Die Angst vor der Angstpartei
- hochgeladen von Claudia Kahla
Vor der Wien-Wahl am 11. Oktober beherrscht ein Thema den 6. und 7. Bezirk: der prognostizierte Zuwachs für die FPÖ.
MARIAHILF/NEUBAU. Die Stimmung auf der Mariahilfer Straße ist gemütlich. In der Begegnungszone genießen Menschen die Herbstsonne auf den neuen Sitzgelegenheiten, Radler kurven an den Shoppenden vorbei, zwei Männer entladen einen Lieferwagen. Hier deutet noch nicht viel auf die Wien-Wahl am 11. Oktober hin.
Je genauer man sich jedoch auf der neu geschaffenen Flaniermeile umsieht, desto dichter scheint der Schilderwald. Die Wahlplakate der Parteien versprechen niedrige Mietpreise, mehr Arbeitsplätze und Investitionen in Bildung und Wirtschaft. Auch bei den Bezirks
bewohnern ist die Wahl ein Thema. „Natürlich gehe ich wählen. Wenn man nicht hingeht, braucht man sich nachher auch nicht darüber aufzuregen“, sagt Marktforscherin Daniela Rolff. Sie wünscht sich von der nächsten Stadtregierung weniger Streit und mehr gemeinsame Arbeit an einem Konzept für Wien.
Nein zu Strache
In einem Punkt sind sich die befragten Bewohner des traditionell liberalen Bezirks einig: Sie wollen nicht, dass Strache Bürgermeister wird. „Ich würde Rot-Grün noch eine Chance geben. Auch wenn sie nicht die Besten sind, habe ich das Gefühl, dass alles flott läuft in der Stadt. Strache wird nicht einhalten können, was er verspricht“, so Architekt und Designer Werner Van Hoeydonck.
Die Umgestaltung der Mariahilfer Straße beeinflusst die Wahl bei den Anrainern nur gering. Sie sind mit dem Projekt zufrieden. „Die Begegnungs- und Fußgängerzone ist eine super Sache. Sie hat mir und meiner Tochter eine bessere Lebens- und Luftqualität gebracht“, sagt Lehrerin Christiane L. „Ich finde die neue Mariahilfer Straße gut, aber mein Wahlverhalten beeinflusst das nicht. Da gibt es Dringenderes“, so Anrainerin Heidi Ambrosch.
Tontechniker Ernst Mayerhofer wünscht sich, dass die Wiener aus der Wahl in Oberösterreich lernen. Dort konnte die FPÖ 15 Prozentpunkte dazugewinnen. "Die Flüchtlingsfrage wird nicht durch eine Stadtregierung gelöst werden, daher sollte sie auch nicht das Wahlverhalten der Wiener beeinflussen", so Mayerhofer.
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