Neue Rätsel um die Hundewiese

Braun statt grün: Nach den Rodungsarbeiten ist von der Wiese nicht mehr viel übrig.
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MEIDLING. Früher konnte man hier Dachse und Füchse sehen. Das sagt zumindest Angelika Pascher, die in der Hervicusgasse ihre Wohnung hat. Die vergangenen Jahre waren eine bewegte Zeit für die in Hetzendorf als "Hundewiese" bekannte Grünfläche. Immer wieder machten Spekulationen über eine mögliche Bebauung die Runde. Eine Reihe von Ereignissen in den vergangenen Wochen hat dem wieder Auftrieb gegeben.

"Am 5. Mai wurde der Wiese ein radikaler Schnitt verpasst", berichtet Pascher. "Auch eine Reihe von Bäumen wurde gefällt." Auf Nachfrage bei den Gartenarbeitern wurde den Anrainern gesagt, dass ein Kiesweg in die Wiese hineingebaut werden solle. Angelika Pascher vermutet, dass dies mit einer geplanten Verbauung zu tun haben könnte. Diese Vermutungen wurden durch ein Gespräch mit einem benachbarten führenden Mitarbeiter der Wohnbaugenossenschaft ARWAG zusätzlich befeuert.

"Der hat uns gesagt, dass hier in fünf Jahren alles zugebaut sein wird und man dagegen nichts machen könne. Ich habe deshalb schon einen empörten Brief an Planungsstadträtin Vassilakou geschrieben. Antwort habe ich noch keine bekommen", so Pascher.

Noch ist die Hundewiese ein beliebter Treffpunkt für Hundebesitzer, die dort ihre vierbeinigen Freunde Gassi führen. Daher stammt auch der Spitzname der Grünfläche.

"Bausperre bleibt"

Pascher fürchtet, dass es damit in wenigen Wochen vorbei sein könnte. "Der Herr von der ARWAG hat uns gesagt, dass in wenigen Wochen alles eingezäunt sein soll", sagt sie.

Die Antwort aus dem Stadtplanungsbüro der Stadt Wien auf eine bz-Nachfrage über die Vorfälle ist kurz und bündig: "Auf der Wiese liegt eine Bausperre, und dabei bleibt es auch", sagt Sprecher Patrik Volf.

Für Bezirksrat Franz Schodl (Pro Hetzendorf) ist die Sache damit aber nicht vom Tisch. "Eine solche Bausperre kann über Nacht aufgehoben werden. Das war bei einem Großbaugebiet in der Sagedergasse auch der Fall. Da wurde ohne Flächenwidmungsänderung einfach gebaut."

Anrainer wie Angelika Pascher sind auch deshalb misstrauisch gestimmt, weil sich die Eigentumsverhältnisse auf der Wiese im Jänner 2015 geändert haben. "Mitgeteilt hat man uns das aber erst im März 2016", so Pascher. Bis 2015 waren zwei Drittel der Hundewiese im Eigentum eines Ehepaares. Heute gehören diese Teile der ARWAG und der Wiener Heim Wohnbaugesellschaft.

Der Bezirk Meidling hat sich wiederholt einstimmig gegen eine Verbauung der Hundewiese ausgesprochen und wollte eine Grünflächenwidmung für das Gelände erwirken – bislang vergeblich. "Ich kenne meine Hetzendorfer", sagt Schodl. "Wenn hier tatsächlich gebaut werden soll, dann ist auch mit massivem Widerstand der Anrainer zu rechnen."

Autor:

Christian Bunke aus Wieden

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