werden wie jene, die wir durch unsere Kerzen, Blumen und Gestecke ehren. Spätestens im November jedes Jahres denken wir an den Tod, je näher wir ihm kommen, desto ernsthafter.
Mein Glaube ist von dem der Katholiken, Protestanten, Zeugen Jehovas, Muslimen, Orthodoxen... nicht weit entfernt, ja, Mormonen sind Christen ;). Wir schlagen ebenfalls in der Bibel nach, haben jedoch noch weitere heilige Schriften und die Lehren neuzeitlicher Apostel und Propheten. Besonders im Buch Mormon (daher unser Spitzname) wird der Zustand der Seele nach dem Tod recht ausführlich beschrieben.
Grundsätzlich wird hier ein KÖRPERLICHER und ein GEISTIGER TOD unterschieden. Wenn der Mensch stirbt, stirbt bloß seine "Hülle", sein Körper, der unsterbliche Geist (die "Seele") tritt aus dem toten Körper aus und geht in eine geistige Sphäre ein. Der individuelle Geist erkennt, dass es neben ihm eine große Zahl anderer Menschengeister gibt, die sich in dieser Sphäre bewegen, freundliche und unfreundliche. Denn jeder Mensch bleibt in seinem Charakter und seinem Wesen so, wie er als Sterblicher war. Das Aha-Erlebnis besteht darin, dass man sieht: das Leben geht weiter! Die große Erleuchtung findet nicht unbedingt statt, es sei denn, der Betreffende wünscht sich mehr Licht und Erkenntnis und strebt auch einigermaßen ernsthaft danach... es sei denn (optimaler Fall), dieser Mensch hat bereits eine Beziehung zu Gott und seinem Sohn Jesus Christus, der der Erlöser und Heiland aller Menschen ist. Diese gläubige, liebevolle Beziehung zum Heiland stellt nach dem Tod eine große Hilfe dar, wenn man sich als Geist/Seele in höhere, hellere und paradiesische Gefilde emporschwingen möchte. Gezwungen wird niemand dazu, sich von Jesus Christus erlösen zu lassen - weder hier auf der Erde, noch in der Geisterwelt. Die Entscheidungsfreiheit wird in dieser und in der jenseitigen Welt respektiert!
Es gibt aber eine Macht, die den Menschen nach dem körperlichen Tod sehr wohl zu etwas zwingen kann: der Widersacher oder Teufel und seine Geister können auf die Seele eines Verstorbenen ein gewisses Anrecht (erworben) haben, wenn er/sie im irdischen Leben Gott ganz bewusst abgelehnt hat oder sich dafür entschieden hatte, der "dunklen Seite" zu dienen. Auch wenn jemand schwerwiegende Sünden begangen hat, werden diese seine Seele hinabziehen und die Heimkehr ins Paradies erschweren, sofern er nicht davon UMKEHRT... Wir Mormonen lehren, dass jeder Mensch Glück oder Elend in dieser und der jenseitigen Welt SELBST über sich bringt. Jeder wird sein eigener Richter sein, weil unser Gewissen uns vor dem Thron Gottes anklagen wird.
Diese Lehre kann durch viele Schriftstellen gestützt werden. Heute möchte ich nur ein paar davon zitieren, z.B. in Kohelet 12:7 wird gesagt, dass "der Staub auf die Erde zurückfällt als das, was er war, und der Atem zu Gott zurückkehrt, der ihn gegeben hat". Psalm 27:1: "Der Herr ist mein Licht und mein Heil", Philipper 2:12: "müht euch mit Furcht und Zittern um euer Heil", Apostelgeschichte 4:10-12 (sinngemäß): Jesus Christus ist der einzige Name, wodurch den Menschenkindern Errettung zuteil wird.
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