Rodeln: Verletzungsrisiko ist höher als beim Schifahren

Alexander und Valentin Schreiblechner rodeln am Liebsten bei der Stegleiten.

KLOSTERNEUBURG (red.) Endlich hat es auch bei uns geschneit. Während wir lieber mit einem heißen Tee in der Badewanne liegen, sind Kinder lieber draußen zum Rodeln. Wie man sprichwörtlich so schön sagt "Übermut tut selten gut", kann auch das Rodeln zur Gefahr werden. Wir haben mit Eltern und dem Roten Kreuz gesprochen, wie schnell es zu Rodel-Unfällen kommt. Außerdem: Die schönsten Rodel-Routen in der Region.

'Hoppalas' passieren

Rauf auf den Schlitten und los geht’s – Rodeln gilt als einfacher Sport. Doch die neuesten Daten des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) zeigen: Das Verletzungsrisiko ist höher als beim Skifahren. "Als ich noch Kind war, konnte ich einmal die Rodel nicht mehr stoppen und bin dann in meinen Vater gekracht. Ich hatte außer blaue Flecken nichts, aber mein Vater hat sich den Knöchel verstaucht", erzählt Anna Schreiblechner. Ihre beiden Söhne, Alexander und Valentin, "fahren brav, wenn ich dabei bin, einmal sind sie aber mit Schürfwunden im Gesicht heim gekommen, weil sie zu schnell waren und in einen Baum gefahren sind." Auch Mutter Marlene Frühwald erlebte mit ihrer Tochter einen ähnlichen Fall: "Sophie war damals erst vier Jahre, sie ist im Garten den Hügel hinunter und hat nicht gebremst, sie ist direkt ans Pool angefahren und mit den Knien angeschlagen. Wir waren zwar beim Arzt, aber es war nichts Schlimmes, zum Glück."

Gefahr unterschätzt

Doch das ist kein seltener Fall, so erklärt Thomas Wordie, Bezirksstellenleiter vom Roten Kreuz: "Zu Rodelunfällen werden wir schon ab und an alarmiert, meist geht es dann um gebrochene Unterarme, geprellte Knöchel oder Schürfwunden bei Kindern. Also um nichts lebensbedrohliches." Außerdem käme es oft nach einem Zusammenstoß vor. "Die Gefahr vor Rodelunfällen wird oft unterschätzt, es wäre wichtig einen Helm aufzusetzen", erklärt Wordie.

Drei Geheim-Tipps

Nichtsdestotrotz ist das Rodeln mit der richtigen Ausrüstung ein großer Spaß für die Jüngsten. Deshalb haben uns Alexander und Valentin Schreiblechner, sowie Sophie Frühwald ihre liebsten Rodel-Routen verraten. "In der Stegleiten und am Ölberg kann man gut rodeln, aber ein bisschen mehr Schnee wäre noch schön", meint der sechsjährige Valentin Schreiblechner. Sophie Frühwald rodelt am liebsten im Garten, aber "mit meinen Freundinnen bin ich oft bei der Schiwiese."

Zur Sache

Im Bezirk Wien-Umgebung haben sich im Jahr 2016 rund 5 Personen beim Rodeln verletzt. In Niederösterreich waren es 100 Verletzte.

Weitere Artikel aus dem NÖ Zentralraum finden Sie hier.

Autor:

Bezirksblätter Archiv (Caroline Szarka) aus Klosterneuburg

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