518 Stimmen
Petition entfacht Debatte über die Zukunft der Arndtstraße
- Im Wiener Rathaus kam der Petitionsausschuss zusammen. Auf der Tagesordnung standen insgesamt vier Petitionen. (Archiv)
- Foto: RMW
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Viele Bewohnerinnen und Bewohner wünschen sich eine grünere, kühlere und fahrradfreundlichere Arndtstraße in Meidling. Die vom Meidlinger Aktivisten Thomas Plotz eingebrachte Petition mit über 500 Unterschriften trägt genau diese Forderungen an die Politik. Im Petitionsausschuss des Wiener Gemeinderates trafen die Wünsche nun auf unterschiedliche Einschätzungen von Stadt und Bezirk.
WIEN/MEIDLING. Die Arndtstraße zwischen Wolfganggasse und Siebertgasse gilt bei vielen Anrainerinnen und Anrainern als verschenkter Stadtraum: viel Asphalt, wenig Schatten, kaum Grün. Genau hier setzt die Petition des Meidlinger Aktivisten Thomas Plotz an, die mittlerweile 518 Unterstützungen gesammelt hat und folglich im Petitionsausschuss des Wiener Gemeinderates behandelt wurde.
Plotz schilderte im Ausschuss, dass die Arndtstraße großzügig angelegt, aber nur einspurig befahrbar sei. Durch den geplanten großflächigen Neubau an der Ecke Kollmayergasse werde die Zahl der Bewohner künftig steigen. Gleichzeitig fehle es aber jetzt schon an begrünten Freiräumen. Außerdem sei durch die starke direkte Sonneneinstrahlung im Sommer eine beträchtliche Hitzeentwicklung spürbar.
Der Petitionstext fordert deshalb, die Straße in ihrer Lebensqualität zu verbessern, indem man mehr Grünflächen schafft und den bestehenden Raum für einen durchgängigen, baulich getrennten Zwei-Richtungs-Radweg nutzt. Die Parkplatzsituation sei nach Ansicht von Plotz durch mehrere öffentliche Parkgaragen entschärft, eine Grünachse könnte durch die Umstellung von Schräg- auf Längsparkplätze entstehen.
"Eine taugliche Lösung"
Die Amtsführende Stadträtin für Stadtentwicklung, Ulli Sima (SPÖ), verweist in ihrer Stellungnahme darauf, dass die Arndtstraße Teil des Wiener Hauptradverkehrsnetzes sei und bereits abschnittsweise Einrichtungsradwege bestehen. Da in der gesamten Straße Tempo 30 gilt und es sich um eine Einbahn handelt, seien auch markierte Radfahrstreifen „eine taugliche Lösung“.
- So könnte die Arndtstraße nach Vorstellung der Grünen Meidling aussehen.
- Foto: Grüne Meidling
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Aktuell konzentriert sich die Stadt laut Sima auf Hauptstraßenzüge, auf denen noch keine sichere Radinfrastruktur vorhanden ist oder bestehende Anlagen aufgrund steigender Nutzung dringend erneuert werden müssen.
Prekäre budgetäre Lage
Vonseiten der Bezirksvorstehung fällt die Reaktion zurückhaltend aus. Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Barbara Marx (SPÖ) betont, dass die geplante private Großbaustelle an der Arndtstraße/Kollmayergasse jedenfalls berücksichtigt werden müsse. Die "bewährte" Bezirksstrategie sei es, größere Umbauten mit ohnehin notwendigen Straßensanierungen zu verbinden, um Kosten und Belastungen für Anrainerinnen und Anrainer zu minimieren.
Die Straße befinde sich derzeit in gutem Zustand. Ein umfassender Umbau „in nächster Zeit und besonders vor Fertigstellung der Baustelle Arndtstraße/Kollmayergasse“ sei daher aus ihrer Sicht nicht sinnvoll. Zudem sei die budgetäre Lage Meidlings herausfordernd, weshalb größere Projekte nach Dringlichkeit priorisiert werden müssen. Auch die großzügigen Förderungen der Stadt stünden künftig vermutlich nicht mehr in gleichem Umfang zur Verfügung.
- So sieht die Arndtstraße heute aus.
- Foto: Google maps Screenshot
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Mit der Behandlung im Petitionsausschuss ist das Anliegen offiziell im politischen Prozess angekommen. Weitere Schritte hängen nun vom Bezirksbudget, den städtischen Prioritäten im Radverkehr und dem Zeitplan der privaten Baustelle an der Ecke Arndtstraße/Kollmayergasse ab.
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