Bezirk Melk
Hürmer schreibt das Buch "Ahmići"über den Jugoslawienkrieg
- Autor Thomas Obruca mit seinem Buch „Ahmići“
- Foto: Pauline Schauer
- hochgeladen von Pauline Schauer
Acht Tage versteckt im Jugoslawienkrieg: Und das als 13-Jähriger. Der Jugendliche Adnan aus dem Dorf Ahmići in Bosnien-Herzegowina erlebte genau das. Thomas Obruca aus Hürm fasste die Geschichte von Adnan zusammen und schrieb das Buch „Ahmići“.
HÜRM. Seine Beweggründe waren folgende: „Im Zuge meiner Arbeit als UNO-Sonderermittler in Den Haag habe ich Adnan kennengelernt, der mir auch seine Geschichte erzählte. Adnans Eltern und seine Schwester sind im Krieg ums Leben gekommen. Er selbst musste sich acht Tage lang verstecken“, erklärt Obruca und führt weiter aus: „Es fasziniert mich, wie er ein solches Schicksal gemeistert hat. Adnan hat einen eisernen Willen zum Überleben und wollte nicht aufgeben. Unter anderem das hat mich inspiriert, seine Geschichte niederzuschreiben", so der Autor. "Es ist eine emotional herausfordernde Geschichte, die den Schrecken des Jugoslawienkrieges anhand eines 13-jährigen Kindes zeigt und einen Einblick auf die beinharte und vor allem grausame Realität gibt. Sie zeigt, wie schnell sich das Leben von heute auf morgen verändern kann", erklärt Thomas Obruca weiter.
Friede und Wohlstand
"Obwohl der Jugoslawienkrieg fast 30 Jahre in der Vergangenheit liegt, haben wir heute fast dieselbe Situation wie damals. Was natürlich sehr traurig ist, denn obwohl der Krieg schon so lange zurück liegt, kann dieses Thema aktueller nicht sein“, so der Hürmer. Das Buch hat eine ganz bestimmte Intention. „Das Buch soll unter anderem für Wachsamkeit stehen. Friede, Glück und Wohlstand kann nicht mehr als selbstverständlich angesehen werden. Es sind Dinge, für die man einstehen muss“, erklärt Obruca.
Buch nun auch auf Bosnisch
Das Buch ist in deutsch und in englisch erschienen. "Umso mehr freut mich die kürzlich erhaltene Nachricht, dass es auch auf bosnisch veröffentlicht wird. Das ist natürlich für die Einwohner des Dorfes Ahmići eine besondere Ehre. Ein Buch über das Schicksal des eigenen Dorfes kann man zwar in einer Fremdsprache lesen, wenn man es in der Muttersprache lesen kann, ist es aber ein viel schöneres Gefühl, weil man das Schicksal des Kindes besser nachvollziehen kann ", erklärt Autor Thomas Obruca.
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