16.03.2017, 08:48 Uhr

Ältester Radfelder feierte seinen 100. Geburtstag

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Jubilar Sepp Hausberger mit BGM Mag. Josef Auer beim Abschreiten der Ehrenformationen (Foto: Ing. Horst Duftner, Radfeld)
Am 09.03.2017 wurde unser ältester Radfelder 100 Jahre alt.
Am Sonntag, den 12.03.2017 zelebrierte Pfarrer GR Herbert Haunold mit Diakon Franz Margreiter eine feierliche Messe ganz zur Ehre des Jubilares. Die Gemeindevertreter, Vereine, Freunde und Bekannte von unserem äußerst beliebten Sepp waren gekommen. Nach der Messe wurde dem Sepp im Gemeindezentrum in festlichem Rahmen gratuliert und in einigen Ansprachen seine Person gewürdigt. Im Anschluss daran gab es ein gemütliches Beisammensein beim Gassnerwirt.

Sepp wurde am 09.03.1917 in „Steinbichl“ in Inneralpbach geboren. Er hatte eine Schwester und 5 Brüder. Sepp war 1 Jahr alt als seine Mutter starb. Er besuchte die Schule in Alpbach, die Lehrer waren streng. Von seinem 17. Lebensjahr weg war er immer bei verschiedenen Bauern im Dienst, schließlich begann er eine Weberlehre und schloss sie mit dem Meistertitel im Jahr 1950 ab.

Im Jahr 1971 kam er zum Gassner. Er war ein fleißiger Helfer in allen Belangen und hat sich von Anfang an mit allen bestens verstanden. Nachdem Sepp Zisterer im Jahr 1990 verstorben ist, war der Sepp „doppelt wichtig“. Einerseits als Arbeitskraft, andererseits als familiäre Stütze besonders für die Heranwachsenden. Sepp war immer da, war Ansprechpartner für jeden, immer gut gelaunt, nie abgehoben, immer mit erdigem Bodenkontakt, aber auch mit gesegnetem Humor und viel Verständnis für Alt und Jung.

Beim Gassner gab es ja nicht nur die Landwirtschaft, sondern der Gassnerwirt war in Radfeld lange Zeit das Dorfgasthaus schlechthin, wo sich das ganze Dorf und alle Vereine getroffen haben. Sepp war auch immer wieder in der Gaststube dabei, und trug mit seinem Humor und seiner Urwüchsigkeit viel zur Geselligkeit bei. Im Sommer war er immer auf der Alm. Er fährt heute noch gerne nach Alpbach zu seinen Wurzeln.

Er war auch sofort als äußerst origineller „Kraxntrager“ dabei als wir das Grasausläuten in der Form eingeführt haben, wie es heute noch immer gepflegt wird.
Zu viel Lob mag er nicht, er ist bescheiden, aber auch selbstbewusst und geht seinen Weg. Er ist sicher kein Opportunist, wenn er etwas tut, dann nur, wenn es ihm einleuchtet, wenn er selbst dahinter stehen kann. Ihn kann man nicht lenken.

Besonders der Glaube ist für den Sepp wichtig. Für die röm. Kath. Kirche hat er sehr viel geleistet: Seit er in Radfeld zu Hause ist, hat er kirchliche Zeitschriften ausgetragen (Stadt Gottes, St. Fidelisblatt, Ruperti Boten, Missionsbote), er war Sammler bei den Gottesdiensten und Vorbeter.

Er geht ja regelmäßig in die Kirche, zweimal wurde er sogar versehentlich eingesperrt. Daraufhin hat er die Glocken geläutet, damit man auf ihn aufmerksam werden konnte, es war nämlich in der sehr kalten Jahreszeit.

Seine Beliebtheit zeigt sich u. a. auch daran, dass er eine ganze Reihe von Namen hat: z.B. Gassner Sepp, Alm Sepp, Oippä, Josef Hausberger, Steinbichl Sepp, Seppn, oder einfach nur SEPP.

Das Geheimnis des einzigartigen Menschen „Sepp Hausberger“ liegt wohl in seiner Bescheidenheit, darin, dass er sich zwar selbst schon auch wichtig nimmt, aber eben nur bis zu einem „normalen Maß“.

Alles Gute, Sepp!
BGM Mag. Josef Auer
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