Losziehen entschied über Kufsteins Feuerwehr-Kommando

Das neue Kommando: Siegfried Brunner, Alexander Koschnar, Sebastian Mayrhofer und Hans-Peter Wohlschlager mit Bgm Martin Krumschnabel.
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  • Das neue Kommando: Siegfried Brunner, Alexander Koschnar, Sebastian Mayrhofer und Hans-Peter Wohlschlager mit Bgm Martin Krumschnabel.
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KUFSTEIN (flo).  "Die Wahl bei der heurigen Generalversammlung wird wohl in die Geschichte der Stadtfeuerwehr Kufstein eingehen", betonte Bürgermeister Martin Krumschnabel bei seiner Ansprache im Zuge der 152. Jahreshauptversammlung der Stadtfeuerwehr Kufstein, die am Freitag, dem 26. Jänner, erstmals im Kultur Quartier abgehalten wurde.

Traditionell werden alle fünf Jahre bei den Feuerwehren Neuwahlen abgehalten, so auch an diesem Abend in Kufstein. Vor Beginn der Wahlen ergriff allerdings Bezirksfeuerwehrinspektor Stefan Winkler, der ebenfalls der Feuerwehr Kufstein angehört, das Wort und erklärte, dass ihm zu Ohren gekommen sei, dass es in letzter Zeit bei den Kufsteiner Florianis nicht mehr so ganz rund läuft. "

Es ist ein gutes Signal wenn es für einige Funktionen mehrere Kandidaten gibt, denn das ist nicht bei jeder Wehr im Bezirk der Fall!"

BFI Stefan Winkler

"Wenn der Ausschuss einen Wahlvorschlag erarbeitet, steckt sicher eine gute Überlegung dahinter, aber es ist auch normal, dass sich andere Kandidaten ebenfalls der Wahl stellen", fuhr er fort und versicherte, dass alle Kandidaten für ihre Funktionen auch bestens geeignet seien. "Ich appeliere daher an euch alle, dass ihr mit eurer Stimme eure eigene Meinung kundtut und nicht eine Gruppenmeinung!", ermahnte er die Anwesenden.

"Es ist wichtig dass es nach der Wahl keine Misstände in der Wehr gibt und dass gemeinsam zukunftsorientiert gearbeitet wird!"

Winkler fügte hinzu, dass es auf keinen Fall eine Spaltung in der Feuerwehr geben dürfe, auch wenn die Wahl nicht so ausgeht, wie es einige gern hätten.

Für die Position des Kommandanten bewarb sich der bisherige Kommandant Gerhard Griesser sowie sein Stellvertreter Hans-Peter Wohlschlager – es wurde eine geheime Wahl per Stimmzettel durchgeführt.

"Wir haben jetzt eine sehr skurrile Situation, denn beide Kandidaten haben genau 36 Stimmen erhalten und es gab drei ungültige Stimmen!", verkündete Bürgermeister Krumschnabel. Laut bestehendem Gesetz wäre ein zweiter Wahlgang nur bei drei Kandidaten gerechtfertigt, deshalb müsse in diesem Fall das Los entscheiden. Darauf zog der Bürgermeister ein Los aus der Feuerwehrmütze von Bezirksinspektor Winkler, Hans-Peter Wohlschlager zum neuen Kommandanten machte. Einige der anwesenden Florianis brachen in lautes Jubeln aus, andere schwiegen.

"In meinen 20 Jahren im Bezirkskommando ist es mir noch nie untergekommen dass das Los eine Wahl entscheidet!" zeigte sich Bezirkskommandant-Stellvertreter Erwin Acherer verwundert und auch Bürgermeister Krumschnabel fügte hinzu, dass er so etwas noch nie erlebt habe.
Danach wählten die Mitglieder mit 39 Stimmen Sebastian Mayrhofer zum neuen Kommandant-Stellvertreter – sein vom Ausschuss vorgeschlagener Gegenkandidat Georg Kitzbichler erhielt 34 Stimmen, es gab zwei Enthaltungen.
Nachdem Kassier Thomas Ebner nach 15 Jahren sein Amt niederlegte, wählten die Florianis mit 55 Stimmen eindeutig Alexander Koschnar zu seinem Nachfolger – Gegenkandidat Markus Winkler erhielt 18 Stimmen.
Auch der bisherige Schriftführer Gerhard Pletzer unterlag mit 37 Stimmen seinem Gegenkandidaten Siegfried Brunner (38 Stimmen) – nun war endgültig klar, dass diese Wahl in die Geschichte der Kufsteiner Stadtfeuerwehr eingehen wird.

Als die Gewählten ihr Amt annahmen betonte der neue Kommandant Wohlschlager schließlich: "Lasst uns nun in die Zukunft schauen und nicht mehr zurück!" und appelierte ebenfalls an eine gute Zusammenarbeit und ein gutes Miteinander. Dass eine gute Zusammenarbeit wichtig ist, zeigen auch die 278 Einsätze, davon 119 Brand- und 150 technische Einsätze mit insgesamt 1.876 Mannstunden, die im abgelaufenen Jahr von der rund 130 Mann starken Wehr mit etwa 85 Aktiven, gemeistert wurden.
"Besonders wenn es heißt Einsatz auf der Autobahn muss man leider oft vom Schlimmsten ausgehen!" erklärte Griesser die Schrecken bei einigen Einsätzen und veranschaulichte diese auch in Bildern.

Die Fehlalarme (Brandmeldeanlagen!) werden nicht weniger: beachtliche 82 Mal wurde die Stadtfeuerwehr "umsonst" losgeschickt. Insgesamt hielt die Wehr im vergangenen Jahr 83 Übungen ab und stellte in 20 Lehrgängen 35 Teilnehmer. Die Mitgliederzahl der Jugendfeuerwehr konnte im vergangenen Jahr von zehn auf 13 gesteigert werden.
In der Atemschutzfüllstation der Kufsteiner Wehr wurden im abgelaufenen Jahr 4.210 Flaschen für den gesamten Bezirk gefüllt wurden.

Bürgermeister Krumschnabel versicherte, dass er auch weiterhin für die Anschaffung der benötigten Geräte sorgen werde und verkündete die Weichenstellung im Stadtrat für den geplanten Ausbau des Kathastrophenschutzlagers.

Natürlich durften auch die traditionellen Angelobungen und Ehrungen nicht fehlen und so wurde Erwin Egerth zum Feuerwehrmann angelobt. Manfred Burian, Andre Delong, Marcel Kammerer, Uwe Liebscher und Alexander Lofer wurden zum Oberfeuerwehrmann, Christoph Lampacher, Julian Lederwasch und Matthias Lutz zum Hauptfeuerwehrmann und Stefan Acherer sowie Alexander Telfner zum Löschmeister befördert.
Danach wurde Georg Kitzbichler für seine 25-jährige Mitgliedschaft geehrt , Anton Gasser wurde für seine sage und schreibe 60-jährige und Josef Mauracher für beinah unglaubliche 70 Jahre in der Kufsteiner Stadtfeuerwehr unter tosendem Applaus.

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