14.03.2017, 08:56 Uhr

1.000 Bewohner betroffen: GWG will acht Häuser abreißen anstatt zu sanieren

Acht Wohnhäuser der Anlage Wimhölzel-Hinterland sollen abgerissen werden. (Foto: Lorenz Potocnik)

Die 1931 errichteten Wohnbauten sollen in den nächsten Jahren abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Davon betroffen sind bis zu 400 Wohnungen und rund 1.000 Bewohner.

"Mit einem Zettel im Postkasten und am schwarzen Brett wurden wir von dem Abriss informiert", so die Mieter aus der Engelmannstraße. Insgesamt acht Wohnbauten mit 400 Wohnungen will die GWG nun abreißen und durch Neubauten ersetzen lassen. Grund dafür sei, dass diese nicht mehr sanierbar sind. Laut GWG komme daher nur ein Abriss in Frage, um dann Neubauten zu errichten.

Mieter wehren sich

Großer Widerstand kommt von den Mietern selbst. Diese wurden von den Abrissplänen vollkommen überrascht. "Gerade im Herbst wurde uns noch gesagt, wir können unsere Wohnungen sanieren. Alles andere werde im Rahmen einer Generalsanierung erledigt", so die Mieter. Viele der Bewohner hätten dies auf eigene Kosten getan. Hinzu kommt, dass in diesem Viertel vor allem Pensionisten und alleinerziehende Mütter wohnen. Grund sind die niedrigen Mietpreise. Die Häuser sind 85 Jahre alt, zwischen 35 und 50 Quadratmeter klein. Der Mietpreis zwischen 230 und 330 Euro ist damit besonders erschwinglich. Ein Neubau samt Abrisskosten würde eine erhebliche Erhöhung der Mietkosten bedeuten. Dies wäre kaum leistbar für die jetzigen Mieter. Diese wehren sich bereits mithilfe von Unterschriftenaktionen, in denen sie über die Situation aufmerksam machen wollen. Zusätzlich Unterstützung erhalten sie von Neos-Fraktionsvorsitzenden Lorenz Potocnik.

"Die Zahlen sind vage und überzogen!"

Potocnik kritisiert neben der Vorgehensweise vor allem die angegebenen Fakten und Zahlen der GWG, die einen Abriss rechtfertigen sollen. Diese seien seiner Ansicht nach sowohl vage als auch überzogen. Die Substanz der alten Bauten sei grundsätzlich noch gut intakt. Erneuert gehören nur das Dach, der Keller, die Deckenisolierung und die Kanalisation. "Das wäre alles mit einer Sanierung durchführbar", sagt Potocnik.
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