Vienna é bella: Ein Tag Italien mitten in Wien

Bei Lucio Manzo in der Barenoteca da Lucio am Neubau gibt es typisch venezianische Gerichte und den günstigsten Kaffee der Stadt.
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  • Bei Lucio Manzo in der Barenoteca da Lucio am Neubau gibt es typisch venezianische Gerichte und den günstigsten Kaffee der Stadt.
  • Foto: Max Spitzauer
  • hochgeladen von Nicole Gretz-Blanckenstein

WIEN. Wenn draußen alles grau in grau ist, hilft ein Trip in den Süden. Die bz verrät, wie man einen Tag Italien in Wien erleben kann.

10 Uhr: Ein spätes Frühstück startet den Tag
“Italiener frühstücken anders.” erklärt uns Lucio Manzo. Der 44jährige Gastronom stammt aus Venedig und lebt seit 17 Jahren in Wien. “Wir essen spät zu Abend und haben in der Früh später Hunger.” Um den Tag italienisch zu starten, reicht daher ein Espresso. Den günstigsten in der Stadt gibt es um 1,50 Euro in seiner Barenoteca da Lucio, gerne auch ganz italienisch, im Stehen.

Wer es lieber süß hat, kann es sich in der vor zwei Monaten eröffneten Konditorei “Dolce Pensiero” am Salzgries gemütlich machen. Der Besitzer Williams Della Bona schwört auf den italienischen Stil und hat nur kleine und stets selbst zubereitete Speisen im Angebot: Neben pikanten Pizzetti (Mini-Pizzen), Focaccia (Fladenbrot-Sandwich) oder Arancini (gefüllte Reisbällchen), begeistern vor allem die 20-30 Sorten süßer Pasticcini.


Süße Pasticcini im Dolce Pensiero.

11 Uhr: Jesus Füße bei der Sonntagsmesse
Munter für den Tag sollte man laut Lucio, auf der Suche nach der italienischen Community auf jeden Fall in die Minoritenkirche gehen. Sie gilt als kulturelles und soziales Zentrum der italienischen Gemeinschaft in der Stadt und bietet nicht nur italienischen Nachmittagsunterricht für Kinder an, sondern jeden Sonntag um 11:00 einen Gottesdienst auf italienisch. Sehenswert ist dort auch die exakte Kopie des “Letzen Abendmahls” von Leonardo da Vinci - nicht gemalt, sondern als Mosaik. Skurril ist, dass der Maler beim Original so schlechte Farben für die Füße nutzte, dass diese inzwischen verblasst sind, während Jesus Füße auf dem Mosaik in der Minoritenkirche nach wie vor bestens zu sehen sind.

14 Uhr: Stilkunde alla italiana
Inspiriert von italienischer Ästhetik, möchte man sich gleich selbst verschönern. Wer nicht, wie Lucio zum Einkaufen direkt nach Italien fährt, kann auch in Wien einen italienischen Stil pflegen. Denn wenn die Hose nicht richtig sitzt oder die Sakkoärmel zu lang sind, ist man nirgends besser beraten als in der winzigen italienischen Schneiderei in der Neubaugasse bei Luigi Zucchino. Den passenden Haarschnitt zum neuen Outfit liefert Fortunato Meddis in seinem Friseurladen Fortunato & Co, die Mitglieder der Facebook-Gruppe “Italiani a Vienna” schwören auf ihn.


Luigi Zucchino nimmt Maß in der Textil Werkstatt.

19 Uhr: Apericena bei Lucio an der Bar
Am Abend folgen wir Lucio in seine Barenoteca da Lucio, mit der er sich den Herzenswunsch erfüllt hat, ein ‘bacaro’ nach Wien zu bringen, eine typische venezianische Tapabar, wo sich alles trifft. “Mein Ziel ist, dass sich alle wohl fühlen” lächelt er und erklärt, dass die Stehhocker dazu animieren, auch aufzustehen und miteinander zu plaudern. Schon bei der Bestellung kommt man ins Gespräch mit dem Gastgebers, denn Karte gibt es keine. Dafür darf man sich den großen oder kleinen Teller selbst zusammenstellen, die Preise werden angepasst. Besonders beliebt sind der baccalá mantecato (mit Kabeljau belegte Brote), marinierte Sardinen oder der gebratene Radicchio. Der erdige Wein aus Padua rundet die “Apericena” - eine Mischung aus Aperitiv (Getränk vor dem Essen) und Cena (Abendessen) - ab. Denn nach den Antipasti bleibt nicht mal Hunger für die obligatorische Pizza. Zum Glück, denn an der Frage, wo es die beste italienische Pizza in Wien gibt, scheiden sich die Geister. Lucio gibt den Tipp: “Ins Lokal hineingehen und riechen! Wenn es gut riecht, ist auch das Essen gut. Wenn nicht, trink einen Espresso, geh aufs Klo und dann raus!”

Auf einen Blick:

Dolce Pensiero
1., Salzgries 9, Mo-Fr 7-19 Uhr, Sa-So 8-19 Uhr
facebook.com/Dolcepensierovienna

Minoritenkirche
1., Minoritenplatz 2A, jeden Sonntag 11 Uhr Gottesdienst; das Mosaik befindet sich auf der Nordseite des Hauses.
www.minoritenkirche-wien.info

Xò Textilwerkstatt
7., Neubaugasse 55 und 8., Alser Straße 41, Mo 13-18 Uhr, Di-Fr 9-18 Uhr, Sa 10-17 Uhr
www.xowien.at

Fortunato & Co
9., Porzellangasse 62, Di.-Fr.: 9.30-18.30 Uhr, Sa 9-14 Uhr
facebook.com/FortunatoCo

Barenoteco da Lucio
7., Kirchengasse 35, Di.-Fr.: 10-22 Uhr
facebook.com/BarenotecaDaLucio

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