Steine der Erinnerung

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Vor der Machtergreifung durch die Nazis stammte mehr als 40 Prozent der Leopoldstädter Bevölkerung aus jüdischen Familien. Es gab ein blühendes jüdisches Leben im zweiten Bezirk, viele jüdischen Bühnen, Kaffeehäuser, jüdische Schulen, Synagogen und Bethäuser.

Dieses Leben wurde mit einem Schlag vernichtet, da die jüdischen Männer, Frauen und Kinder ihrer Rechte, ihrer Habe und, wenn ihnen die Flucht nicht möglich war, auch ihres Lebens beraubt wurden. 30.000 Menschen, die hier gelebt haben, sind deportiert und ermordet worden. Diese Zahl beinhaltet auch die Menschen, die gezwungen wurden, ihre Wohnungen in anderen Wiener Bezirken oder in Niederösterreich und dem Burgenland zu verlassen und sich in der Leopoldstadt in Sammelwohnungen einzufinden.

Der Weg der Erinnerung
Ein bezeichneter Weg führt zu vielen für das frühere jüdische Leben in der Leopoldstadt bedeutsamen Plätzen und macht die Geschichte der Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung sichtbar. Er berührt den Alltag des jüdischen Lebens und er gedenkt beispielhaft der vielen Menschen, die hier gelebt haben. Elisabeth Ben David-Hindler, Generalsekretärin von „Steine der Erinnerung“: „Auf diese Weise wollen die „Steine der Erinnerung“ symbolisch den von hier vertriebenen und ermordeten jüdischen Einwohnern wieder einen Platz in ihrem Heimatbezirk geben - und den Angehörigen die Chance, ihre Eltern, Großeltern und Geschwister zu verewigen.“ Die Erinnerung an das jüdische Leben und an die von den Nazis zerstörte Kultur in der Leopoldstadt soll damit wachgehalten werden.

Die Steine der Erinnerung
Die Steine der Erinnerung an ermordete jüdische Einwohner sind 10x10 cm groß. Es werden immer Blöcke mit vier Steinen in den Gehsteig verlegt. Teilweise werden sie auch an Hausmauern angebracht – aber leider verweigern das die meisten Hausbesitzer.

Viele Angehörige und Interessierte aus der ganzen Welt melden sich, um sich am Projekt durch Patenschaften für ihre Familienmitglieder zu beteiligen. Viele von ihnen kommen zu den Eröffnungen nach Wien. Elisabeth Ben David-Hindler: „Eine Frau fand im Zuge der Recherchen eine tot geglaubte Verwandte wieder“.
Erst im Oktober 2010 wurden am „Weg der Erinnerung“ in der Leopoldstadt neue Steine gesetzt. Für heuer sind 16 neue Stationen geplant. Es werden laufend Kulturveranstaltungen und Vorträge veranstaltet – zuletzt eine Präsentation des Projekts im Literaturbuffet Lhotzky auf der Taborstraße.

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