Gingerhof
War der Umbau umsonst?

Fatih Kuzu, Geschäftsinhaber des Gingerhof, hat eine Außenterrasse bauen lassen, wo seine Gäste rauchen können.
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Fatih Kuzu hat einen Schanigarten gebaut, in dem man rauchen kann. Die Behörden sind dagegen.

NEUBAU. Fatih Kuzu, Geschäftsinhaber des Gingerhof in der Mariahilfer Straße 88, hat für mehr als 45.000 Euro eine Außenterrasse bauen lassen. Der Gedanke dahinter war, dass seine Gäste dort rauchen dürfen. Die Terrasse ist sowohl beim Boden als auch oben beim Dach, welches einem Sonnenschirm gleicht, und in den Ecken nicht zur Gänze geschlossen.

Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz und die Wirtschaftskammer Wien sehen darin jedoch ein Problem. Die einem Schanigarten ähnliche Terrasse ist zum Rauchen in dieser Bauart nicht zulässig. Es wurde Anzeige erstattet. "Für mich stellt sich die Frage, ob man dann überhaupt im Sommer im Schanigarten noch rauchen darf", meint Fatih Kuzu.

So steht’s im Gesetz

Seit 1. November 2019 gilt das Tabak- und Nichtraucherschutzgesetz (TNRSG). Das bedeutet ein generelles Rauchverbot für Räume, wo Gäste essen und trinken. Geschäftsinhaber Kuzu wurde seiner Aussage nach mitgeteilt, dass der Gastgarten einer freien Fläche entspricht und man dort rauchen darf. Unter einer freien Fläche versteht man einen Bereich, der nach oben hin überdacht ist und dessen seitliche Flächen zur Hälfte oder weniger von Wänden oder wandähnlichen Konstruktionen umschlossen sind.

Im Gingerhof sind die Seitenteile in der Höhe individuell anpassbar. Seit Mai 2018 gibt es die Regelung, dass auch ein Rauchverbot für Mehrzweckhallen und -räume gilt. Dazu zählen auch nicht ortsfeste Einrichtungen wie Festzelte. Das Sozialministerium weist darauf hin, dass es auf die Einzelfallbeurteilung ankommt. Die lokalen Bezirksverwaltungsbehörden müssen also individuell entscheiden. "Wir stehen aber auch jederzeit für Fragen bereit und helfen gerne weiter", so Veronika Maria vom Ministerium.

Unzufriedener Gast

"Es ist furchtbar, wenn man herkommt und sieht, dass Personen in der Kälte sitzen, rauchen und gegenüber der Schanigarten ist und keiner reingehen darf", ist Fatih Kuzu bestürzt. Mittlerweile ist auch die Anzahl der Gäste drastisch zurückgegangen. "Jetzt fehlen jeden Tag 200 bis 300 Euro wegen den ausbleibenden Gästen", so Kuzu verzweifelt.

Beim Lokalaugenschein sitzt eine Frau neben der überdachten Terrasse im Freien. "Ich will meine Zeitung lesen, meinen Kaffee trinken und das würde ich gerne bei einer Zigarette tun. Wenn ich das in einem Lokal nicht kann, mach’ ich das daheim", sagt sie. Die aktuelle Situation im Gingerhof ist für sie nicht nachvollziehbar. Stattdessen sitzt sie im Freien mit ihrer Winterjacke und einer Decke.

Laut der Definition einer freien Fläche dürfen Gäste in einem Schanigarten rauchen, wenn die Seitenwände rundum offen, zur Hälfte oder weniger geschlossen sind. Weiters, wenn der Schirm abgespannt ist und die Fläche rundum geschlossen ist. Rauchverbot gilt, wenn der Schirm aufgespannt ist und die Seitenwände mehr als bis zur Hälfte geschlossen sind.

Autor:

Sophie Brandl aus Alsergrund

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