27.09.2017, 16:36 Uhr

In Gottes Namen? – Amen!

Evangelischer Sendbrief von Joseph Schaitberger.
Sankt Gertraudi: Stoffelhäusl |

Stoffelhäusl zeigt Ausstellung über Verfolgung Andersgläubiger in Tirol

Die „Lange Nacht der Museen“ findet heuer am Samstag, den 7. Oktober, von 18 bis 1 Uhr auch wieder im Stoffelhäusl in St. Gertraudi unter dem Titel „In Gottes Namen? – Amen!" statt. Das 530 Jahre alte Knappenhaus steht als Enklave mitten im Kirchengrund und war noch vor 60 Jahren ein geheimer Versammlungsort der Zeugen Jehovas. Bereits 1524 predigte der Leutpriester Eustachius zu Hart lutherische Lehren und wurde deswegen auf Burg Kropfsberg eingekerkert. Die Ausgrenzung und Verfolgung religiöser Minderheiten hatte im „Heiligen Land Tirol“ eine lange Tradition. 1837 mussten schließlich 427 Zillertaler Protestanten das Zillertal aus religiösen Gründen verlassen. Von 31. August bis 4. September 1837 verließen vier Trecks das Zillertal Richtung Schlesien im heutigen Polen. In St. Gertraudi blickten die Zillertaler Protestanten ein letztes Mal in ihr Heimattal zurück. Gezeigt werden im Stoffelhäusl bei der heurigen Langen Nacht der Museen Originalrequisiten, „lutherische Schriften“, Bücher, Postkarten, Fotos, Dokumente u.v.m. von und über die „Zillertaler Inklinanten“ sowie deren neuer Heimat in Schlesien und Chile. Während des Abends gibt es Lesungen aus Briefen der Auswanderer sowie von Prof. Dr. Norbert Hölzl. Präsentiert werden auch das Buch „Die Zillertaler Auswanderer“ und die Stoffelhäusl-Sondermarke 2017. Beginn ist um 18 Uhr, Ende um 01 Uhr. Infos: www.stoffelhaeusl.at


Fotos:

Das Stoffelhäusl in St. Gertraudi lädt zur Langen Nacht der Museen.

Evangelischer Sendbrief von Joseph Schaitberger.

Die Zillertaler Auswanderer 1837.

Zillertaler Auswanderer um 1935 in ihrer neuen Heimat in Schlesien.

Fotos: Archiv Reiter
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.