Baumfällungen
Wer entscheidet im Fall der Fällung?

Die Reste einer besonders großen Esche werden zum Abtransport aufgeladen.
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  • Die Reste einer besonders großen Esche werden zum Abtransport aufgeladen.
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Anrainer wünschen sich eine bessere Informationspolitik bei Baumfällungen im Linzer Stadtgebiet.

LINZ. Bundesweit sorgen Baumfällungen immer wieder für Aufregung, wie zahlreiche Postings in den sozialen Medien belegen. Auch an die StadtRundschau wenden sich immer wieder besorgte Anrainer: Als vor wenigen Wochen oberhalb von Margarethen etwa zwanzig Bäume gefällt wurden, hieß es: "Hier werden gesunde Bäume gefällt." – "Gefahr im Verzug", nannte Günther Haderer von der Abteilung Stadtgrün im Magistrat auf StadtRundschau-Anfrage den Grund für die dortigen Schlägerungen.

Aggressiver Schimmelpilz

Die rasche Ausbreitung eines aggressiven Schimmelpilzes, des "Falschen Weißen Stengelbecherchen", sorgt bei den Eschen für morsche Wurzeln. "Die Bäume haben noch grüne Triebe und sehen von außen noch gesund aus. Der Pilz zerstört aber das ganze Wurzelwerk innerhalb von vier bis sechs Wochen. Die Eschen fallen dann einfach um", erklärt Haderer. Von infizierten Eschen geht zudem hohes Ansteckungsrisiko aus. Dass in Margarethen auch Erlen und Nadelbäume gefällt wurden, sorgte bei manchen Anwohnern für Kopfschütteln. Haderer spricht von "Kollateralschäden". Das Abholzen sei nötig gewesen, um an die großen Eschen überhaupt heranzukommen. Auch die Lage des Walds in einer Windschneise war ein maßgebender Faktor.

Baumkataster und weißes Klebeband

Aber wie wird eigentlich über Fällungen entschieden? Gerhard Haderer dazu:

„In 95 Prozent der Fälle entscheiden wir selbst. Unsere Mitarbeiter verfügen über ausreichende Expertise und sind dafür gut ausgebildet“.

In heiklen Fällen werden externe Sachverständige zugezogen. „Wenn es etwa um einen besonders alten Baum in einer Parkanlage geht“, nennt Haderer ein Beispiel. Bislang werden Anrainer nicht per Post vorinformiert. Schlägerungen werden aber im Online-Baumkataster der Stadt rot gekennzeichnet. "Gleichzeitig wird jeder zu fällende Baum 14 Tage vorher mit einem weißen Klebeband versehen, mit Informationen und unseren Kontaktdaten für allfällige Rückfragen", erklärt Werner Münzker, Leitung Baumkataster und Baumsachverständigendienst. In Margarethen entfiel die Vorabinfo – ein Grenzfall: Da es sich technisch gesehen um einen Wald handelt, waren die Bäume auch nicht einzeln im Kataster verzeichnet.

25.500 Bäume verzeichnet

Die Stadt Linz betreut entlang der Straßen, rund um Schulen, Kindergärten, Seniorenzentren und in den öffentlichen Parkanlagen circa 40.000 Bäume. Etwa 25.500 davon sind inklusive Alter, Höhe und Durchmesser im Linzer Baumkataster erfasst. Auch Fällungen werden dort vorgemerkt. Das interaktive Verzeichnis ist unter linz.at/umwelt/baumpflege.php einsehbar.

Autor:

Andreas Baumgartner aus Linz

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