Mama-Krampf mit der Finanz

Das junge Ehepaar musste zwei Monate auf Beihilfe verzichten. In der Zeit war sie auf Geld aus der Familie angewiesen.
  • Das junge Ehepaar musste zwei Monate auf Beihilfe verzichten. In der Zeit war sie auf Geld aus der Familie angewiesen.
  • hochgeladen von Thomas Santrucek

BEZIRK NEUNKIRCHEN. Die langsame Finanzamt-Bürokratie bekamen Manuela (30) und Stephan Krenc (32) am eigenen Leibe zu spüren. Die junge Familie mit Baby – der Kleine wurde im April des Vorjahres geboren – bezog befristete Familienbeihilfe bis April dieses Jahres. "Befristet deshalb, weil weil mein Ehemann, der Vater des Kindes, ein deutscher Staatsbürger ist. Er lebt seit einigen Jahren in Österreich und arbeitet auch hier. Nun lief die Befristung im April aus und das Finanzamt ließ mir ein Formular zukommen, welches ich ausfüllen und fehlende Dokumente (Arbeitsbescheinigung des Mannes) beilegen musste und zurückschicken. Was ich sofort nach Erhalt dieser Dokumente auch getan habe. Bis heute wurde das Formular nicht bearbeitet (Stand 9. Juni – Anm. d. Red.)", schüttet die 30-Jährige ihr Herz aus.

Sparen, sparen, sparen

Die Familie wandte sich ans Jugendamt. Vergebens: "Mir wurde nur geraten, Kosten zu reduzieren, etwa indem ich aus der Kirche austrete", so Krenc. Wie die 30-Jährige in Erfahrung brachte, sind Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld eng miteinander verknüpft. "Kindergeld gibt's nur, wenn man Familienbeihilfe bezieht", so Krenc. Und obwohl die 30-Jährige mit Juli wieder bei Lindt&Sprüngi zu arbeiten beginnt, fehlten der Familie nun für zwei Monate rund 800 Euro Beihilfen-Bezüge. "Es ist zwar nur eine Beihilfe. Aber man ist während der Zeit, in der man nichts verdient, auch davon abhängig", so Manuela Krenc.

800 Euro fehlten – da half nur bitten

Letztlich blieb Kenc nur ein Weg, um die fehlenden 800 Euro zu kompensieren: "Ich habe mir Geld innerhalb der Familie geliehen. Wir sind vom 'System' verlassen worden. Dabei haben wir beide immer gearbeitet. Finanziell ist es leider nicht mehr vertretbar für uns, auf die 'Zettelwirtschaft' unseres Staates zu warten." Den Frust teilte die Mutter im Gespräch mit einer Finanzamt-Mitarbeiterin, und kündigte an, sich an die Öffentlichkeit zu wenden. – Und plötzlich war ihr Fall bearbeitet.

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