15.01.2018, 10:18 Uhr

Ihr Essen ist da, und wie geht's?

Wilfried Ullram, Stefanie Flandorfer, Josef Zimmermann, Margit Kaiser, Hans Dechant, Franz Schertler, Obmann Franz Strobl.

Gelebte Nachbarschaftshilfe in Kreuzstetten: täglich eine warme Mahlzeit für Menschen, die nicht mobil sind.

KREUZSTETTEN (gdi). Seit 1979, also knapp 40 Jahre lang, führen ehrenamtliche Mitglieder des Sozialhilfevereins Kreuzstetten um die Mittagszeit warme Mahlzeiten aus. Gegründet wurde der Verein von Franz Strobl Senior, mittlerweile ist nach Ernst Schiller nun Sohn Franz Strobl der Obmann. Das Mittagessen kann von den Beziehern tageweise bestellt werden und wird derzeit vom Gasthaus Schwarz in Großrußbach und vom Gasthaus Holzbauer in Kronberg abgeholt und zu den Bestellern nach Hause gebracht. Allein im Vorjahr wurden von 26 Vereinsmitgliedern 2150 Essensportionen ausgeführt und dabei über 7500 Kilometer zurückgelegt.

Mitmachen ist Ehrensache
Franz Strobl erklärt: "Bei uns in Kreuzstetten war Nachbarschaftshilfe schon immer ein Thema, hier interessiert man sich für den anderen." Hans Dechant aus Streifing macht ebenfalls gerne mit: "Ich fahre für den Sozialhilfeverein, weil die Leute, die nicht mehr mobil sind, trotzdem etwas Warmes zu essen wollen." Stefanie Flandorfer ist die Drehscheibe und gute Seele der Aktion Essen auf Rädern. Sie organisiert seit 1990 die Einteilung der Fahrdienste und ist Anlaufstelle für die Verrechnung und sonstige Fragen. "Früher haben wir jedoch bei weitem mehr Essen ausgeführt, manchmal um die 25 Portionen pro Tag. Das hat sich geändert, weil viele Menschen eine 24-Stunden Pflegerin haben, die auch kocht," berichtet Wilfried Ullram aus Neubau-Kreuzstetten. Dennoch sieht Franz Strobl den Bedarf auch zukünftig bestehen: "Die Leute wollen so lang wie möglich zu Hause ihren Lebensabend verbringen, mit Unterstützung von Familie, Hauskrankenpflege und Essenslieferung ist das auch leichter möglich."

Nette Begegnungen
Für viele hochbetagte Menschen ist die Essenslieferung zu Mittag eine willkommene Abwechslung. Ein paar Minuten zum Plaudern nehmen sich die ehrenamtlichen Mitglieder gerne Zeit. Josef Zimmermann fährt seit seinem Pensionsantritt für den Verein. "Es ist schön zu sehen wie freudig man begrüßt wird, und eventuell auch kleine Hilfen geben kann. Früher haben wir jedes Essen täglich kassiert, da haben wir schon ein paar Mal nach verlegten Geldbörseln oder Brillen gesucht," schmunzelt der Oberkreuzstetter. Der Verein finanziert sich ausschließlich über den Mitgliedsbeitrag und Spenden, und bietet auch Gehilfen oder Krankenbetten zum Verleih an. Die Unterstützung vom Hilfswerk ist mittlerweile weggefallen, das Land NÖ fördert jedes Mittagessen mit 76 Cent.
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