05.12.2017, 12:00 Uhr

"Helfen mit Musik" am Krankenhaus Zams

Das achte Konzert der "Donatori di Musica" war einmal mehr ein musikalisches Highlight: Sr. Barbara Flad (Leiterin Seelsorge), Yuka Katori (Pianistin), David Panzl (Multipercussion), Andreas Pehl (Countertenor) (Foto: Krankenhaus St. Vinzenz Zams)

Seit über einem Jahr spielen die "Donatori di Musica" regelmäßig in der Onkologischen Tagesklinik des Krankenhaus Zams und geben den Patientinnen und Patienten damit ein Stück Normalität zurück. Am vergangenen Mittwoch fand die achte Vorstellung der Konzertreihe statt. Zu Gast waren diesmal der Tiroler Multipercussionist David Christopher Panzl und die aus Japan stammende Pianistin Yuka Katori.

ZAMS. Eine Erkrankung ist eine Ausnahmesituation. Die Betroffenen leiden oft nicht nur körperlich, sondern auch und vor allem an den psychischen und sozialen Auswirkungen. Lange Krankenhausaufenthalte, belastende Therapien und die Auseinandersetzung mit dem Tod lassen wenig Spielraum für einen normalen Alltag. Mit den Konzerten der „Donatori di Musica" soll im Krankenhaus St. Vinzenz Zams ein Stück Normalität einkehren.

Von Italien nach Österreich

In Italien erfreut sich die Organisation „Donatori di Musica“ großer Bekanntheit. Als Zusammenschluss namhafter Musiker, Ärzte, Patienten und Pfleger organisiert das Netzwerk seit einigen Jahren regelmäßige Auftritte in Krankenhäusern – mit großem Erfolg. Der allerdings, blieb bis vor Kurzem auf die italienischen Staatsgrenzen beschränkt.
Geändert hat sich das erst durch die gemeinsamen Anstrengungen von Ordensschwester Sr. Barbara Flad, Leiterin der Seelsorge am Krankenhaus St. Vinzenz Zams, und dem Countertenor Andreas Pehl. Ihnen ist es gelungen, die „Donatori di Musica“ nicht nur nach Österreich zu holen, sondern die Veranstaltungen fest im Programm des Krankenhauses zu verankern.


Ein Jahr, acht hochkarätige Konzerte

Seit September 2016 fanden in der Onkologischen Tagesklinik in Zams insgesamt acht Vorstellungen statt, darunter Darbietungen am Klavier, Gesang, ein literarisch-musikalischer Abend und Gitarrenkonzerte.
Zu den Darbietern zählen internationale musikalische Größen wie die Ausnahmepianistinnen und Pianisten Francesca Cardone (Italien), Enrico Pompili (Italien) und Roberto Prosseda (Italien), Sänger Jens Fuhr (Deutschland), die Sopranistin Stephanie Pfeffer (Österreich), Gitarrist Giampaolo Bandnini (Italien) und Melanie Hosp (Österreich), Bassist Philipp Scherer (Deutschland) sowie Countertenor Andreas Pehl (Deutschland), der als Initiator selbst an der Gestaltung der Abende mitwirkt.


Zahlreiche Unterstützer

Die rund 400 Künstlerinnen und Künstler im Netzwerk verzichten zwar auf ihre Gage, trotzdem aber fallen für die Anreise und die Unterbringung Kosten an. „Ohne die großzügigen Spenden von Firmen aus der Region, medizinischen Partnern und vielen Privatpersonen hätten wir das Projekt niemals starten können“, erklärt Initiatorin Schwester Barbara Flad. „Um eine möglichst große Bandbreite an Konzerten zu ermöglichen, haben wir sogar eigens ein Klavier angeschafft“, so Flad.
"Erst durch die zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützer ist es uns gelungen, die Idee in ein langfristiges Projekt zu übersetzen.", freut sich Flad über das erfolgreiche erste Jahr. „Das ist ein enormer Mehrwert für die Patienten. Viele können die nächste Veranstaltung kaum erwarten und einige laden auch ihre Verwandten dazu ein, um das Konzerterlebnis mit ihnen gemeinsam erleben zu können. Genau darum geht es“, berichtet Barbara Flad.

Förderung und Anerkennung

Im September 2017 erhielt „Donatori di Musica“ den Förderpreis für regionale und gemeinnützige Initiativen der Sparkasse Imst, der mit 9.000 Euro dotiert ist. Die langfristige Durchführung der Konzerte kann somit garantiert werden. In der Begründung der Jury hieß es, dass „die Zahl der Menschen mit Krebserkrankungen kontinuierlich steigt, weshalb speziell auf diese Gruppe abgestimmte Angebote von besonderer Bedeutung sind.“


Yuka Katori und David Panzl

Am 29. November fand wieder eine Vorstellung der Donatori in Zams statt. Diesmal gestalteten der österreichische Multipercussionist David Christopher Panzl und die aus Japan stammende Pianistin Yuka Katori den gemeinsamen Abend.
Sr. Mag. Barbara Flad ist Ordensschwester der Barmherzigen Schwestern St. Vinzenz in Zams und leitet die Seelsorge des Krankenhauses. Sie begleitet Sterbende und hilft ihnen im Rahmen der „Würdezentrierten Therapie“ Erinnerungen aus ihrem Leben wieder ins Gedächtnis zu rufen und auszusprechen, was es noch auszusprechen gibt. Die ORF-Produktion „In aller Würde“ hat sie bei ihrer Arbeit begleitet und die besonderen Herausforderungen bei der Arbeit mit sterbenden Menschen aufgegriffen.
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