U-Bahn-Durchbruch
Tunnelbohrmaschine "Debohra" erreicht die Pilgramgasse
- Debohra ist in der Pilgramgasse angekommen. Die Tunnelvortriebsmaschine wird in den kommenden Wochen am geplanten U2xU5-Knotenpunkt arbeiten.
- Foto: Nathanael Peterlini/MeinBezirk
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"Debohra" wird die Tunnelvortriebsmaschine der Wiener Linien liebevoll genannt. Mit ihr werden die Tunnel für die neuen U-Bahnnetze gebaut. Nun hat sie die Pilgramgasse erreicht, wo sie künftig für den U2xU4-Knotenpunkt im Einsatz sein wird.
WIEN/MARGARETEN/MARIAHILF. Zahlreiche Menschen, ausgerüstet mit Helmen, Gelbwesten und kniehohen Stiefeln, stehen im mit Schlamm bedeckten Baustellenbereich der Pilgramgasse. Darunter sind Journalistinnen und Journalisten, Politikerinnen und Politiker sowie Expertinnen und Experten: Über wackelige Gerüsttreppen und enge Abbiegungen haben sie sich in die Tiefe vorgearbeitet und richten nun ihre Augen auf eine "Dame", die künftig viel Staub in den Gängen aufwirbeln wird: Debohra.
Die Rede ist von der Tunnelvortriebsmaschine, die in den nächsten Wochen die U-Bahnlinien für den neuen U2xU4-Knotenpunkt Pilgramgasse bohren soll. In den vergangenen Wochen hat Debohra vom Matzleinsdorfer Platz bis zur Pilgramgasse 935 Meter für den neuen U2-Tunnel gegraben. Jetzt ist sie in der Pilgramgasse angekommen und konnte von Medien und Politik in Augenschein genommen werden.
Rathaus voller Erde
Die Maschine ist stolze 127 Meter lang und 1.300 Tonnen schwer, erklärt Gudrun Senk, die technische Geschäftsführerin der Wiener Linien. Pro Tag schaffe sie etwa zehn Meter an Tunnelstrecke, was für ihren komplexen Arbeitsbereich schnell sei: "Debohra ist eine multifunktionelle Maschine. Mit ihren Schneidrädern arbeitet sie das Gestein ab und verstärkt gleichzeitig die Tunnelröhre. Sie macht alles auf einmal – graben, verstärken und das Abtransportieren des Erdreichs".
- Zehn Meter Tunnel schafft Debohra an einem Tag –dabei gräbt sie, stabilisiert die Tunnelwand und trägt die Erde ab.
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An Erde habe sich inzwischen bereits eine große Menge angehäuft, erklärt Senk. Genauer gesagt, 37.000 Kubikmeter Erdmaterial – so viel wie das Volumen des Wiener Rathauses – seien bisher über das Förderband der Tunnelvortriebsmaschine ausgehoben worden. Der Aushub werde zentral über den Schacht am Matzleinsdorfer Platz abtransportiert.
Für die Planungs- und Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ), die diese Woche u. a. Interims-Stadtwerke-Stadträtin ist, sei das Projekt von großer Bedeutung für Wien: "Wir bekommen hier die Möglichkeit 300 Millionen zusätzliche Fahrgäste über die Wiener Linien quasi abzuwickeln in der Stadt, ihnen ein Angebot zu machen". Somit könne man mehrere überirdischen Linien entlasten.
Baustelle mit Hürden
Dass Debohra die Pilgramgasse erreicht habe, sei ein nicht zu unterschätzender Meilenstein für das Projekt: "Man erinnere sich etwa an die Überschwemmungen, die die Baustelle hier um Monate zurückgeworfen haben. Es gab im Laufe der Zeit einige Probleme und das Team der Wiener Linien hat das sehr bravourös gemeistert", ist sich die Stadträtin sicher.
- Begeisterung und interessierte Gesichter, u. a. Mobilitätssprecherin Pipal-Leixner (Neos), der Mariahilfer Bezirkschef Rumelhart (2. v. l.), Stadträtin Sima (3. v.l. beide SPÖ), Alexandra Reinagl und Gudrun Senk von den Wiener Linien (5. v. l.) und die Margaretner Bezirkschefin Janković (1. v. r., SPÖ)
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Bevor sich Debohra wieder an die Arbeit macht, wird sie noch einer genauen Wartung unterzogen. "Die Dame bekommt noch ein Wellnessprogramm", scherzt Senk. Kontrolliert werden alle einzelnen Abschnitte des sieben Meter großen Schneidrads und dessen Ersatzteile, "damit Debohra ihrer Arbeit erfolgreich nachgehen kann".
Nach der Wartung wird "endlich" wieder gebohrt, es warten noch viele weitere Abschnitte. Nach dem Notausstieg Kaunitzgasse im 6. Bezirk folgt als nächstes die künftige U2xU3-Station Neubaugasse und anschließend der Notausstieg beim Augustinplatz im 7. Bezirk. Von dort wird sie wieder zum Matzleinsdorfer Platz transportiert, um den zweiten U2-Tunnel zu graben. Viel hat die Maschine also noch vor sich, Stress hat sie keinen. Wie Sima erklärt, sei ein Ende der Arbeiten erst Anfang der "2030er-Jahre" zu erwarten.
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