Die Wildkatze
Die Säugetiere Oberösterreichs erleben und erheben

© Josef Limberger

Still und nahezu unbemerkt ist die Europäische Wildkatze nach über 50 Jahren wieder in unsere Wälder zurückgekehrt. Sie ist immer noch eine der seltensten heimischen Säugetierarten und kann nur vereinzelt nachgewiesen werden. Grund für ihr Verschwinden war die starke Verfolgung durch den Menschen, da sie fälschlicherweise als Schädling gesehen wurde, weiß Mag. Gudrun Fuß vom Naturschutzbund Oberösterreich.


Auf leisen Sohlen

Die heimliche Jägerin unterwuchsreicher und naturnaher Wälder verschläft für gewöhnlich den Tag in einem hohlen Baumstamm, unter einem Reisighaufen oder einem anderen geeigneten Versteck. Als Waldspaziergänger wird man sie daher kaum jemals beobachten können. Erst mit Sonnenuntergang beginnt sie die Jagd vorwiegend auf Kleinsäuger wie Wühl- und Waldmäuse, aber auch Vögel, Amphibien, Reptilien, Wiesel und Junghasen werden von der geschickten Einzelgängerin erbeutet. Wenn der Winter lang und schneereich ist, brechen schwere Zeiten für die Wildkatze an. Anders als ihr Verwandter, der Luchs, kann sie nicht auf dem Schnee laufen, sondern bricht ein. Dieser Umstand beeinträchtigt nicht nur die Bewegungsfreiheit, sondern schmälert auch den Jagderfolg drastisch. In Gebieten mit anhaltend hohen Schneelagen ist sie daher nicht zu finden, denn sie ist auf stetigen Jagderfolg angewiesen.
Die Wildkatze hat einen hohen Anspruch an ihren Lebensraum. Zusammenhängende Waldgebiete mit kleinen Lichtungen, Waldwiesen und großer Strukturreichtum müssen vorhanden sein, um sie zufriedenzustellen.


Schau genau!

Auch wenn sie optisch nur schwer von unseren Stubentigern zu unterscheiden ist, war sie bereits lange vor ihren Verwandten aus Ägypten in unseren Wäldern unterwegs.
Diese Ähnlichkeit wird ihr leider manchmal zu Verhängnis, erläutert die Ökologin des Naturschutzbundes Oberösterreich. Durch die Verwechslung mit getigerten Hauskatzen im Rahmen regulärer Jagdausübung kann es passieren, dass sie als „Fehlabschuss“ ihr Leben lassen muss. Die größte Gefahr für das seltene Tier lauert allerdings im Straßenverkehr, da sie zum Wechsel ihrer Jagdgründe auch immer wieder stark befahrende Straßen überqueren muss.


Beobachtungstipp:

Wildkatzensichtungen aus ganz Österreich werden im Rahmen von weiterführenden Erhebungen von der Melde- und Koordinationsstelle Wildkatze des Naturschutzbund Österreich gesammelt.


Wer etwas über die Wildkatze weiß, kann gewinnen

Wer dem Naturschutzbund auf www.naturschutzbund.at/wildkatzengewinnspiel.html ein Unterscheidungsmerkmal zwischen Wildkatze und Hauskatze nennen kann, kann jetzt eine von fünf „Actioncams“ gewinnen: Das sind kleine, digitale Kameras für die Aufnahme von Fotos und Videos, die gegen Erschütterungen, Feuchtigkeit und Staub besonders gut geschützt sind. Und wer weiß – vielleicht gelingt ja einem Gewinner damit eine Aufnahme der scheuen Waldbewohnerin.

In Oberösterreich leben 79 Säugetierarten. Aufmerksame Naturfreunde können den Wissenschaftlern bei der Erhebung der Säugetier-Fauna unter die Arme greifen. Wer in Oberösterreich ein Säugetier oder dessen Spuren beobachtet, wird dazu aufgerufen, dies auf der Naturschutzbund-Plattform www.naturbeobachtung.at oder über die App mit den wichtigsten Fundinformationen (Art und/oder Foto, Fundort, Datum) zu melden: https://www.saeugetiere-ooe.at.

Das Projekt „Die Säugetiere Oberösterreichs erleben und erheben“ ist eine Initiative von Naturschutzbund Österreich und Naturschutzbund Oberösterreich gemeinsam mit dem Land Oberösterreich & EU (Fördergeber), Biologiezentrum Linz, apodemus OG & KFFÖ (Fachpartner).

Autor:

Michaela Groß aus Linz

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