Weihnachtszauber
MIT VIDEO Das Böse wird mit Rauch vertrieben

Gelernt hat er es einst von seinem Vater und noch heute macht er es beim Räuchern so: Pfarrer Bernhard Rohrmoser.
  • Gelernt hat er es einst von seinem Vater und noch heute macht er es beim Räuchern so: Pfarrer Bernhard Rohrmoser.
  • Foto: Peter J. Wieland
  • hochgeladen von Peter J. Wieland

Brauchtum und Tradition im Land Salzburg: In den Rauchnächten geht man mit einer guten Glut in der Pfanne von Raum zu Raum.

LUNGAU, PONGAU. Das Räuchern hat im religiösen Brauchtum und bei liturgischen Zeremonien einen wesentlichen symbolischen Wert, wie uns Pfarrer Bernhard Rohrmoser aus Mariapfarr sagt; und auch in vielen Familien wird dieser alte Brauch, der hierzulande auch "Râchn gehn" (Rauchen gehen) genannt wird, zur Weihnachtszeit gerne praktiziert.

Die Vorbereitung

Pfarrer Rohrmoser kann sich gut an seine Kindheit erinnern, wie das in den vier Rauchnächten ablief: Sein Vater richtete die zum Räuchern vorgesehene Pfanne – meist eine alte Schmiedeeiserne, die man fürs Kochen nicht mehr hernimmt – und säuberte sie. Dann hackte der Vater Kranewit-Stauden (Walcholder) – im Pongau, woher Pfarrer Rohrmoser stammt, verwendet man dies üblicherweise. Daraufhin folgte eine recht diffizile Aufgabe: Im Holzofen machte der Vater eine gute Glut; gerne verwendete er dafür Hartholz. Weihwasser, ein Ästchen zum Sprengen und des Vaters Rosenkranz wurde hergerichtet.

>> Video: Der Pfarrer schildert lebhaft aus seiner Kindheit...

Man räuchert das ganze Haus

Dann, kurz vor dem Räuchern-Gehen, legte der Vater den gehackten Kranewit sorgfältig in die Pfanne; er gab die gute Glut drauf und schlussendlich eine Handvoll geweihten Weihrauch dazu. Pfarrer Rohrmoser macht das noch heute so wie sein Vater. Als er nach Mariapfarr in den Lungau kam, hat er dem noch etwas hinzugefügt: Im Lungau wird nämlich auch ein Teil des Kräuter-Weihbuschens vom 15. August (Mariä Himmelfahrt) beigegeben, was einen zusätzlichen süßlichen Geruch erzeugt und das Ganze noch runder macht. Nachdem alles fertig hergerichtet war, gingen die Männer des Hauses durch das ganze Haus, von Raum zu Raum. Der Vater schwang dabei behutsam die Pfanne, damit es auch richtig rauchte. Außerdem betete er den Rosenkranz vor; die Kinder folgten und beteten nach. Der älteste Sohn war meist der, der das Weihwasser tragen und sprengen durfte. In vielen Häusern ist das noch heute so Brauch. Gebetet wird nach wie vor um Glück und Segen, dass das Gute einziehe und das Böse verschwinde. Während die Männer rauchen gingen, unterwegs waren, richtete die Mutter von Pfarrer Rohrmoser die Jause her. Im Pongau war das ein Kletzenbrot mit Butter und Sauerkäse. Meistens dauerte das Beten des Rosenkranzes länger als das Rauchen gehen, weshalb dieser am Stubentisch fertig gebetet wurde. Dann wurde herzhaft gejausnet.

Zwölf Raunächte, vier Rauchnächte

Die Zwölften sind die zwölf Raunächte zwischen dem Heiligen Abend und dem Dreikönigstag. Im Christlichen von besonderer Bedeutung sind allerdings die vier Rauchnächte: Thomasnacht (21. Dezember), Heiliger Abend (24. Dezember), Silvester (31. Dezember), Nacht auf Heilige Drei Könige (5. Jänner). Rauchnächte heißen sie, weil hier geräuchert wird. Die Etymologie der Raunächte geht vermutlich auf das mittelhochdeutsche Wort rûch, das "haarig" bedeutet, zurück, also auf die haarigen und zotteligen Dämonen; auch auf das Raue der Winterzeit lässt die Wortherkunft schließen.

Autor:

Peter J. Wieland aus Lungau

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