Vier Fahnen für ein Hallelujah

Vier Fahnen für ein Hallelujah. Die starken Kundler Fahnenträger mit der Buama Fahne, Mandaleit Fahne, Weiwaleit Fahne und der neu restaurierten Bruderschaftsfahne (v.l.).
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  • Vier Fahnen für ein Hallelujah. Die starken Kundler Fahnenträger mit der Buama Fahne, Mandaleit Fahne, Weiwaleit Fahne und der neu restaurierten Bruderschaftsfahne (v.l.).
  • Foto: Haun
  • hochgeladen von Barbara Fluckinger

KUNDL (flo). In den vergangenen 60 Jahren wurden bei den jährlichen Prozessionen an den Feiertagen Fronleichnam und Maria Himmelfahrt in Kundl immer nur drei Prozessionsfahnen mitgetragen, nämlich die Manderleit Fahne, die Buama Fahne und die Weiberleid Fahne. Heuer lautete das Motto der Kundler Fronleichnamsprozession "Vier Fahnen für ein Hallelujah", denn an diesem Tag wurde die 150 Jahre alte Bruderschaftsfahne erstmals wieder mitgeführt und von Ortspfarrer Piotr Stachiewicz feierlich gesegnet. Die Fahne wurde in den vergangenen Monaten vom Kundler Verein "Gemeinschaft der Kundler Prozessionsfahnen" rund um Obmann Stefan Moser restauriert.
"Bereits vor ungefähr 20 Jahren haben wir die beiden Fahnenbilder der Bruderschaftsfahne auf dem Dachboden des Kundler Pfarrhofs liegen sehen und seither darüber gesprochen, dass wir die Fahne wieder bei den Prozessionen mittragen möchten", erklärt Stefan Moser. Um dieses Ziel zu verwirklichen, gründete er vor ungefähr drei Jahren den Verein "Gemeinschaft der Kundler Prozessionsfahnen". Mit zahlreichen Aktionen, wie etwa Grasausläuten, sammelte man Spenden, um der Fahne neues Leben einzuhauchen.
"Die Fahnenbilder der Bruderschaftsfahne sind mehr als 150 Jahre alt und wurden im Nazarenerstil angefertigt", weiß Andreas Seebacher. Angefertigt wurde sie damals von einer in Kundl bestehenden Bruderschaft, die den Heiligen Sebastian und den Heiligen Leonhard verehrten, welche auch auf einem der beiden Fahnenbilder zu sehen sind. Auf dem zweiten Bild ist die Gottesmutter Maria mit Kind abgebildet.
"Keiner in Kundl kann sich mehr daran erinnern, wann die Fahne das letzte Mal bei einer Prozession mitgetragen wurde und auch auf Dias der Prozessionen Anfang der 1960er Jahre ist sie nicht mehr zu sehen", erklärt der Obmann. Es müsse laut ihm mindestens 60 Jahre her sein, dass sie das letzte Mal zum Einsatz kam. Ende des vergangenen Jahres wurden die stark beschädigen Fahnenbilder schließlich von einem Kramsacher Restaurator wiederhergestellt, welcher auch eine ungefähr 80 Jahre alte sechs Meter hohe Fahnenstange aus Reith im Alpbachtal sowie ein Kreuz für den Fahnengipfel besorgte. Vor kurzem wurden die restaurierten Fahnenbilder von der Südtiroler Kunststickerei Hofer in einen neuen rund 3,40 Meter langen und zwei Meter breiten Fahnenstoff eingenäht und das gelungene Resultat konnte am 10. Juni von den Vereinsmitgliedern in Bozen abgeholt werden.
Am Montag vor der Fronleichnams Prozession wurde die Fahne schließlich im Liesfelder Feuerwehrhaus zusammengebaut und von den beiden künftigen Fahnenträgern Hannes Unterrainer und Christoph Mayr erstmals testgetragen, wobei sie auch dem an diesem Tag starken Wind trotzen.
Die Gesamtkosten für die Restaurierung der Bruderschaftsfahne betrugen rund 10.000 Euro, wovon auch ein Teil von der Gemeinde Kundl übernommen wurde. "Nachdem die Bruderschaftsfahne nun in neuem Glanz erstrahlt, ist unsere Arbeit noch längst nicht getan, denn wir wollen auch die anderen drei Kundler Prozessionsfahnen restaurieren und künftig darauf achten, dass sie instand gehalten werden", verkündete Moser abschließend. Der Verein zählt derzeit 37 Mitglieder und ist stets auf der Suche nach neuen Mitgliedern.

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