Hochsaison für die Treiber

Der Spätherbst ist die Zeit der traditionellen Treibjagden. Darauf sollten auch Wanderer und Mountainbiker achten.
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BEZIRK NEUNKIRCHEN (bs) . Jedes Jahr werden im Bezirk Neunkirchen an die 30 Treibjagden veranstaltet. Eine Bestandsaufnahme. -
Für die einen sind sie Inbegriff der Schießwut, für die anderen sind sie Tradition und natürliche Bewirtschaftung des Wildbestandes. Im Bezirk Neunkirchen ist die Zeit der Treibjagden angebrochen – und das Thema polarisiert die Bevölkerung. Die Bezirksblätter versuchen das Phänomen nüchtern zu analysieren.
Bezirksjägermeister Johann Schwarz präzisiert gleich zu Beginn den Begriff der Treibjagd: "Wir unterscheiden zwischen zwei unterschiedlichen Arten der Treibjagd, einerseits die traditionelle Treibjagd auf Wildschweine, Füchse und Marder, andererseits jene auf Niederwild, wie Hasen, Fasane und Wildenten."

Treibjagden im Herbst

Da unser Bezirk kein typisches "Niederwildgebiet" ist, werden bei uns hauptsächlich nur "traditionelle Treibjagden" auf Raubwild wie Füchse und Marder, oder auf Wildschweine veranstaltet. Dabei lässt sich auch die Menge der Treibjagden nur schwer in Zahlen gießen. Bezirksjägermeister Johann Schwarz schätzt die Anzahl auf "ungefähr 30 im Herbst".
Der Gesetzgeber sieht eine Jagd erst dann als reguläre Treibjagd an, wenn mindestens zehn Personen - Jäger und Treiber - daran teilnehmen.

Wild für die Wirte

Die erlegte Strecke als Ergebnis einer Treibjagd schätzt der Bezirksjägermeister "eher gering" ein. Im Vorjahr waren es 660 Rehe, 150 Hasen, 100 Fasane und knapp 50 Füchse - und da ist das "Fallwild", also Wildtiere, die gewaltsam zu Tode kamen, aber nicht erlegt wurden, schon dazugerechnet.
Für die heimischen Wirte ist die Strecke jedenfalls zu kurz, um alleine davon die Speisekarten der herbstlichen Wildwochen zu bestücken.

Notwendiges Treiben

Kritiker, die die Treibjagd als Inbegriff der Schießwut anprangern, hält man seitens des Landesjagdverbandes entgegen: "Treibjagden sind notwendig, weil das Wild in unserer Kulturlandschaft reguliert werden muß. Das Wild hält sich tagsüber meist im dichten Wald auf, da ist eine Treibjagd die einzige Möglichkeit um das Wild in ausreichender Stückzahl erlegen zu können." Also gut für alle, die gerne Wildbret essen aber nicht selbst jagen können oder wollen.

Sicherheitstipps für Waldbesucher

Wanderer, Mountainbiker und Naturfreunde sollten Hinweise auf Treibjagden besonders beachten. Warntafeln oder Gefahrenzeichen auf den von der Treibjagd betroffenen Straßen und Wegen zeigen Spaziergängern, Freizeitsportlern und vor allem aber auch Anrainern, dass eine Treibjagd geplant oder im Gange ist. Der Bereich, in dem eine Treibjagd stattfindet, darf während der Jagd abseits von öffentlichen Wegen und Straßen, Wegen gemäß § 14 Abs. 1 NÖ Tourismusgesetz 2010, LGBl. 7400, und sonstigen öffentlichen Anlagen nicht betreten werden. Sollte sich dennoch eine jagdfremde Person abseits der genannten Wege und Anlagen in ein betroffenes Gebiet „verirren“, wird die Treibjagd unterbrochen. Deshalb wird angeraten, sich sofort erkennbar zu machen (z.B. durch Rufen), sollte man ungewollt in eine Treibjagd geraten.

Daten und Fakten

In unserem Bezirk arbeiten 1.300 Jäger. Der Anteil der Treiber bei einer Treibjagd liegt bei rund einem Drittel der beteiligten Jäger, also 20 Jäger benötigen etwa sechs Treiber. Die erlegte Strecke deckt den Eigenbedarf oder geht in die Direktvermarktung.

Der Spätherbst ist die Zeit der traditionellen Treibjagden. Darauf sollten auch Wanderer und Mountainbiker achten.
Bezirksjägermeister Johann Schwarz

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