Wollten 10.000 Euro Schulden eintreiben
Männer stürmten nach Telegram-Auftrag die falsche Wohnung
- Die Hauptangeklagten erhielten eine unbedingte Freiheitsstrafe von 20 Monaten.
- Foto: MeinBezirk OÖ
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Am Mittwoch mussten sich ein 36-, ein 33- und ein 19-Jähriger vor dem Linzer Landesgericht verantworten. Die zwei älteren Angeklagten wollten am 21. Mai 2026 einen Mann in seiner Wohnung überfallen und 10.000 Euro einfordern. Wegen einer Verwechslung sind sie aber – maskiert und mit einer Schreckpistole bewaffnet – in die Wohnung einer 63-jährigen Frau eingedrungen. Der 19-jährige hatte während dem Geschehen vor der Haustüre Wache gestanden. Die zwei Älteren erhielten eine unbedingte Freiheitsstrafe von 20 Jahren, der jüngere Beihelfer eine bedingte Haftstrafe von sechs Monaten.
LINZ. Kurz vor Begehen der Tat hätten sich die drei Männer in der Wohnung der Mutter des Beitragstäters (19) getroffen und zusammen "etwas geraucht". Einer der beiden Besucher habe eine Schreckschusspistole dabeigehabt und in die Wohnung gelegt. Daraufhin habe der 19-jährige die Waffe genommen und sie in einer Legokiste im Keller versteckt. "Ich wollte nicht, dass meine Mutter die Waffe sieht", erklärte er sein Vorgehen vor Gericht.
Hauptangeklagte mehrfach vorbestraft
Es sei eigentlich ein Spaziergang geplant gewesen, doch der 33-jährige Erstangeklagte, dem die Waffe gehörte, habe darauf beharrt, noch etwas im Wohnhaus gegenüber erledigen zu müssen. Ihm habe eine Person über Telegram schon lange zuvor den Auftrag erteilt, einen Mann zu überfallen, der dem Auftraggeber angeblich Geld schulde. Bei seinem Besuch habe er bemerkt, dass die Wohnung des Mannes direkt gegenüber liege. "Die Chance wollte ich nutzen", so der 33-Jährige vor Gericht. Vom Geld hätte er auch einen Teil abbekommen. Der 36-jährige Zweitangeklagte sei ohne Zögern bereit gewesen, ihm zu helfen. Sie sind beide mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Suchtgift- und Gewaltdelikten.
Waffensammlung bei 19-Jährigem gefunden
Daraufhin habe der 19-Jährige die Waffe wieder aus ihrem Versteck im Keller geholt und sie dem Besitzer zurückgegeben. Außerdem habe er die beiden Älteren mit Masken ausgestattet und einem der beiden ein Funkgerät gegeben. Das zweite Gerät behielt er selbst, um sie von der Haustür aus zu informieren, sollte sich jemand dem Wohnhaus nähern. Er ist zwar unbescholten, jedoch wurde seine Sammlung an gefährlichen Gegenständen – darunter verschiedene Messer, eine Machete, ein Schlagring sowie eine Axt – sichergestellt.
Falsche Person bedroht
Nachdem der 36-Jährige – er hielt die Waffe in seiner Hand, als das Opfer die Tür öffnete – bei der Wohnungstür der 63-Jährigen geläutet hatte, habe der 33-jährige Strippenzieher die Tür nach innen gedrückt und die Frau dabei zurück in die Wohnung gedrängt. Kurz darauf habe er bemerkt, dass es sich beim Opfer nicht um den Mann handelte, den er eigentlich berauben wollte. Er habe seinen Helfer zurückgerufen, daraufhin seien sie aus dem Haus gestürmt und hätten den Wache stehenden 19-Jährigen aufgegabelt. Der habe die Waffe, die draußen in die Wiese geworfen wurde, mit Nachhause genommen und wieder in der Legokiste versteckt.
Alle zeigten sich geständig
Alle drei zeigten sich vor Gericht geständig, ihre Erzählungen stimmten größtenteils überein. Sie alle gaben an, unter Suchtmitteleinfluss gestanden zu haben und sich dem Risiko der Tat nicht bewusst gewesen zu sein. Der 33-jährige Strippenzieher und der 36-jährige Zweitangeklagte erhielten 20 Monate unbedingte Haft. Der 19-jährige Beitragstäter erhielt eine bedingte Freiheitsstrafe von sechs Monaten mit einer Probezeit von drei Jahren. Die Urteile sind rechtskräftig.
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