Krems
Fake-News-Konferenz an der Donau-Universität

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KREMS (mk)  Zur 17. Sicherheitskonferenz hatte die Donau-Universität Krems geladen - und gut hundert Teilnehmer waren am 23. Oktober 2019 gekommen, um sich rund um das Thema „Fake News“ zu informieren - Desinformationen, wie es in der Veranstaltungsankündigung hieß, die „eine Herausforderung für Sicherheit, Demokratie und Werte“ seien.

Bei der Begrüßung der Teilnehmer unterstreich Rektor Friedrich Faulhammer den Stellenwert der Veranstaltung - ebenso wie Dr. Walter Seböck, Leiter des Zentrums für Infrastrukturelle Sicherheit, und Landesrätin Dr. Berger-Grabner, die auch die Grüße der Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner überbrachte. An der Konferenz nahm auch Bezirkshauptfrau Dr. Elfriede Mayrhofer teil.

Warnung vor Fake News und Deepfakes

Impulse für die Podiumsdiskussion gaben Dr. Alexander Janda, Generalsekretär Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ) mit seinem Vortrag „Fake News - alternative Wahrheiten und Herausforderungen einer Post-Truth-Welt” und Manfred Jilg, Vorstand der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW) und Leiter Standortsicherheit der BASF SE mit seinen praxisorientierten Ausführungen zum Thema "Desinformation und die Herausforderung an die Unternehmenssicherheit". Sie machten unter anderem deutlich, dass es Falschmeldungen und Desinformation schon immer gegeben habe, auch als Mittel der Politik, dass die Flut dieser Fake News aber natürlich auf den heutigen technischen Möglichkeiten der Kommunikation etwa über die Sozialen Medien beruhe. Besonders perfide seien die sogenannten „Deepfakes“ - Video- und Tondokumente, die nur durch aufwendige Analysen von echten Aufnahmen zu unterscheiden sind.

Chancen: Künstliche Intelligenz, Entschleunigung und Qualitätsjournalismus

In der folgenden Podiumsdiskussion unter Leitung von Gernot Rohrhofer, ORF Niederösterreich, sprachen über das Thema „Desinformation“ Dr. Daniela Ingruber vom Research Lab Democracy and Society in Transition, Maresa Meissl, EU Head of Unit Information Securit, Helmut Leopold, Head of Center for Digital Safety & Security, AIT, Manfred Jilg, ASW und BASF, Dr. Heidi Glück, Kommunikationsberaterin und ehemalige Pressesprecherin im Bundeskanzleramt sowie der Rechtsanwalt Dr. Michael M. Pachinger, SCWP.

Leopold stellte fest, dass es augenblicklich noch viel zu lange brauche, um Fake News zu erkennen. Hierfür müssten „die richtigen Werkzeuge richtig einsetzt“ werden. Jilg hob in diesem Zusammenhang die „hohe Eigenverantwortung der Menschen“ hervor. Die Unterstützung durch Maschinen erfordere immer die nachfolgende Bewertung durch Menschen. Meissl stimmte zu: Die Künstliche Intelligenz biete viele Chancen, doch letztlich müsse sich „hinterher ein Mensch alles anschauen“. Die EU, so Meissl weiter, habe erkannt, dass mehr gemacht werden müsse - nach dem Motto: „Entdecken, bloßlegen und verbreiten!“ Mehrfach wurde unterstrichen, dass die Jagd auf Fake News nicht zu einer Zensur führen dürfe, und dass die Demokratie Informationsquelle brauche, denen man vertrauen kann. Glück forderte die Renaissance des Qualitätsjournalismus, bei dem nicht wie in den heutigen Onlinemedien Schnelligkeit vor Recherche gehe. Pachinger bestätigte die Bedeutung einer solchen „Entschleunigung“: „Das ist möglich - und das muss auch sein!“ Ingruber wies darauf hin, dass die Wirksamkeit von Fake News unter anderem auch gemindert werden könne, wenn die Politiker nahe an der Bevölkerung seien. Dann gäbe es bei den Menschen das Gefühl, ihnen höre eh niemand zu, weniger leicht.

Weitere Einzelthemen der Konferenz: „Kann Desinformationen die Demokratie gefährden“, „Ethik, Moral und digitale Desinformation“ und „Falsche Standortinformationen am Handy“.

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