01.10.2014, 10:13 Uhr

Nachzipf-Story

BEZIRK (d_rath) Zu Beginn dieser Woche entschied sich das Schicksal von 6.500 jungen Niederösterreichern, die sich in den Ferien auf einen Nachzipf vorbereiten mussten. Dabei haben sich die Betroffenen nicht nur die Ferien verhaut, sondern auch die Finanzen der Eltern ordentlich belastet.

Kein schöner Sommer

Sarah, Schülerin der Handelsakademie in Neunkirchen, musste diesen Sommer auch reinbeißen. "Ich bin in Mathe grundsätzlich schlecht. Zum Halbjahr war ich noch positiv, aber die Wahrscheinlichkeitsrechnung war mir einfach zu hoch", berichtet die Nachzipflerin. Und wie wahrscheinlich ist nun der Triumpf? "Ich hab mich schon sehr gut vorbereitet. Mir hat eine Freundin, die in Mathematik sehr gut ist, beim lernen geholfen", erzählt die Schülerin.
Und was sagt Mami dazu, dass das Töchterchen "Nicht Genügend" Leistung unter dem Jahr erbracht hat? "Naja, was soll ich sagen? Manchmal ist eben der Freund wichtiger, als alles andere. Aber jetzt hat sie eh die Quittung bekommen", so Sarahs Mutter Stephanie. Aber warum keine professionelle Nachhilfe? "Nachdem Sarah zum Glück eine Freundin hat, die ein Matheass ist und ihr wirklich sehr brav geholfen hat, hat sich diese Frage gar nicht gestellt. Aber darüber bin ich nicht sehr traurig, denn dafür hätte ich sicher ein kleines Vermögen bezahlt", so die Mutter.

Nachhilfe macht sich bezahlt

Andreas Mayer vom Lernquadrat hat das auch schon gehört. "Bei uns gibt es einen Ferienkurs schon ab 204 Euro pro Kind. Wir bieten darüber hinaus aber vieles mehr an, wie zum Beispiel Intensivkurse, Aufgabenbetreuung, Einzel- und Gruppenunterricht. Wir zeigen den Kindern aber auch unterschiedliche Lerntechniken, Konzentrationstrainings und geben Tipps bei Prüfungsangst", erklärt Andreas Mayer.
In der Bundeshandelsakademie in Neunkirchen nimmt sich Sekretärin Barbara Kunesch Zeit. "Wir bieten keine Nachhilfe in dem Sinn an, dafür aber eine Lernbegleitung, die während des Schuljahres durchgeführt wird, um einem "Nicht Genügend" vorzubeugen", so Kunesch.
Administrator Karl Kleinrath verrät uns, wie viele heuer betroffen sind. "Also über alles Klassen und Gegenstände drüber gibt es dieses Jahr 77 Prüfungen, davon haben zehn Schüler einen Doppelnachzipf. Und für den Fall, dass doch was schief geht am Prüfungstag, gibt es noch die Aufstiegsklausel, die man einzelnen Schülern mit Lernreserven zukommen lassen kann. Dann kann dieser trotz eines "Nicht Genügends" aufsteigen", erklärt der Administrator.
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