"Nockenfranz" und Düsentrieb
Mit vielen PS zur Buchpräsentation

Verleger Martin Reiter, Sammler Johann Kofler, Tuner Conrad Gruber.
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  • Verleger Martin Reiter, Sammler Johann Kofler, Tuner Conrad Gruber.
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REITH/WALS/WÖRGL (red). Wortwörtlich lautstark ging es im Autohaus Strasser in St. Gertraudi zu. Dort präsentierte der Salzburger Motorsporthistoriker Dr. Siegfried C. Strasser just an seinem 65. Geburtstag das Buch „Nockenfranz“. Hinter dem Titel verbirgt sich die Tiroler Rennfahrer- und Tunerlegende Franz Albert aus Wörgl. Zahlreiche Motorsportler kamen und präsentierten ihre heißen Öfen. Zu sehen waren Abarths, Ferrraris, ein Lamborghini Diablo und Lola ebenso wie Kunstwerke des Automobilkunstmalers Klaus Wagger aus Bad Häring.

Alberts einstiger Mitarbeiter, Conrad Gruber, heute weltweit begehrter Tuner, startete einen 1000-PS-Boliden, dass die Fenster zitterten. Sammler Johann Kofler brachte Alberts 60 Jahre alten Rennhelm sowie den von ihm gebauten 2000. Albert-Auspuff mit. Margit Albert freute sich über das Werk ihres im Vorjahr verstorbenen Mannes, ebenso wie Verleger Martin Reiter. 250 Motorsportinteressierte hat sich im „historischen Autosalon“ eingefunden, freute sich Geschäftsführer Wolfgang Wurm.

Siegfried C. Strassers neuestes Werk „Nockenfranz“ ist soeben im Verlag Edition Tirol erschienen. In den Sechzigerjahren fuhr der sportliche Fahrer auf PS-Kur zu Franz Albert in Wörgl. Seine scharfen Nockenwellen fanden sich in biederen Alltagsmotoren und verwandelten Sportwagen in potente Feuerstühle. Seine Auspufftöpfe waren so populär wie die von Carlo Abarth. Er konstruierte und baute den Albert RS. Der markante Schnauzbart saß im Cockpit von Porsche Spyder, Ford GT 40, Brabham Formel 1, Chevy Camaro und BMW Turbo, er fuhr Rennen auf Berg, Flugplatzkurs und Rundstrecke. Franz Albert steuerte Rennboote und designte Luxusyachten. Geschwindigkeit, Vielfalt und Innovation standen auf seiner Visitenkarte.

Tausendsassa Franz Albert

Franz Albert war also ein Multitalent: Geschäftsmann, Rennfahrer, Karosseriebauer, Motorentuner, Nockenwellenspezialist, Hersteller von sportlichen Felgen und exklusiven Auspuffen, Weiterentwickler von Turbos und Konstrukteur von seinen heute noch bekannten Albrex-Kompressoren. 1991, im Alter von 60 Jahren, gründete er mit seiner späteren zweiten Frau Margit die Yachtkomponentenfirma Almar und entwarf und baute Bug- und Heckstrahlruder, hydraulische Gangways, drehbare Schiffskräne (Davits), Querrudermotoren und Helipads. Als Kapitän steuerte er seine von betuchten Kunden gecharterte Luxusyacht entlang der kroatischen Adriaküste zu den Kornaten. Er schien wie Midas alles, was er anpackte, zu Gold zu machen.

Der Salzburger Motorsport-Historiker Siegfried C. Strasser erzählt in seinem Buch „Nockenfranz“ auf 160 Seiten mit 358 Bildern die pralle Geschichte eines rasanten Lebens, das im Dezember 2017 im 87. Lebensjahr in Spanien zu Ende ging.
Der Autor ist Germanist und Anglist, war Professor an der HTL Salzburg und erforscht seit Kindesbeinen die Welt der Rennwagen und Rennfahrer. Er publiziert in Zeitungen und Fachzeitschriften. Seit 2004 veröffentlicht er Bücher über den Rennsport, mit dem Schwerpunkt Motorsport in Österreich. Nach dem Erscheinen des „Rennbergs“ über die Salzburger Gaisbergrennen schrieb er eine Biografie über den deutschen Porsche-Werksfahrer Gerhard Mitter („Rennsportlegende Gerhard Mitter“), verfasste die Historie des Salzburger Motorsports in „Jedermann fährt“ und legte die Geschichte der Bergrennen auf das Berchtesgadener Rossfeld vor („Mythos Rossfeldrennen“). In seinem neuen Buch „Nockenfranz“ erzählt er die Lebensgeschichte des Tiroler Tuners, Rennfahrers und Konstrukteurs Franz Albert.

Siegfried C. Strasser: NOCKENFRANZ – Franz Albert: # Tuner # Rennfahrer # Konstrukteur. Format 215 x 260 mm, hart gebunden, 160 Seiten, 358 Bilder, ISBN-13 978-3-85361-220-0, Verlag Edition Tirol (editiontirol@gmail.com), Euro 24,90.

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