Debatte in Forchtenstein
Tauziehen um Spar- und Ziegelofen-Areal, ein Kompromiss in Sicht?
- Im Forchtensteiner Gemeinderat konnte man sich laut Bürgermeister Rüdiger Knaak auf "einen Kompromiss" einigen.
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Nach dem jahrelangen Tauziehen rund um das ehemalige Spar-Areal in Forchtenstein gehen die Gespräche wieder in die nächste Runde. Aktuell werden Pläne ausgearbeitet, die neben den geplanten Einrichtungen der ÖVP und der FLF auch Wohnungen im Obergeschoss vorsehen. Der ursprünglich für das ehemalige Spar-Areal geplante Pflegestützpunkt soll nun am Ziegelofen-Areal entstehen.
FORCHTENSTEIN. 2023 kaufte die Gemeinde Forchtenstein das Grundstück des ehemaligen Spar-Areals um 440.000 Euro. Die SPÖ wollte das Grundstück an das Land Burgenland verkaufen, das dort einen Pflegestützpunkt errichtet hätte. Die ÖVP und die Freie Liste Forchtenstein (FLF) lehnten diesen Vorschlag ab. Sie hätten für dieses Grundstück ein Mehrzweckgebäude vorgesehen. Am 18. Mai 2025 wurden im Rahmen einer Volksbefragung die Bevölkerung gefragt, ob das Grundstück an das Land verkauft werden soll, damit dort ein Pflegestützpunkt entstehen kann. Der Vorschlag der SPÖ fand keine Zustimmung. 52,46 Prozent der abgegebenen 1.281 Stimmen waren dagegen. Bereits im Juli 2025 wurde im Gemeinderat über eine Ausschreibung für einen Baurechtsvertrag abgestimmt, der die Errichtung eines Mehrzwecksgebäudes laut dem Vorschlag der ÖVP und der FLF vorsah. Der Antrag wurde damals mehrheitlich angenommen.
Neuer Anlauf beim Spar-Areal
Im aktuellen Nutzungskonzept der ÖVP und der FLF sind eine Bäckerei und ein Kaffeehaus, ein Ärzte- und Therapiezentrum und ein Mehrzwecksaal für Veranstaltungen vorgesehen. Die Kosten dafür würden sich laut Vizebürgermeister Oliver Biringer (ÖVP) auf rund 2,5 Millionen Euro belaufen. "Das wäre ein großer Budgetposten für die nächste Generation", erklärt Bürgermeister Rüdiger Knaak (SPÖ). Bei der letzten Gemeinderatssitzung konnte jedoch laut Knaak "ein Kompromiss" eingegangen werden. Dabei wird laut Biringer die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) ein kostenloses Angebot für ein alternatives Nutzungskonzept vorlegen, das Wohnungen über den geplanten Einrichtungen vorsieht. "Die Variante mit den Wohnungen ist die einzige Möglichkeit, um das Dorfzentrum zu beleben", erklärte Knaak. Das alternative Konzept muss laut Biringer bis 15. Oktober vorgelegt werden. Bei der Gemeinderatssitzung wurde außerdem beschlossen, dass bis 30. Oktober alle Förderungs- und Finanzierungsmöglichkeiten für das Mehrzweckgebäude geprüft werden sollen.
- Bürgermeister Rüdiger Knaak sieht in den Wohnungen über das Mehrzweckgebäude die Möglichkeit, das Ortszentrum wieder zu beleben.
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Neuer Standort für den Pflegestützpunkt
Auch der Plan, einen Pflegestützpunkt in Forchtenstein zu errichten, wurde nicht verworfen. Die SPÖ schlug als Alternative das Ziegelofen-Areal nahe der Ortseinfahrt vor. Die SPÖ hätte vorgesehen, dass das Land Burgenland einen Teil des 1,5 Hektar großen Grundstücks kauft und dort den Pflegestützpunkt errichtet. Den Rest des Grundstücks hätte die Gemeinde für rund 880.000 Euro kaufen sollen. Die SPÖ wollte aus dem eigentlichen Ziegelofen-Gebäude ein Kunst- und Kultur-Zentrum errichten. Bei der Gemeinderatssitzung, bei der über den Kauf des Ziegelofen-Areals abgestimmt werden sollte, waren die ÖVP und die FLF nicht anwesend. Laut Knaak wurde der Kauf des Grundstücks durch das Fernbleiben der ÖVP und der FLF verhindert.
- Für Vizebürgermeister Oliver Biringer (ÖVP) hat die Entwicklung des ehemaligen Spar-Areals Priorität.
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Denn zum gleichen Zeitpunkt lud Biringer in seiner Funktion als Vizebürgermeister alle Gemeinderäte zu einem Gespräch ins Vereinshaus, bei dem die Zukunft des Spar- und Ziegelofen-Areals noch vor einer Gemeinderatssitzung besprochen werden sollen. "Dieses Gespräch haben wir für den 17. August vorgesehen und haben die Einladungen an alle Gemeinderäte verschickt. Der Bürgermeister hat dann fünf Tage später die Gemeinderatssitzung zum gleichen Zeitpunkt einberufen", erklärt Biringer. "Uns wäre wichtiger, dass jetzt endlich beim Spar etwas gemacht wird", so Biringer. Mit dem Ziegelofen-Areal hätte die Gemeinde laut Biringer ein weiteres leeres Grundstück gekauft.
- Hier soll das Land Burgenland den Pflegestützpunkt errichten.
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Land kaufte das Grundstück
Der Pflegestützpunkt soll trotzdem am Ziegelofen-Areal entstehen. Das Land Burgenland hat laut Knaak das Grundstück bereits gekauft. Baubeginn ist für 2027 vorgesehen. Das Angebot soll unter anderem den Pflegedienst, eine Tagesbetreuung sowie fünf Wohnungen für betreutes Wohnen enthalten. Für die Gemeinde entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten.
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