10.06.2016, 11:10 Uhr

Losenheim wird zum Matten-Skigebiet

Gerhard Stindl (l.) und Landesrat Karl Wilfing präsentieren die Matten-Lösung.

Wegen Schneemangels investiert Land NÖ eine Million Euro in winterunanbhängige Lösung für Puchberg.

Wer braucht schon Winter, wenn man auf Matten genauso gut skifahren kann? Das Land NÖ investiert in eine sogenannte "Slide & Glide"-Lösung in Losenheim, wo Skifahrer sowohl im Winter als auch im Sommer skifahren können.

BEZIRK NEUNKIRCHEN. Touristen aus Japan und Russland, die in Scharen nach Losenheim zur Sesselbahn strömen. Eine unrealistische Vision? Geht es nach Landesrat Karl Wilfing, wird dieser Traum bald wahr.

Reaktion auf schneelosen Winter


Denn das Schigebiet Losenheim am Schneeberg wird massiv ausgebaut. Schon jetzt ist laut Umfragen Puchberg und die Schneebergbahn das beliebteste Ausflugsziel unter allen Angeboten in der NÖ-Card. Seit 2009 wurden in Puchberg 100 Betten neu geschaffen, derzeit gibt es mehr als 700 Gästebetten. Allerdings sind die Nächtigungszahlen leicht rückgängig. Die Schneebergbahn kann keine zusätzlichen Touristen mehr aufnehmen, denn sie fährt bereits mit der Maximalfrequenz. Darum soll die gemütliche Sesselbahn auf den Fadensattel nun ein neues Image bekommen und so  neue Touristen anlocken. Auch hier sind die Beförderungszahlen zuletzt eingebrochen, darum sattelt man nun auf ein neues Konzept um. Die jetzt schon gut laufende Sommersaison soll verlängert werden, da auch der Klimawandel immer mehr schöne Tage im Frühjahr und Herbst bedeutet. Die Prognose für die Tage an denen Beschneiung möglich wird, sinken in den die kommenden Jahren laut Klimamodellen von 15 auf nur 5 Tage im Jahr.

5.000 Quadratmeter Skispaß
Die neue Wunderwaffe im NÖ-Tourismus heißt „Slide & Glide“. Im Bereich des Kinderlandes entsteht auf 5.000 Quadratmetern neben dem Übungslift eine Arena. Das Land investiert eine Million Euro in Kunststoffmatten auf denen man in Zukunft auch im Sommer Schifahren kann. Im Sommer ist Baustart, Eröffnung soll schon heuer im Winter sein. Wilfing: „Das Angebot zielt auf Familien, damit auch zukünftige Generationen das Schifahren trotz Schneearmer Winter erlernen kann.“ 

Der Vierersessellift wird weiter betrieben, allerdings werden die Pisten nicht mehr beschneit. Die Pisten sollen für Liebhaber des „Freerides“ positioniert werden.  Die Beschneiungsanlagen werden sich auf den Schlepplift konzentrieren, um dort genug Schnee zur Verfügung zu haben. NÖVOG Geschäftsführer Gerhard Stindl: „Normalerweise müsste man in so einer Situation zusperren. unser Motto lautet aber aufsperren statt zusperren. Darum haben wir uns umgesehen und in anderen Ländern wie Holland, Italien und Osteuropa setzen schon lange auf den Schilauf auf Matten. Man kann darauf nicht nur Schifahren, sondern jede Art von Gleiten ausüben:  Rodeln, Zipfelbob fahren, mit Autoreifen „Tuben“. 

Umweltfreundliche Lösung

Die Matten sind umweltfreundlich, fügen sich ins Landschaftsbild im Sommer kann Gras durchwachsen, es entsteht eine Wiese, welche die Schifahrer mit den Stahlkanten „mähen" werden. Bei trockenem Wetter werden die Matten bewässert, damit sie schön rutschig bleiben. 

Vorreiter in Alpenregion

Möglich wurde die Millioneninvestition durch den Erfolg des Salamanders. Wilfing: „Der Salamander auf den Schneeberg wirft satte Gewinne ab. Diese Gewinne können wir nun in der Region investieren. Die Növog wird mit dieser Investition ein Trendsetter. Denn ein derartiges Projekt gibt es in der Alpenregion noch nicht oft. Es wird sein wie bei der Mariazellerbahn - die "Slide und Glide-Arena" wird Touristen aus aller Welt anziehen."

Ortschef zitiert Einstein

Puchbergs SPÖ-Bürgermeister Michael Knabl kennt die Abgänge, die durch das Skigebiet bislang verursacht wurden: "Selbst bei ausgezeichneten Pistenverhältnissen – speziell an den Wochentagen – war die Anzahl der zahlenden Liftbenützer oft in einem krassen Gegensatz zu den Tourengehern, die ausschließlich die geräumten Parkplätze und gut präparierten Pisten - oft auch nach Betriebsschluss - benutzten. Ein jährlicher Abgang in der Bilanz der Liftgesellschaft in fünfstelliger Eurohöhe war die Folge. Nachdem es laut Albert Einstein Unsinn ist, immer wieder dasselbe zu tun und trotzdem andere Ergebnisse zu erwarten, kann ich den - für uns vorerst schmerzlichen - Schritt der Geschäftsleitung, den Winterbetrieb in der Lahning einzustellen, nachvollziehen."
Das Tourengeherparadies Lahning-Kuhschneeberg-Wurzengraben bis zur Fischerhütte auf über 2.000 Höhenmeter soll von Puchberg ganz besonders beworben werden.

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