06.11.2017, 10:01 Uhr

10 Jahre Glaserzeugung im Germanischen Gehöft

Gerhard Putzgruber vor dem Glasofen (Foto: privat)
STRASS. Das Museum selbst ist noch keine 20 Jahre alt – die Eröffnung fand 2001 statt – aber die Gruppe Archäotechnik rund um Gerhard Putzgruber hat schon viel Experimentalarchäologieerfahrung. Zuerst waren Keramik und Schmiedetechnik im Vordergrund, es kam Holz- und Hornbearbeitung dazu, das Herstellen von Eisen in einem Rennofen war ebenfalls ein großer Schwerpunkt, doch mit der Glasherstellung hat sich die Gruppe selbst ein Denkmal gesetzt.

Vor nunmehr zehn Jahren starteten die ersten Versuche, der erste Ofen nach römischem Vorbild wurde errichtet – mittlerweile ist es schon das vierte Exemplar. Unzählige Versuche brauchte es, bis das Glas – hergestellt aus Quarzsand, Soda und Kalk - weiterverarbeitet werden konnte, ebenso viele Anläufe waren notwendig, um die richtigen Farben zu bekommen. Und dann fielen Gerhard Putzgruber, in Fachkreisen ist er nur als „Putz“ bekannt, keltische Glasarmreifen in verschiedenen Museen in die Hände. Die hatten es ihm und seiner Gruppe angetan.

Lange wurde getüftelt, bis es gelang so einen Glasarmreifen herzustellen. Es waren wieder unzählige Versuche notwendig, um herauszufinden in welcher Technik die Herstellung solcher Armreifen überhaupt möglich war, es wurde nach Trennmitteln gesucht, um das Glas von der Aufbauform wieder herunterlösen zu können und es brauchte viel Geduld und handwerkliches Können, um die Muster und Verzierungen nachbauen zu können. Nun ist seit den ersten Versuchen ein Jahrzehnt vergangen, und dieses Jubiläum war auch ein Grund zum Feiern.

Alle Mitstreiter, die irgendwann einmal mitgeholfen, geheizt, gebaut oder gegraben haben, sind zu dieser internen Feier gekommen und freuten sich, dass der junge Landesarchäologe Dr. Franz Pieler ebenso anwesend war wie der renommierte Keltenforscher Dr. Maciej Karwowski.
Die Gruppe Archäotechnik Elsarn hat jetzt auch im Urgeschichtemuseum in Asparn an der Zaya so einen Glasofen errichtet. Dies und die Teilnahme bei internationalen Tagungen zeigt, wie bekannt unsere Experimentalarchäologen nicht nur in Österreich, sondern auch in den Nachbarländern mittlerweile sind.
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