Wohnungen statt Garagen
Widerstand am Linzer Auberg gegen geplantes Bauprojekt
- Anstelle der Garagen ist "Am Teich" am Linzer Auberg ein dreigeschoßiges Wohngebäude geplant.
- Foto: Linzplus
- hochgeladen von Silvia Gschwandtner
Am Linzer Auberg regt sich Widerstand gegen ein Bauprojekt: Anstelle von Garagen soll dort ein dreistöckiges Wohngebäude entstehen. Durch Zufall erfuhren die Nachbarn von der geplanten Umwidmung der Flächen und fühlen sich übergangen. Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) sieht in dem Projekt eine "maßvolle Nachverdichtung" auf bereits versiegelten Flächen. Kritik am Vorgehen kommt von Linzplus und der Linzer VP.
LINZ. Vor etwa drei Wochen hat Andrea Schrenk durch Zufall erfahren, dass in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft ein dreistöckiges Wohnprojekt geplant ist. Auf dem Grundstück an der Adresse "Am Teich" befinden sich derzeit Garagen, die von einem Investor gekauft wurden. "Das Ortsbild wurde bisher streng kontrolliert, nun soll plötzlich ein dreistöckiger Bau möglich sein", wundert sich Schrenk. Auch andere Nachbarn, deren Grundstück direkt angrenzt, haben keine Information erhalten. "Wir haben davon nur zufällig erfahren", berichtet Familie Hirnschrodt, "daher hatten wir nicht die Möglichkeit, Einwände zur Bebauungsplanänderung zu erheben. "Um das Spekulationsobjekt zu stoppen und um alle zu informieren, haben wir eine Petition gestartet", berichtet Anwohner Klaus Schmitt, "eigentlich braucht es mehr Grünflächen, Entsiegelung und Kühlung." Für das Bauprojekt müssten auch mehrere alte Bäume gefällt werden.
- Die angrenzenden Nachbarn fühlen sich übergangen. Sie haben nur durch Zufall von den Plänen erfahren.
- Foto: Linzplus
- hochgeladen von Silvia Gschwandtner
Prammer: "Maßvolle Nachverdichtung"
"Genau solche Lösungen brauchen wir", meint hingegen Bürgermeister Dietmar Prammer. Hier gehe es um eine "maßvolle Nachverdichtung", bei der bereits versiegelte Flächen bebaut werden. "In einer wachsenden Stadt wie Linz ist es unsere Aufgabe, vorhandene Flächen verantwortungsvoll zu nutzen", betont Prammer. Im konkreten Fall sei bereits im Sommer 2023 eine Anregung zur Änderung des Bebauungsplans eingebracht und fachlich positiv beurteilt worden. Der Gemeinderat muss dazu allerdings noch seine Zustimmung geben. Wann dieses Projekt zur Abstimmung kommt, steht derzeit noch nicht fest.
Linzplus und Linzer VP fordern mehr Transparenz
Linzplus-Fraktionsobmann ärgert sich über das Vorgehen und fordert Prammer auf, Umwidmungen "nicht auf Zuruf von Maklern und Immo-Dealern" vorzunehmen, sondern im öffentlichen Interesse. Zudem gehöre seiner Meinung nach das Areal entsiegelt und begrünt. Auch die fehlende Information der Anrainer ist für Potocnik inakzeptabel. Die fehlende Transparenz kritisiert in diesem Fall auch die Linzer VP. "Die Menschen am Auberg haben ein Recht darauf, zu wissen, was konkret geplant ist", findet VP-Gemeinderätin Victoria Langbauer. Gerade bei sensiblen Projekten wie diesem sei eine offene und nachvollziehbare Kommunikation entscheidend. "Die Bevölkerung darf nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden", meint auch VP-Landtagsabgeordnete und Ortsparteiobfrau Elisabeth Manhal.
Aktuelle Nachrichten aus Linz auf
Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.