Der milde Winter lässt erste Pollen fliegen

Bernd Lamprecht von der Klinik für Lungenheilkunde am Kepler Universitätsklinikum.
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Im Februar kommen normalerweise die Meldungen des Lawinenwarndienstes. Der hat heuer aber nicht so viel zu tun. Dafür ist der Pollenwarndienst schon wieder aktiv. Seit einigen Jahren beobachten Experten, dass viele Bäume mit ihrem Pollenflug immer früher dran sind. „Die Pollenbelastung folgt einem jahreszeitlichen Rhythmus. Am Beginn stehen immer Hasel und Erle. Bäume legen ihre Pollen schon im vorhergehenden Sommer an. Diese überwintern dann und es braucht nur ein paar wärmere Tage, damit sie zu fliegen beginnen“, sagt Bernd Lamprecht von der Klinik für Lungenheilkunde am Kepler Universitätsklinikum. Bei warmen Wintern kann die Belastung daher bereits sehr früh spürbar sein. „Wir hatten sogar schon vor Weihnachten eine erste Episode“, so Lamprecht. Das war sogar für die Experten ungewöhnlich. Eine Konsequenz daraus ist, dass der Pollenwarndienst, der normalerweise erst im März aktiviert wird, bereits jetzt die Belastung in der Luft misst.

Laufende Nase und brennende Augen

Derzeit sind aber nur sehr empfindliche Menschen betroffen. „Die Pollenkonzentration in der Luft ist noch minimal.“ Gibt es an einem Tag Regen, sinkt die Belastung auf Null. Ist es über längere Zeit warm, können bereits erste Symptome wie eine laufende Nase, brennende Augen oder Atemnot auftreten. Der Beginn der „Hochsaison“ für Pollen wird auch heuer wieder für Ende Februar, Anfang März erwartet.

Einfache Maßnahmen

Bei einer leichten Empfindlichkeit reichen oft schon einfache Maßnahmen, so Lamprecht: „Idealerweise sollte man bei einer hohen Pollenbelastung die Zeit in der freien Natur reduzieren. Das ist aber nach dem Ende des Winters gar nicht so leicht, wenn alle nach draußen drängen. Hat man vor allem Beschwerden an den Augen, hilft eine Sonnenbrille. Außerdem sollte man darauf achten, dass man die Kleidung, die man draußen getragen hat, nicht mit ins Schlafzimmer nimmt.“ Sind die Beschwerden stärker, kann man auch zu Nasensprays, Augentropfen oder Allergie-Tabletten greifen. In diesem Fall sollte man jedoch zuvor mit dem Hausarzt sprechen. „Diese Medikamente muss man nicht dauerhaft einnehmen sondern nur in jenen Wochen, in denen die Allergie auftritt.“

Eine Hypersensibilisierung hingegen, bei der das Immunsystem langsam an den Allergieauslöser gewöhnt wird, ist ein sehr langwieriger Prozess. „Die Hypersensibilisierung empfiehlt sich auch nur bei einem sehr engen Allergiespektrum, etwa bei einer Bienengift-Allergie. Für Pollenallergiker ist sie meist weniger geeignet, vor allem, wenn man auf mehrere Pollenarten allergisch reagiert“, so Lamprecht.

Allergiker finden alle aktuellen Infos zur Pollenbelastung online unter www.pollenwarndienst.at

Bernd Lamprecht von der Klinik für Lungenheilkunde am Kepler Universitätsklinikum.
Die Belastungslandkarte des Pollenwarndienstes.

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