15.06.2017, 07:00 Uhr

NS-Zwangsarbeit: Wanderausstellung im BRG Wörgl

Halfen beim Ausstellungsaufbau zusammen: Anne Frank Verein Österreich-Koordinator Aaron Peterer (rechts), Lehrerin Anita Praschberger-Gschwentner und drei der Schüler, die beim Memory Walk Video-Workshop dabei waren und als Ausstellungs-Guides im Einsatz sind – v.l. Markus, Anna und Tobias. (Foto: Spielbichler)
WÖRGL (vsg). An ein dunkles Kapitel Zeitgeschichte erinnert die Ausstellung „NS-Zwangsarbeit – das vergessene Lager in Wörgl“. Die Ausstellung wurde 2016 in Kooperation vom Heimatmuseumsverein Wörgl und Anne Frank Verein Österreich erstellt. Gezeigt wurde sie im Juni 2017 im BRG Wörgl, ebenso wie die 2016 im Rahmen eines Filmworkshops des Anne Frank Vereins mit Schülern des BRG Wörgl entstandenen Videofilme zum Durchgangslager Wörgl und anderen Erinnerungsstätten an die NS-Vergangenheit in Wörgl.
Von 8. bis 12. Juni besuchten die Ausstellung neun Klassen der Ober- und Unterstufe des BRG Wörgl im Rahmen des Unterrichtes. Als Guide waren dabei Schüler im Einsatz, die beim Videoworkshop mitgemacht haben. Die Wanderausstellung samt Videos der Memory-Walks über Hintergründe der NS-Zwangsarbeit und des Durchgangslagers Wörgl kann beim Anne Frank Verein Österreich ausgeliehen werden.
Der Historiker Erich Schreder sammelte zum Durchgangslager Wörgl umfangreiches historisches Material. An der Schnittstelle von Brixentaler Ache und Inn war in Wörgl-Söcking von 1942 bis 1944 das Durchgangslager Wörgl in Betrieb. Es wurde im Dezember 1941 eingerichtet und vom Landesarbeitsamt verwaltet. Das Lager, bestehend aus 18 Unterkunfts- und vier Verwaltungsbaracken samt Entlausungs- und Desinfektionsstation, hatte eine Aufnahmekapazität von 750 bis 800 Mann, teilweise waren bis zu 1.200 Menschen untergebracht. Von Mai 1942 bis September 1944 wurden 34 Transporte mit insgesamt 31.759 Personen durchgeführt.
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