PV-Anlagen über Weinreben
Wo Wein gedeiht, lässt sich auch Strom für 350 Haushalte erzeugen

Mathias Schödl (Weingut Schödl), Klemens Neubauer (RWA AG), Sebastian Geer (RWA AG), Oliver Eisenhöld (RWA AG), Reinhard Zöchmann (Weinbauverband NÖ), Pfarrvikar Leszek Bednarczyk, VD Christoph Metzker (RWA AG), Elmar Schöberl (Bürgermeister Zistersdorf), Abgeordneter zum NÖ Landtag René Lobner (ÖVP), Hannes Schweighofer (Weingut Schweighofer), Viktoria Schödl (Weingut Schödl), Herbert Schödl (Weingut Schödl), Leonhard Schödl (Weingut Schödl) | Foto: RWA
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Ein Pilotprojekt, das die RWA Raiffeisen Ware Austria kürzlich mit Partnern in Gaiselberg umgesetzt hat, verbindet erneuerbare Energie, Batteriespeicher und Weinbau. Die Höheren Bundeslehranstalt und dem Bundesamt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg begleitet die Innovation wissenschaftlich.

GÄNSERNDORF/KLOSTERNEUBURG. Wie lassen sich hochwertige Lebensmittelproduktion und erneuerbare Energiegewinnung auf derselben Fläche erfolgreich vereinen? Die RWA Raiffeisen Ware Austria gibt darauf gemeinsam mit regionalen Winzerbetrieben und Partnern aus Wissenschaft und Energiewirtschaft (Energieallianz Austria) eine Antwort. In Gaiselberg (Bezirk Gänserndorf) wurde die erste netzgekoppelte Agri-Photovoltaik-Anlage über Weinreben in Österreich in Betrieb genommen.

Strom für 350 Haushalte

Die Anlage umfasst 2.560 Solarmodule mit einer Leistung von 921,6 kWp und erzeugt jährlich rund 965.600 Kilowattstunden erneuerbaren Strom – genug für etwa 350 Haushalte. Zusätzlich werden rund 342 Tonnen CO₂ eingespart. Ein integrierter Batteriespeicher verschiebt jährlich 150.000 Kilowattstunden Energie und stabilisiert das Stromnetz.

Die Agri-PV-Anlage bietet das Potenzial, die Reben vor übermäßiger Sonneneinstrahlung und Sonnenbrand zu schützen. Auch mögliche Auswirkungen auf Säurestruktur, Reifeverlauf und Krankheitsdruck werden in den kommenden Jahren untersucht. | Foto: RWA
  • Die Agri-PV-Anlage bietet das Potenzial, die Reben vor übermäßiger Sonneneinstrahlung und Sonnenbrand zu schützen. Auch mögliche Auswirkungen auf Säurestruktur, Reifeverlauf und Krankheitsdruck werden in den kommenden Jahren untersucht.
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Christoph Metzker, Vorstandsdirektor der RWA Raiffeisen Ware Austria, betont: "Die Anlage verbindet moderne Energiegewinnung mit hochwertigem Weinbau und schafft wertvolle Erkenntnisse für die Landwirtschaft der Zukunft." Oliver Eisenhöld, Geschäftsfeldleiter Energie in der RWA, ergänzt: "Das Projekt in Gaiselberg ermöglicht es uns, gemeinsam mit Winzern und Wissenschaft neue Erkenntnisse für einen klimafitten und zukunftsorientierten Weinbau zu gewinnen.“

4500 Rebstöcke

Unter den Modulen wachsen 4.500 Rebstöcke der Sorten Weißburgunder, Grüner Veltliner und Souvignier Gris. Ziel ist es, die Auswirkungen der teilweisen Beschattung auf Wachstum, Ertrag und Qualität zu untersuchen. Erste Beobachtungen zeigen kräftigere Triebe und eine verlängerte Grünphase. Winzer Herbert Schödl sieht Hinweise auf eine längere Aktivität der Reben, während Hannes Schweighofer vom Weingut Schweighofer mögliche Vorteile bei Trockenstress und Krankheitsdruck hervorhebt.

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Höheren Bundeslehranstalt und dem Bundesamt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg. | Foto: MeinBezirk/Seebacher
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Eine wichtige Rolle spielt die Höhere Bundeslehranstalt und das Bundesamt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg. Die Institution analysiert ab diesem Vegetationsjahr Wachstums- und Entwicklungsstadien, führt Mikrovinifikationen durch und bewertet sensorisch die Versuchsweine. Die mehrjährige Untersuchung soll fundierte Erkenntnisse für einen zukunftsorientierten Weinbau liefern.

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